Bei YB geht es heute um rund 25 Millionen

Qualifiziert sich YB für die Champions League, würde der Klub sehr hohe Bruttoeinnahmen ­generieren.

Adi Hütter und der grosse Traum der Champions League: Heute kann ein grosser Schritt gemacht werden.

Adi Hütter und der grosse Traum der Champions League: Heute kann ein grosser Schritt gemacht werden.

Fabian Ruch

Zum dritten Mal nehmen die Young Boys an den Playoffs zur Champions League teil. Erneut müssen sie das Hinspiel zu Hause bestreiten, was gemeinhin als Nachteil angesehen wurde. Gegen Tottenham scheiterte YB 2010 (3:2, 0:4), letztes Jahr bedeutete Gladbach Endstation (1:3, 1:6). Beide Heimspiele waren ausverkauft. Das wird heute gegen ZSKA Moskau (20.45 Uhr) kaum der Fall sein, erwartet werden rund 22 000 Besucher.

Die Europacup-Kampagnen für die Young Boys sind sportlich interessant – und finanziell lukrativ. Sie nehmen in dieser Saison mit Sicherheit zum fünften Mal innerhalb von sieben Jahren an einer europäischen Gruppenphase teil, nachdem sie 2010, 2012, 2014 und 2016 die Europa League erreichten. Im kleinen der zwei Wettbewerbe steht YB bereits ­sicher – was je nach Gegner und Abschneiden Bruttoeinnahmen von 6 bis 10 Millionen Franken garantiert. «Ein Teil davon aber fliesst wieder ab», sagt Sportchef Christoph Spycher. «Für Ausgaben und Prämien.»

Das Beispiel FC Basel 2016

Das gilt auch für die Champions League, die ungleich attraktiver ist – selbst wenn die wirtschaftlichen Kennzahlen in der Europa League auch Jahr für Jahr steigen. Der FC Basel etwa, als Meister erneut bereits in der Königsklasse, verbuchte im Geschäftsjahr 2016 rund 17 Millionen ­Franken Einnahmen aus der Champions League. Darin sind nur die Zahlungen des Europäischen Fussballverbandes enthalten, darunter knapp 13 Millionen Antrittsgage. Diese dürfte 2017 noch einmal höher sein. Und der FCB holte letztes Jahr nur gerade zwei Unentschieden in der Gruppenphase, die Punkteprämien betrugen also bloss etwas mehr als eine Million.

Nicht enthalten in den 17 Millionen sind zudem die Zuschauereinnahmen und die weiteren Er­träge, die in direktem Zusammenhang mit den Champions-League-Partien stehen. Drei aus­verkaufte Heimspiele im Stade de Suisse würden YB 4 bis 5 Mil­lionen Franken bescheren. Die Bruttoeinnahmen bei einer erfolgreichen Champions-League-Qualifikation also würden rund 25 Millionen betragen.

Schöne Jahresrechnung

Nachdem die Young Boys durch Spielerverkäufe (Florent Hadergjonaj, Yuya Kubo, Denis Zakaria, Yvon Mvogo, Michael Frey) in den letzten 12 Monaten bereits annähernd 25 Millionen verdient haben, würde sich die Jahresrechnung 2017 sehr erfreulich ­gestalten. Was ganz im Sinn der Besitzer und Investoren Andy und Hans-Ueli Rihs wäre, die bekanntlich zwischen 2010 und 2016 jährlich hohe Millionenverluste begleichen mussten.

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