Chelsea-Goalie sorgt im Final für absoluten Eklat

Der Coach will vor dem drohenden Penaltyschiessen im Ligacup gegen Manchester City Torhüter Kepa auswechseln. Doch der weigert sich und wird dafür bestraft.

Will den Rasen partout nicht verlassen: Chelsea-Torhüter Kepa hört weder auf Trainer Sarri noch auf Mitspieler – und verliert dann das Penaltyschiessen. (Video: Twitter/Sky Sports)

Das Endspiel im englischen Ligacup zwischen Chelsea und Manchester City versprach im Vorfeld viel Spannung. Schliesslich trafen zwei Topmannschaften der Premier League aufeinander. Richtig prickelnd wurde es im Londoner Wembley aber erst nach der regulären Spielzeit und kurz vor Ablauf der Verlängerung. Bis zu jenem Moment, der den weiteren Verlauf der Partie wesentlich prägte, waren keine Tore gefallen.

Nach 117 Minuten bahnt sich die Entscheidung im Penaltyschiessen an. Chelsea-Coach Maurizio Sarri hat erst drei Wechsel vollzogen. Der Italiener lässt Ersatzgoalie Willy Caballero sich für eine Einwechslung bereit machen. Denn Torhüter Kepa muss in der 118. Minute behandelt werden, er hat offenbar Krampferscheinungen. Der Spanier hatte bereits in der 111. Minute nach einem Angriff der Citizens gepflegt werden müssen. Es liegt auf der Hand, dass Sarri vor dem Elfmeterschiessen kein Risiko eingehen will.

In der 120. Minute ordnet Sarri den Wechsel der beiden Keeper an. Doch Kepa weigert sich, das Feld zu verlassen. Der 24-Jährige pfeift auf die Weisung seines Trainers und bleibt im Spiel. Er deutet mit Gesten in Richtung Ersatzbank an, dass er das Penaltyschiessen bestreiten will. Teamkollege David Luiz eilt zu ihm hin und redet auf Kepa ein, doch der will auch nicht auf den Brasilianer hören. An der Seitenlinie kocht Sarri, der 60-Jährige ist ausser sich. Einerseits, weil Kepa seine Autorität untergräbt, und andererseits, da der Schiedsrichter nicht weiter warten will. Fünf Minuten lässt der Unparteiische nachspielen, ehe er zum Elfmeterschiessen pfeift – in dem steht Kepa zwischen den Pfosten und nicht Caballero.

Der grosse Buhmann statt Held

Der Druck auf Kepa ist schon nach dem ersten Schützen enorm, da City-Goalie Ederson den unplatzierten Versuch von Jorginho pariert. Gündogan verwertet hingegen, der Deutsche trifft unten links für Manchester. Azpilicueta gleicht zum 1:1 aus, indem er den Ball oben rechts in den Winkel zirkelt. Beim zweiten Versuch der Citizens ahnt Kepa zwar die Ecke und ist dran, der Ball rutscht aber über die Torlinie, worüber sich Agüero freut. Auch Ederson kann Emerson beinahe am Treffer hindern, muss dann aber doch das 2:2 hinnehmen.

Die Dramatik spitzt sich weiter zu, denn Sané scheitert mit seinem Versuch an Kepa. Doch Luiz gibt mit einem Pfostenschuss den Vorteil für Chelsea wieder her. Bernando verwandelt eiskalt in die Mitte zum 3:2 für City und Hazard gleicht per Lob umgehend wieder aus. Sterling hat dann die Entscheidung auf dem Fuss und führt sie mit Hilfe der Latte herbei. ManCity gewinnt den Ligacup 4:3 nach Elfmeterschiessen – und wer aus Sicht der Blues der grosse Buhmann ist, liegt auf der Hand.

Im Netz wird auch über Kepas wilde Geste während des Penaltyschiessens gelacht:

Wenig Offensivaktionen

Kepa gab mit seiner Aktion nach drei Niederlagen in vier Meisterschaftsspielen – darunter ein 0:6 gegen Manchester City – den ohnehin schon angeschossenen Trainer der Lächerlichkeit preis. «Die Autorität von Sarri wurde in aller Öffentlichkeit untergraben», schrieb der Chronist von BBC.

Die beiden Mannschaften hatten den Zuschauern bis zur Verlängerung eine zähe Partie geboten. Die erste Halbzeit verlief langatmig und nur mit einer heissen Szene, als City-Verteidiger Nicolas Otamendi kurz vor der Pause beinahe ein Eigentor produzierte. Auch nach dem Seitenwechsel kamen beide Teams nicht zu wirklich gefährlichen Torchancen. In der 56. Minute zappelte der Ball zwar hinter Kepa im Netz, doch Sergio Agüero stand bei Otamendis Abschluss im Abseits, wie der Videoschiedsrichter zeigte. Weil auch in der Verlängerung nicht zwingend genug nach vorne gespielt wurde, gab es erste Pfiffe von den Rängen.

ddu

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