Das klingt nach Zoff

Fifa-Präsident Infantino kommt erneut mit seinem 25-Milliarden-Projekt. Die Uefa ist genervt.

Will 25 Milliarden Dollar für die Fifa – und vielleicht auch für seine Wiederwahl: Gianni Infantino, Präsident des Fussball-Weltverbandes.

Will 25 Milliarden Dollar für die Fifa – und vielleicht auch für seine Wiederwahl: Gianni Infantino, Präsident des Fussball-Weltverbandes.

(Bild: Reuters)

Ueli Kägi@ukaegi

Im Frühling ist Gianni Infantino bei seinen Kollegen im Fifa-Council aufgelaufen. Der Fifa-Präsident wollte zwei Wettbewerbe, die es noch gar nicht gibt, an Investoren verkaufen. 25 Milliarden Dollar waren offeriert für die Rechte an einer neuen Club-WM mit 24 Teams. Und einer globalen Nations League mit Nationalmannschaften.

In dieser Woche nun tagt der 37-köpfige Fifa-Council erneut. Dieses Mal im Convention Center von Kigali, Ruanda. Die Sitzung beginnt am Freitagmorgen. Und mit Traktandum 4 lanciert der Walliser seinen nächsten Angriff auf die 25 Milliarden Dollar: «Zukunft der Wettbewerbe», heisst es da. Und als Punkte 4.1. und 4.2. sind aufgelistet: die Club-WM sowie die Nations League.

Im März sind nicht nur die neun Uefa-Vertreter im Council Sturm gelaufen gegen Infantinos Pläne, sondern auch viele Vertreter anderer Kontinentalverbände. Ihnen gefiel nicht, dass Infantino die Investoren geheimhielt. Und vor allem die Europäer haben ein Problem mit den geplanten Wettbewerben. Sie stünden in direkter Konkurrenz zur hoch lukrativen Champions League. Und auch zur europäischen Nations League, die erst gerade angelaufen ist und ebenfalls die Konten der Uefa äufnet.

25 Milliarden auch für die Wiederwahl

Gerüchten zufolge stammen Infantinos Investoren aus Asien, aus den USA, den Emiraten und Saudiarabien – was politisch noch heikler ist nach den jüngsten Ereignissen. Vertreten werden die Investoren gemäss Recherchen der «New York Times» durch den japanischen Mischkonzern Softbank, einen Giganten mit fast 70 Milliarden Euro Umsatz jährlich.

Laut der «Times» wollen die neun Uefa-Vertreter in Kigali erneut aufbegehren gegen Infantinos Pläne, offenbar drohen sie auch damit, den Saal unter Protest zu verlassen. Für Infantino hingegen geht es nicht nur um die Einführung neuer Wettbewerbe, sondern auch um die Wiederwahl im nächsten Jahr. Die ist einfacher zu schaffen, wenn er die Verbände aus ärmeren Regionen dank den 25 Milliarden Dollar mit ein paar zusätzlichen Millionen glücklich machen kann. Mit der Uefa hat er es sich ohnehin längst verscherzt.

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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