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Baykal: «Wir haben nichts zu verlieren»

Der souveräne Leader YB empfängt am Sonntag den FC Aarau. Seit Ende August spielt der frühere YB-Spieler Baykal beim Tabellenletzten. Der 26-Jährige spricht über das Spiel in Bern, Trainer Jeff Saibene – und seine neue Aufgabe.

Jetzt mit vollem Einsatz beim FC Aarau: Baykal, Allrounder in der Defensive, im Zweikampf mit Zürichs Talent Philippe Koch (hinten).
Jetzt mit vollem Einsatz beim FC Aarau: Baykal, Allrounder in der Defensive, im Zweikampf mit Zürichs Talent Philippe Koch (hinten).
Keystone

Seit einigen Wochen spielt Baykal für den Tabellenletzten FC Aarau, der erst fünf Punkte aus elf Partien geholt hat – und tief in der Krise steckt. Ausgerechnet jetzt müssen die Aarauer am Sonntag nach Bern, zum Gastspiel bei YB, dem letztjährigen Verein Baykals. Der Berner hat sich an seinem neuen Arbeitsort gut eingelebt, zusammen mit seiner Freundin und der bald dreijährigen Tochter Nejla wohnt der 26-Jährige in Aarau.

Warum steigt Aarau nicht ab? Baykal: Weil wir eine gute Moral und einen sehr guten Teamgeist haben. Gerade am Mittwoch waren wir alle zusammen mit dem Trainerstab in München beim Champions-League-Spiel Bayern gegen Juventus. Leider endete die Partie torlos, aber das war ein gutes Erlebnis. Und wir steigen auch nicht ab, weil wir genug stark für die Super League sind. Und weil wir einen hervorragenden Trainer haben.

Aber Jeff Saibene wird vermutlich entlassen, wenn Aarau am Sonntag in Bern verliert. Das hoffe ich nicht, die Spieler stehen hinter Saibene, er leistet gute Arbeit. Und er kann ja nicht die Tore erzielen und hinten fehlerlos verteidigen. Wir müssen uns steigern. Ich bin überzeugt, dass wir gegen YB eine gute Leistung zeigen werden. Wir können in Bern nur gewinnen, niemand erwartet etwas von uns. Das ist unsere Chance. Für uns wäre es wichtig, wenn wir einmal in Führung gehen könnten. Uns fehlt derzeit das Selbstvertrauen. Oft spielen wir zwanzig Minuten gut, aber nach einem Gegentor fehlt die Sicherheit.

Fünf Punkte aus elf Spielen... ...sind natürlich viel zu wenig, das ist klar. Wir haben leider keine Einzelspieler, die Spiele alleine entscheiden können, so wie YB mit Seydou Doumbia, David Degen oder Marco Schneuwly.

Degen und Schneuwly sind am Sonntag gesperrt. (lacht) Ja, ich weiss, das ist gut für uns. Ich habe Kontakt mit Degen, es freut mich, läuft es ihm und dem ganzen Team so gut. YB wird Meister. Alleine Doumbia ist der Garant für viele Punkte, er ist so schnell und so gut. Wir müssen miteinander versuchen, ihn zu kontrollieren.

Schmerzt es Sie nicht, statt mit YB um den Titel zu spielen, in Aarau gegen den Abstieg in die Challenge League zu kämpfen? Nein, im Gegenteil. Erstens freue ich mich für die Young Boys und ihre Fans. Und zweitens tut es mir persönlich gut, wenn ich immer spielen und auf dem Platz Verantwortung übernehmen kann. Auf der Bank ist es nicht sehr lustig. Ich denke, ich kann Aarau helfen, ob in der Verteidigung oder im Mittelfeld, spielt für mich keine Rolle.

Ihre Karriere ist ein wenig ins Stocken geraten. Nach GC, Thun, Basel, Köln und YB spielen Sie nun in Aarau. Warum hat YB den Vertrag mit Ihnen nicht verlängert? Das müssen sie die Verantwortlichen von YB fragen. Am Finanziellen lag es ganz sicher nicht. Aber das ist Vergangenheit, jetzt konzentriere ich mich auf Aarau. Ich habe einen Einjahresvertrag unterschrieben und will hier sicher nicht absteigen.

Warum dauerte es so lange, bis Sie Ende August endlich einen neuen Verein fanden? Es fanden Gespräche mit zahlreichen Vereinen in England, Italien, Spanien und der Türkei statt, auch St.Gallen war an mir interessiert. Zu einem Engagement aber kam es nicht. Deshalb bin ich in Aarau. Das ist gut so, ich bin Stammspieler, erhalte Spielpraxis und versuche, ein Teamleader zu sein. Ich möchte mein Leistungspotenzial endlich ausschöpfen und menschlich wie fussballerisch einen Schritt nach vorne machen.

Es hiess vor einigen Wochen, in Israel habe es Morddrohungen gegen Sie gegeben, weil Sie als Muslim bei Beitar Jerusalem im Gespräch waren. Davon habe ich nichts mitbekommen. Diese Geschichte wurde massiv aufgebauscht, so wild war das nicht.

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