Ein Zürcher soll den FC Basel erden

Urs Fischer, der Typ hemdsärmliger Büezer, ist das, was der FCB nach Sousa gesucht hat.

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Die Trainer-Geschichte des FCB sagt einiges aus darüber aus, wo die Basler gerade ihre Defizite orten. Sie wollten nach Christian Gross lockerer werden – und holten Thorsten Fink. Sie suchten jemanden, der stärker in der Region verankert ist als Heiko Vogel – und verpflichteten Murat Yakin. Sie brauchten jemanden, der die Kabine im Griff hat und zugleich internationales Flair ausstrahlt – und fanden Paulo Sousa.

Und nun also Urs Fischer. Gewiss, er ist Trainer des Jahres, er hat in Thun aus geringen Ressourcen einiges herausgeholt. Das Risiko, dass er erst noch beweisen muss, dass er auch ein mit echten und Möchtegern-Stars gespicktes Team zu internationalen Erfolgen führen kann, sind die Basler bewusst eingegangen. Offenbar wog bei der Wahl das Bild schwerer, das ihr neuer Trainer in der Öffentlichkeit abgibt. Fischer, das ist der Typ hemdsärmliger Büezer, der seine Meinung gerne mal Deutsch und deutlich bekannt gibt. Er ist damit, was der FCB nach dem nicht nur wegen der Sprachbarriere schwer verständlichen Sousa gesucht hat. In Basel muss ein Trainer nicht nur Erfolg haben, er muss auch in der Stadt greifbar sein und bestenfalls den Club in der Anhängerschaft verankern. Unter dem distanzierten Sousa war da immer noch Marco Streller, der diese Aufgabe übernahm. Nun, da der Captain abgetreten ist, braucht der FCB andere Persönlichkeiten, die einen bodenständigen Eindruck machen.

Dass ausgerechnet ein Ur-Zürcher mithelfen soll, den FCB zu erden, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Fischers Herkunft sollte aber nicht überbewertet werden. Die beiden Jahrzehnt-Trainer der FCB-Geschichte hiessen Benthaus und Gross. Der eine war Deutscher, der andere – Zürcher. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.06.2015, 18:15 Uhr

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