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Blatter will Penaltyschiessen abschaffen

Der Fifa-Präsident erwägt die Abschaffung des Penaltykrimis. Ein Gremium soll nun Alternativen entwickeln. Und: Die Fifa übernimmt zukünftig bei Länderspielen die Versicherung der Spieler.

Nur eine Idee, oder mehr? Sepp Blatter erwägt die Abschaffung des Penaltyschiessens.
Nur eine Idee, oder mehr? Sepp Blatter erwägt die Abschaffung des Penaltyschiessens.
Keystone

Beim 62. Fifa-Kongress in Budapest forderte Joseph S. Blatter ein Expertengremium auf, Alternativen zum Elfmeterschiessen zu entwickeln. «Fussball kann tragisch sein, wenn die Entscheidung im Elfmeterschiessen fällt. Die Mannschaftssportart verliert eine ihrer Kerneigenschaften, wenn die Entscheidung im Eins-gegen-Eins fällt», erklärte der Walliser.

Ausgearbeitet werden sollen die neuen Ideen von der «Fifa Taskforce Football 2014», die von Franz Beckenbauer geleitet wird. Weitere Mitglieder sind unter anderem Pelé, Gheorghe Hagi und Fernando Hierro. Zuletzt hatte sich das Gremium im Februar für eine Änderung der Bestrafung von Fouls im Strafraum eingesetzt und ein Ende der Dreifachbestrafung (Elfmeter, Rote Karte und Sperre) gefordert. Eine Verwarnung soll nun genügen.

Die Bekenntnis zu Reformen

Gestern wurde bekannt, dass vor der EM die umstrittene Torlinientechnologie in einem Länderspiel zwischen England und Belgien im Londoner Wembley-Stadion getestet wird. Die sogenannte Hawk-Eye-Technik wird am 2. Juni bei der Generalprobe der Engländer für die EM in Polen und der Ukraine zum zweiten Mal in einem offiziellen Spiel zum Einsatz kommen.

Zudem hat Blatter auf dem Kongress alle 208 Mitgliedsländer in die Pflicht genommen, Reformen anzuschieben. «Ich fordere Sie auf, Ihre Verantwortung wahrzunehmen, damit wir am Ende dieses Kongresses sagen können: Wir haben einen grossen Schritt nach vorne gemacht», sagte der 76-jährige Schweizer.

Nach den zahlreichen Korruptionsfällen der Vergangenheit will die Fifa überdies wieder Transparenz und Glaubwürdigkeit herstellen. «Es geht darum, dass wir unsere Probleme lösen. Das schaffen wir nur zusammen. Blicken wir nach vorne in eine schöne und bessere Zukunft», sagte Blatter in der ungarischen Hauptstadt.

Ein wichtiger Schritt

Die Fifa zahlt ab 1. September 75 Millionen Dollar Versicherungsprämien. Verletzt sich ein Profi in einem Länderspiel, zahlt die Versicherung bis zu 27'000 Dollar pro Tag und maximal bis zu 9,7 Millionen Dollar pro Jahr. Berücksichtigt wird bei den Leistungen nur das Grundgehalt des betroffenen Spielers. Für Europa hatte die Uefa bereits bei ihrem Kongress Ende März in Istanbul deutlich höhere Entschädigungszahlungen an Vereine beschlossen, wenn sich ein Spieler beim Nationalteam verletzt. Um die Versicherungen von für Nationalteams abgestellte Spieler hatte es in der Vergangenheit immer wieder Streit zwischen Klubs und Landesverbänden gegeben.

Leisten kann sich der Verband die Mehrausgaben. Die Reserven belaufen sich auf 1,29 Milliarden Dollar. Für 2011 gab die Fifa-Finanzkommission einen Jahresgewinn von 36 Millionen Dollar bekannt. Im WM-Jahr davor waren es noch 219 Millionen Dollar gewesen. Die Einnahmen, grösstenteils aus der Kommerzialisierung der Marketingrechte für die WM 2014 in Brasilien, betrugen 2011 1,07 Milliarden Dollar, die Ausgaben 1,034 Milliarden. Das Budget wurde von 99 Prozent der Delegierten abgesegnet.

«Vielen Dank, das ist ein historischer Tag», erklärte Blatter zum Schluss.

si/fal

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