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Dämpfer für YB

Die Young Boys finden in Luzern sehr gut ins Spiel – und verlieren 1:4. Nach dem frühen Führungstor durch Yoric Ravet fallen die Berner komplett auseinander und enttäuschen.

Dabei hat doch alles so gut angefangen. Bereits in der zwölften Minute brachte Ravet YB in Führung.
Dabei hat doch alles so gut angefangen. Bereits in der zwölften Minute brachte Ravet YB in Führung.
Keystone
Dann folgte YBs totaler Aussetzer.
Dann folgte YBs totaler Aussetzer.
Keystone
Guillaume Hoarau trat kaum einmal in Erscheinung.
Guillaume Hoarau trat kaum einmal in Erscheinung.
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Es soll ja noch YB-Fans geben, die in dieser Saison vom Meistertitel träumen. Diese Verwegenen erhielten einen herben Dämpfer. Während sich der FC Basel am Samstag in Thun zum 2:0-Sieg duselte, patzten die Young Boys am Sonntag im Verfolgerduell in Luzern und gingen gleich 1:4 unter. Die Höhe des Resultats liess nicht viele Fragen offen. «Wir haben uns blamiert», gab Adi Hütter zu Protokoll, und der Trainer liess ein Kompliment an die gegnerische Mannschaft folgen: «Luzern war klar die bessere ­Mannschaft.»

Wenn das Resultat steht und nicht mehr zu korrigieren ist, dann interessiert nicht mehr gross, dass YB ausgezeichnet in die Partie gestartet ist. Zwanzig Minuten hatten die Berner das Geschehen auf dem Rasen voll im Griff. Der Ball lief im Mittelfeld gut, YB kam in den Startminuten zu gefährlichen Aktionen und in der 12. Minute zur frühen Führung. Eine lange Flanke von Jan Lecjaks fand den Weg zu Guillaume Hoarau. Dieser leitete per Kopf perfekt weiter, und Yoric Ravet vollstreckte zum 1:0.

Yoric Ravet schiesst ein zum 0:1 für YB. Video: SRF

Tore schiessen einmal anders: Für den 14-fachen Meisterschaftstorschützen Hoarau war es der erste Assist, für den Vorlagengeber (13 Assists) Ravet erst das dritte Tor.

Drei Tore in acht Minuten

Die Luzerner fanden nur schleppend ins Spiel, gefährlich waren sie zu Beginn nur mit stehenden Bällen. Doch in der 24. Minute ereignete sich etwas, das YB-Trainer Hütter später als taktischen Fehler seiner Equipe bezeichnen sollte. Luzern-Torhüter David Zibung schlug das Leder weit nach vorne, Marco Schneuwly verlängerte zu João Oliveira, der zum 1:1 einschoss.

Luzerns Oliveira mit einem Hammerschuss zum 1:1. Video: SRF

Mit zwei Ballberührungen war die gesamte YB-Verteidigung ausgehebelt, doch es kam noch schlimmer. Die Berner standen jetzt komplett neben den Stiefeln. Acht Minuten später führte Luzern 3:1.

YB stand zu weit von den Gegenspielern entfernt, YB verlor viele Zweikämpfe, YB liess den Gegner gewähren. Die Mannschaft fiel auseinander. Ohne Vorankündigung – aus dem Nichts. Wie dies geschehen konnte, blieb das ungelöste Rätsel. Captain Steve von Bergen sagte: «Vielleicht fühlten wir uns nach dem 1:0 zu sicher. Zwischen sehr gut und sehr, sehr schlecht lagen nur wenige Minuten.» Hütter hingegen wollte auf die Gründe nicht weiter eingehen. «Wir werden unsere Schlüsse ziehen», sagte er einsilbig.

Vielleicht war YB einfach wieder einmal fällig. 13 Spiele hintereinander hatten die Berner seit dem 1:4 auswärts gegen GC am 28. August 2016 nicht mehr ver­loren (8 Siege, 5 Unentschieden). Sie hinterliessen in den letzten Monaten einen gefestigten Eindruck. Auch deshalb war der sonntägliche Auftritt derart rätselhaft. Geradezu enttäuschend war, dass YB auf den Rückstand kaum reagieren konnte. «Unser Plan war es, zurück ins Spiel zu finden», sagte von Bergen. «Aber es gelang uns nicht.»

Bereits vor der Pause wurde Michael Frey als zweiter Stürmer eingewechselt, Torchancen waren aber bis zum Spielende nur wenige zu notieren. Insgesamt brachten die Young Boys nur gerade zwei Schüsse auf das Luzerner Tor. In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel dahin, bis Denis Zakaria im Strafraum Luzerns Cedric Itten fällte. Den Penalty verwandelte Markus Neumayr zum 4:1.

Luzern erhält einen Penalty, nachdem Zakaria Iten gefoult hat. Video: SRF

Natürlich waren es nach dem Spiel die Luzerner, die lieber Auskunft zur Partie gaben. Marco Schneuwly zum Beispiel, der mit zwei Torvorlagen für einmal als Vorbereiter glänzte: «Ich hätte gerne auch ein Tor erzielt», sagte er schmunzelnd, «aber so ist es auch okay.»

Nun, nach der Niederlage muss YB nochmals einen Blick in den Rückspiegel werfen. Luzern liegt nur noch fünf Punkte hinter den zweitplatzierten Bernern. Träumt man in der Innerschweiz nun etwa von Platz zwei, vom Erreichen der Qualifikationsphase der Champions League? Luzern-Trainer Markus Babbel fand die treffende Antwort: «Die Fans dürfen träumen. Wir als Team wollen einfach nur in jedem Spiel unsere bestmögliche Leistung abrufen.»

Am Sonntag ist dies dem FC Luzern vorzüglich gelungen. Und YB stand dabei über weite Strecken lediglich Spalier.

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