«Aufpassen, dass ich niemandem den Kopf abreisse»

Der 9-Punkte-Vorsprung auf die Bayern ist so gut wie verspielt. Roman Bürki und Matthias Sammer halten sich danach nicht zurück.

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Es sind happige Worte, die einige Dortmunder Vertreter nach der 1:2-Niederlage gegen Augsburg brauchen. Beginnen wir darum noch mit den harmloseren. Sportdirektor Michael Zorc sagte am Freitagabend: «Es ist klar, dass wir nicht zufrieden sind.» Und: «Wir haben zu einfache Fehler gemacht bei den Gegentoren. » Dann ging er.

Auch Mittelfeldspieler Thomas Delaney schaffte es trotz einem mittlerweile quasi verspielten 9-Punkte-Vorsprung auf die Bayern, ruhig zu bleiben und sich mit Floskeln à la «Es war nicht gut genug» oder «Wir haben zu oft den Ball verloren» oder «Es waren Kleinigkeiten, die wir schlecht gemacht haben» durch die Mikrofone der Journalisten zu kämpfen.

Bürki und Sammer geben Gas

Man könnte damit nun so weitermachen, auch Trainer Lucien Favre und Captain Marco Reus hielten sich mit Kritik eher zurück. Dann kam Roman Bürki. Er sei nicht sauer, aber enttäuscht. «Ich muss mich enorm zusammenreissen, dass ich auf dem Spielfeld niemandem den Kopf abreisse», sagte er. Mit dem Finger auf andere zeigen wolle er nicht, sagte er auch. Aber: «Wir wissen heute, wer einen Fehler gemacht hat.» Bei Gegentor Nummer 1 war das Dan-Axel Zagadou, bei Nummer 2 Achraf Hakimi.

Hakimi und Zagadou waren dann laut Dortmund-Berater Matthias Sammer auch zwei, die nicht gewusst haben sollen, was da auf sie zukomme. «Hakimi wusste es nicht, Sancho nicht und Zagadou nicht», motzte Sammer. Zudem warf er seinem Team vor, sich schon als deutscher Meister zu fühlen. Er sagte: «Die sind unreif. Die sind einfach unreif.» Sie (die Spieler) seien auch keine Champions.

Dortmunder Krise, Münchner Höhenflug

Noch vor kurzem lagen die Dortmunder ganze neun Punkte vor den Bayern, Fussball-Deutschland freute sich schon auf das Ende der Dominanz der Münchner. Nun ist das Meisterrennen wieder offen, weil Dortmund regelmässig patzt. Da war das 1:2 in Düsseldorf, ein Ausrutscher im Dezember, die erste Niederlage der Saison.

Richtig dick kam es dann im Februar: 1:1 in Frankfurt, das Cup-Aus gegen Bremen im Penaltyschiessen, das 3:3 (nach 3:0-Führung) gegen Hoffenheim, die 0:3-Klatsche in London bei Tottenham in der Champions League, das 0:0 gegen Nürnberg, das man in der Vorrunde noch mit 7:0 nach Hause schickte und jetzt eben diese Niederlage gegen Augsburg.

Und die Bayern? Nur eine Niederlage im Bundesligajahr 2019, sonst Siege, einmal mit weniger als drei erzielten Toren. Immerhin, und es ist ein ganz kleines immerhin für den Tabellenführer aus Dortmund, müssen die Münchner heute Samstag nach Mönchengladbach, zum Drittplatzierten. Der Dortmunder Vorsprung ist also noch nicht ganz weg.

mro

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