Auftritt in Basel: eine Frage der Ehre

Am Sonntag treffen die Young Boys auf Basel. Bei diesen Duellen stehe immer viel auf dem Spiel, sagt YB-Trainer Gerardo Seoane.

Guillaume Hoarau und Christian Fassnacht jubeln über ein Tor gegen Basel im Cup-Halbfinal 2018. Torjäger Hoarau dürfte am Sonntag gegen Basel wieder im Kader stehen.

Guillaume Hoarau und Christian Fassnacht jubeln über ein Tor gegen Basel im Cup-Halbfinal 2018. Torjäger Hoarau dürfte am Sonntag gegen Basel wieder im Kader stehen.

Fabian Ruch

Es ist das Gipfeltreffen, das kein Gipfeltreffen ist. «Aber es ist Basel», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane vor dem Auftritt der Young Boys am Sonntag beim FCB, «da steht immer viel auf dem Spiel.» Prestige in erster Linie; die Basler sind nach zwei heftigen Niederlagen in der Vorrunde (1:7 in Bern, 1:3 zu Hause) bestrebt, den Meister zumindest ein wenig aufzuhalten.

Bei 21 Punkten (und 34 Toren) Vorsprung 12 Spieltage vor Saisonende gibt es niemanden mehr, der am erneuten YB-Titel zweifelt. Es ist sogar realistisch, dass die Young Boys diesmal früher als Champion feststehen als der Eishockeymeister. Letztes Jahr verpassten sie das um einen Tag.

Stocker wieder in Form

Es ist am Sonntag aber auch der Rückrunden-Spitzenkampf. 16 Punkte hat YB in sechs Begegnungen 2019 schon wiedergesammelt, selten restlos überzeugend, aber dank Last-Minute-Toren und 1:0-Siegen mit ausgeprägter Winnermentalität. Wie früher jahrelang der FC Basel. «Wir haben viele Verletzte, zudem sind einige Akteure nicht in Topform», sagt Seoane. «Umso schöner ist es, gelingt es uns doch fast immer, einen Weg zum Sieg zu finden.»

Am Sonntag dürfte Torjäger Guillaume Hoarau wieder im Kader stehen, auch Sandro Lauper steht vor der Rückkehr, bei Kevin Mbabu dürfte es eng werden. Weil Thorsten Schick gesperrt ist, darf man gespannt sein, wer bei YB hinten rechts verteidigt. Das grosse Talent Jordan Lotomba wird nach langer Verletzungspause wie letzte Woche in der U-21 eingesetzt. Der junge Leo Seydoux ist in der Hierarchie der Rechtsverteidiger vierte Wahl.

Der FCB ist in diesem Jahr noch ungeschlagen, 14 Zähler hat er geholt. Und im Duell Basler gegen Berner ist ohnehin immer genügend Brisanz vorhanden. Zumal Valentin Stocker nach einem auch wegen Blessuren komplett missratenen 2018 wieder in Topform ist. Der FCB-Flügel hat YB in den letzten elf Jahren oft geärgert, mit Toren in Finalissimas, Provokationen und üblen Fouls. All das hat Stocker, bald 30 Jahre alt, nicht verloren: die Torgefahr, das Provokationspotenzial, die harte Spielweise, die manchmal arg hinterlistig daherkommt.

Schuler assistiert Spycher

Am Freitag hat YB den Ende Saison auslaufenden Vertrag mit Harald Gämperle bis 2021 verlängert. Der 50-Jährige ist seit 2013 als Assistenztrainer tätig, das war er bereits von 2000 bis 2003 gewesen. Und Patrik Schuler, langjähriger Spieler und Captain des FC Winterthur, wird Assistent von Sportchef Christoph Spycher. Der 29-Jährige beendete 2017 seine Karriere und ist daran, den Master in Business-Management an der Universität St. Gallen abzuschliessen. Schuler wird sich um die Leihspieler kümmern und Aufgaben in der Administration, im Vertragswesen und im Scouting übernehmen. Er startet Mitte April mit einem 40-Prozent-Pensum, das ab Juni auf 100 Prozent erhöht wird. (fdr)

So könnte YB spielen: Von Ballmoos; Seydoux (Mbabu/Garcia), Camara, von Bergen, Benito; Fassnacht, Sow, Aebischer (Lauper), Ngamaleu; Nsame (Hoarau), Assalé. – Ohne Schick (gesperrt), Sulejmani (verletzt) und Lotomba (U-21). Hoarau, Mbabu und Lauper sind fraglich, dürften aber wieder im Kader stehen.

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