Zum Hauptinhalt springen

Blatter will noch lange nicht weichen

Fifa-Präsident Sepp Blatter erklärt offiziell seine Kandidatur für eine weitere Amtszeit an der Spitze des Fussball-Weltverbandes.

«Bitte bleib unser Präsident»: Sepp Blatter lässt sich nicht zweimal bitten.
«Bitte bleib unser Präsident»: Sepp Blatter lässt sich nicht zweimal bitten.
Keystone

«Ich möchte der Fifa auch in einer fünften Amtszeit zur Verfügung stehen und dienen», sagte der 78-jährige Sepp Blatter am Freitag nach der Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees in Zürich. Blatter ist seit 1998 Fifa-Chef und möchte am 29. Mai 2015 für eine fünfte Amtsperiode wiedergewählt werden. Er würde sich freuen, wenn er gewählt würde, betonte der Walliser.

Nach dem Verzicht auf eine Kandidatur von Uefa-Präsident Michel Platini dürfte dies nur noch Formsache sein. Einziger Gegenkandidat ist aktuell der ehemalige stellvertretende Fifa-Generalsekretär Jérôme Champagne, dem aber kaum Chancen eingeräumt werden.

In den vergangenen Wochen hatte Blatter mehrmals seine Ambitionen geäussert. Ursprünglich hatte er 2011 angekündigt, dass die laufende definitiv seine letzte Amtszeit auf dem Fifa-Thron sein werde. Er sei aber von fünf der sechs Konföderation gebeten worden, für eine fünfte Amtszeit zu kandidieren. «Bitte bleib unser Präsident», hätten sie vor dem Kongress in São Paulo unmittelbar vor der WM in Brasilien zu ihm gesagt, erklärte Blatter am Freitag bei einer Pressekonferenz in Zürich.

Zudem sei seine Mission noch nicht beendet. «Wir sehen, dass wir noch nicht am Ende unserer Reform sind», betonte Blatter, der seit 1998 Fifa-Präsident ist und zuvor während 17 Jahren Generalsekretär war. Diese beiden Punkte würden ihn antreiben, sich am 29. Mai nächsten Jahres wieder zur Wahl zu stellen. «Wir sind nicht die Herren unseres Schicksals. Im Moment fühle ich mich gut. Wer weiss, was in ein paar Monaten ist», sagte Blatter. «Wenn ich mich wohlfühle, möchte ich dem Fussball aber weiter dienen.»

Untersuchungsbericht bleibt geheim

Der Untersuchungsbericht zu den Korruptionsvorwürfen bei den WM-Vergaben 2018/2022 soll nicht veröffentlicht werden. Kein Mitglied des Exekutivkomitees habe um eine Veröffentlichung gebeten, sagte Blatter.

Chefermittler Michael Garcia und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatten sich zuvor für die Veröffentlichung ausgesprochen. «Aus Sicht des DFB wünschen wir uns nichts mehr als eine zügige Aufklärung und Abwicklung, damit endlich die ganzen Spekulationen und Mutmassungen beendet werden», hatte der Chef des Deutschen Fussball-Bundes der FAZ gesagt. Er gehe fest davon aus, dass diese Entscheide über die Ethikkommission anschliessend öffentlich gemacht würden.

Eine Veröffentlichung ist ohne den Segen des Exekutivkomitees aber nicht möglich. Es müsste per Mehrheitsbeschluss die Änderung von Paragraf 36 der Fifa-Ethikregeln beschliessen, hatte jüngst Richter Joachim Eckert aus München als Vorsitzender der Fifa-Ethikkommission erklärt. Garcia hatte den 350-seitigen Bericht der Untersuchungskammer der Ethikkommission an die rechtsprechende Kammer übergeben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch