Auf YB wartet heute ein Panzer vor dem Stadion

Fussball

Heute Abend spielen die Young Boys im Hexenkessel von Roter Stern Belgrad. Die Szenerie vor dem Stadion mutet schon im Vorfeld kriegerisch an.

Das Gefährt mit der Flagge der südlichen Armee steht vor der Südkurve des Rajko Mitic-Stadions in Belgrad.

Das Gefährt mit der Flagge der südlichen Armee steht vor der Südkurve des Rajko Mitic-Stadions in Belgrad.

(Bild: blic)

Roter Stern Belgrad fährt vor dem Spiel gegen den BSC YB schwere Geschütze auf: Vor dem als «Marakana» bekannten Stadion Rajko Mitic wurde ein Panzer abgestellt. Wie das serbische Boulevardblatt «Blic» berichtet, handelt es sich um einen Marketingtrick, ein Symbol für den Kampf.

Derweil freut sich der serbische Fussballverein auf der Social Media-Plattform Instagram über eine neue Sehenswürdigkeit vor seinem Stadion. Der Club äussert sich indes nicht dazu, wer hinter der Aktion steckt.

Ein Hinweis könnte der Name der Fangruppe «Delije» sein. Übersetzt bedeutet er soviel wie «südliche Armee». Der Panzer wurde tatsächlich vor der Südkurve des Stadions abgestellt und trägt eine Flagge der Anhänger. Ein Video zeigt, wie das Kampfgefährt abgeladen und zurecht gerückt wird. Buben posieren auf dem Panzer. Das Video wurde bis am Dienstagmittag bereits mehr als 56'000 mal angeschaut.

Video: Youtube/Crvena zvezda

Kroatische Medien vermuten eine Provokation dahinter: Das Panzermodell soll im Jugoslawien-Krieg zum Einsatz gekommen sein. Die Journalisten ziehen Parallelen zu einem Basketballspiel vor zwei Jahren, als serbische Fans Fahnen mit der Aufschrift «Vukovar» geschwenkt haben. Die kroatische Stadt an der Grenze zu Serbien war während des Balkankrieges in den 1990er-Jahren ein stark umkämpftes Gebiet.

Nach dem 2:2-Hinspiel in Bern spielen die Young Boys heute Abend in Belgrad um den Einzug in die Champions League. Auf die Spieler wartet ein Auftritt in unangenehmer, einschüchternder Ambiance. Einschüchternd: Das dürfte auf serbischer Seite auch die erhoffte Wirkung des symbolträchtigen Panzers sein.

Hören Sie in der aktuellen Episode unseres Podcasts «Rede wi druckt», warum Sportredaktor Fabian Ruch an einen YB-Sieg in Belgrad glaubt:

bey/nis

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