Eine neue Dimension

Das erste Meisterschaftsspiel in der Gümliger Ballsporthalle zwischen dem BSV Bern und Wacker Thun endet 27:27. 1560 Zuschauer verfolgen die Premiere.

Harter Kampf: Wackers Spielmacher Nicolas Raemy (rechts) wird vom BSV-Kreisläufer Kaspar Arn gestoppt.<p class='credit'>(Bild: Christian Pfander)</p>

Harter Kampf: Wackers Spielmacher Nicolas Raemy (rechts) wird vom BSV-Kreisläufer Kaspar Arn gestoppt.

(Bild: Christian Pfander)

Lodernde Flammen züngeln über die Werbebanden, die Spieler das Gastteams Wacker Thun sind zuvor bereits eingelaufen. Das Bild jedes Akteurs des BSV Bern wird auf der Videowand gross eingeblendet, als sie die Spielfläche betreten. Willkommen in der Gümliger Ballsporthalle, der neuen Spielstätte der Berner Handballer. Eine Woche zuvor ist sie eröffnet worden, nun steht das erste Wettbewerbsspiel unmittelbar bevor. Die 2000 Plätze sind nicht ganz alle belegt, die neue Arena aber mit 1560 Zuschauern gut gefüllt.

Die Dimensionen der Halle sind so ganz anders, als man es sich von der Anlage im Gümliger Moos gewohnt ist, in der der BSV bis im letzten Frühling seine Heimspiele ausgetragen hat. Dort kreuzten sich zuweilen Spieler und Zuschauer an den engen Durchgängen. In der Ballsporthalle laufen die Akteure aus einer Ecke der Arena in den Katakomben aufs Feld, derweil sich die Besucher vom Eingang aus einige Meter weiter oben zu ihren Plätzen begeben. Und los gehts. Das Spiel ist zurzeit stark von ausländischen Akteuren geprägt.

Der erste Torschütze in der neuen Spielstätte ist Wackers Däne Philip Holm, der sein erstes Meisterschaftsspiel in der Schweiz bestreitet. Auch die Gastgeber haben neues Personal aus anderen Ligen eingekauft. Der Bosnier Edin Tatar überzeugt in der Startphase mit einigen Paraden, der Deutsche Matthias Gerlich wird seinem Ruf als torgefährlicher Rückraumschütze gerecht. Der BSV kon­trolliert das Spiel in der ersten Halbzeit, während bei den Gästen Abstimmungsprobleme zu erkennen sind. Die Berner führen zur Pause 14:10.

Derbys verlaufen aber häufig nicht wie irgendein gewöhnliches Meisterschaftsspiel. Nach der Pause nimmt der Faktor Kampf einen grösseren Stellenwert ein. Die Wacker-Spieler können sich schlechter beherrschen, Stefan Huwyler kassiert wegen Reklamierens den dritten Ausschluss und muss fortan das Spiel von der Tribüne aus verfolgen. Wenig später folgt ihm Nicolas Raemy, der sich nach einem Foul von Pedro Spinola zu einer Unsportlichkeit hinreissen lässt.

Die Thuner können aber auch besser mit dem veränderten Charakter des Spiels umgehen. Sie gehen in der 55. Minute erstmals in Führung, und doch sind es die Gastgeber, die im letzten Angriff noch die Chance zum Sieg haben, diese aber nicht nützen können. Das Spiel endet mit einem gerechten 27:27-Remis. «Wir haben einen Viertorevorsprung vergeben, danach wars ein typisches Derby auf Augenhöhe», analysiert Gerlich das Spielgeschehen. «Uns fehlt noch die Konstanz. Gut war, dass wir den Rückstand noch aufgeholt haben»,, sagt Wackers Captain Jonas Dähler. Beide haben sich in der neuen Halle sehr wohl gefühlt. Auch für die Thuner wird sie in der Champion League temporär zur Heimstätte.

Es war ein typisches Derby auf Augenhöhe.Matthias Gerlich

Lange können sich die Beteiligten nichtmit der Premiere in der Ballsporthalle beschäftigen. Beide stehen bereits morgen wieder im Einsatz. Wacker in der Lachenhalle gegen Pfadi Winterthur, die BSV-Akteure fahren bereits am Freitag um 6 Uhr Richtung Flughafen Zürich los, um am Samstag zum EHF-Cup-Spiel bei Pölva Serviti in Estland anzutreten. Spass hat ihnen das Auflaufen in der neuen Halle aber allemal gemacht.

BSV Bern - Wacker Thun 27:27 (14:10)

1560 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen den BSV, 7-mal 2 Minuten (inkl. Disqualifikation Huwyler) plus Rote Karte (Raemy) gegen Wacker.

BSV Bern: Tatar (Milosevic ab 58); Freiberg, Schneeberger, Heer, Baumgartner (2), Getzmann (5/4), Striffeler, Pereira Spinola (4), Gerlich (8/2), Strahm (3), Szymanski (3), Rohr, Arn (2), Mühlemann.

Wacker Thun: Winkler (Wick für 3 Penaltys); Holm (3), Raemy (2), Dähler (7), Suter (4), Giovanelli, Lanz (4), Friedli, Huwyler (2), Guignet (2), Gruber, Huwyler, Krainer, Wyttenbach (2/2), Delhees (1).

Berner Zeitung

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