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Bundesliga bei Disney statt Premiere?

Der Vorstand der DFL (Deutsche Fussball Liga) tagt zur Zeit über die Vergabe der Fernsehrechte für die nächsten Spielzeiten. Der TV-Sender Premiere bangt um die weiteren Übertragungsrechte.

Lange hat man in der deutschen Bundesliga davon geträumt, dass man bei jedem neuen TV-Vertrag auf wundersame Weise das Geld vermehren kann. Die Vorzeichen haben sich wegen der Finanzkrise nun deutlich verändert. Bei der Vergabe der Fernsehrechte ab 2009 bis 2012 oder 2013 geht es noch um die Wahrung des Besitzstandes. Eine Steigerung der Einnahmen scheint ausgeschlossen. Experten rechnen damit, dass die Liga ab der kommenden Saison auf knapp 40 Millionen Euro verzichten muss. Somit könnten jährlich nur noch 370 Millionen an die Klubs verteilt werden. Aus dem Umfeld der Vereine heisst es: «Wir wären froh, wenn vorne eine Vier steht.»

Entscheid soll schnell getroffen werden

Am Freitag sollen die Profiklubs bei der Mitgliederversammlung über die Beratungen informiert werden. Dabei bahnt sich eine grosse Überraschung an: der Pay-TV-Sender Premiere, der über Teleclub auch in der Schweiz empfangbar ist, könnte die Live-Rechte laut dem Hamburger «Abendblatt» an den Disney-Kanal ESPN verlieren. Beim bisherigen Hauptzahler mit 205 Millionen Euro fällt sicher die wirtschaftlich schwierige Gesamtsituation mit 341 Millionen Euro Bankschulden ins Gewicht. Der Sender kämpft gegen rote Zahlen und verhandelt mit zwei Bankkonsortien. Premiere Chef Mark Williams bezeichnet den Stand der Gespräche mit den Gläubigern als «konstruktiv». Somit ist es möglich, dass der Sender sein Angebot noch einmal nachbessert. Sollte aber ESPN zum Zuge kommen, ist es denkbar, dass die Spiele weiterhin auf Premiere ausgestrahlt werden.

Insgesamt 19 Angebote liegen für die 37 von der Deutschen Fussball Liga ausgeschriebenen Rechtepakete vor. Erstmals vergibt die DFL getrennte Pakete für Kabel, Satellit, Internet und Mobile. Es scheint möglich, dass Premiere-Grossaktionär News Corp von Rupert Murdoch neben dem Bezahlfernsehen auch ein Auge auf das frei empfangbare Fernsehen geworfen haben könnte, womit er der ARD Konkurrenz machen würde.

Gut dotierter Vertrag musste aufgelöst werden

Der ursprünglich von der Liga mit Medienunternehmer Leo Kirch geschlossene Sechsjahresvertrag — gültig bis und mit der Saison 2009/2010 —, der pro Spielzeit 500 Millionen garantiert hätte, musste auf Druck des Bundeskartellamtes aufgelöst werden. Durch die erzwungene Erstausstrahlung am Samstag vor 20 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen war die erwartete Exklusivität nicht mehr gewährleistet.

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