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Alpenliga – gute Idee, schwierig umsetzbar

Eine Liga mit den besten Teams aus der Schweiz und Österreich wäre kompetitiv. Aber sie wird vermutlich bloss ein Gedankenspiel bleiben.

Ohne Konkurrenz in Österreich: Serienmeister Red Bull Salzburg.
Ohne Konkurrenz in Österreich: Serienmeister Red Bull Salzburg.
Imago

Seit Jahren geistert eine interessante Idee durchs Internet. Gefordert wird eine sogenannte Alps Premier League, eine Alpenliga also, mit den besten Teams aus der Schweiz und Österreich. Die Befürworter sind überzeugt, dass die international gesehen bestenfalls zweitklassigen Ligen gemeinsam eine kompetitive Meisterschaft austragen könnten – und die besten Klubs davon profitieren würden. Dabei würden jeweils acht Teams pro Land in der Alpenliga antreten, darunter wäre der Spielbetrieb wie bisher in den Ländern organisiert.

Hütter und Bickel kritisch

Das Gedankenmodell ist spannend, allerdings ist es fraglich, ob bei so vielen Teams pro Land das Interesse vorhanden wäre. Denn Altach würde in Bern ebenso wenig ziehen wie Thun in Salzburg – zum Beispiel. Vielleicht wäre eine konzentrierte Liga mit jeweils den fünf besten Klubs besser, weil dann jede Menge Grossklubs vertreten wären. Und das Niveau steigen würde.

Bisher ist das alles aber ohnehin bloss Theorie. Adi Hütter sagt regelmässig, es sei nun mal so, dass sich der österreichische Fussballfreund absolut nicht für die Super League interessiere – und jener in der Schweiz sehr wenig über Österreichs Eliteliga wisse. «Beide Länder blicken im Fussball halt stark nach Deutschland», sagt der YB-Trainer. Der Österreicher stuft das Niveau in der Super League leicht höher ein, kennt die Idee einer Alpenliga und sagt dazu: «Ich bin nicht sicher, ob das funktionieren würde. Es ist sicher ein reizvoller Gedanken, doch die Umsetzung wäre sehr schwierig.»

Auch Fredy Bickel hält die Idee einer Alpenliga für «überlegenswert», weil es zu besseren Partien kommen würde. «Und mit Basel sowie Red Bull Salzburg hätte man zwei richtig starke Mannschaften, die nicht mehr einfach so locker durchmarschieren könnten.» Allerdings komme das Projekt zum völlig falschen Zeitpunkt, sagt Bickel.

«Erstens erlaubt der Europä­ische Fussballverband die Fusion zweier Ligen gar nicht, da müssten viele Verhandlungen geführt werden», sagt der Sportchef von Rapid Wien. «Und zweitens wurden in der Schweiz gerade die TV-Verträge neu verhandelt, in Österreich passiert das bald. In den nächsten Jahren wäre diese Alpenliga nicht realisierbar.»

Verbände ablehnend

Auch bezüglich Sponsoren müsste überprüft werden, ob eine Alpenliga funktionieren könnte. Und nicht zuletzt müsste man definieren, wie es bezüglich der Europacupplätze beider Nationen aussehen würde. Und so dürfte die Alpenliga ein Gedankenspiel bleiben. Die Ligaverantwortlichen in Österreich äusserten sich jedenfalls klar ablehnend zu diesen Plänen.

Und Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League, ist ebenfalls nicht überzeugt. «Wir starten in diesem Frühling den für uns wichtigen Prozess zur Überprüfung der eigenen Ligaformate, wie das Österreich gemacht hat. Der Zusammenschluss in einer Alpenliga ist für beide Seiten aus zahlreichen Gründen kein Thema.» Der Vergleich mit Gegnern aus anderen Ländern sei für Klubs und Fans zwar spannend, sagt Schäfer. «Aber dafür gibt es den Europacup. Und weitere supranationale Wettbewerbe, welche eine nationale Liga ergänzen könnten, folgen.»

Pokal mit sechs Ländern?

Die Swiss Football League untersucht derzeit intensiv, wie der Modus in der Super League in Zukunft aussehen soll. Parallel dazu sprechen Vertreter der Ligen aus Dänemark, Schottland, Belgien, Holland, Österreich und der Schweiz über die Möglichkeit, einen gemeinsamen Pokalwettbewerb ins Leben zu rufen.

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