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Das Zittern bei Thun II geht weiter

Thun II hat gegen das Spitzenteam Lancy 2:4 verloren. Zwei Penaltytore brachten die Thuner aus dem Konzept. Der Abstiegskampf geht weiter.

Zeigte eine starke Leistung bei seinem Comeback: Kevin Bigler.
Zeigte eine starke Leistung bei seinem Comeback: Kevin Bigler.
Patric Spahni

«Es wäre mehr möglich gewesen.» Dies der allgemeine Tenor der Thuner nach der 2:4-Niederlage gegen Lancy. In der Tat war diese Niederlage nicht zwingend, weil den Thunern ein Auftakt nach Mass gelang. Und auch weil sie mit den spielstarken Genfern über weite Strecken dieser animierten Partie gut mithalten konnten. Insbesondere in Halbzeit eins war nicht zu erkennen, welche Mannschaft gegen den Abstieg kämpft und welche sich noch Chancen auf die Aufstiegsrunde ausrechnet.

Erstmals seit seiner achtzehnmonatigen Leidensgeschichte spielte Kevin Bigler einen Ernstkampf. Der von ständigen Rückenproblemen geplagte Bigler konnte schmerzfrei spielen. Während 45 Minuten zeigte er im zentralen Mittelfeld eine starke Leistung. Technisch auf der Höhe, den Spielfluss bestimmend und das Auge für den besser postierten Mitspieler.

So auch in der 4. Minute. Mit einem «Traumpass» in die Tiefe lancierte er den schnellen Omer Dzonlagic, der den Abwehrspielern von Lancy enteilte und sich die Chance allein vor Torhüter Frédéric Dénervaud nicht entgehen liess. Fünf Minuten später praktisch der gleiche Spielzug: Wieder tauchte der lauffreudige Dzonlagic vor Dénervaud auf. Doch diesmal schnappte der Gästegoalie dem Thuner den Ball vom Fuss.

Zwei Elfmeter für die Wende

Bis zur 17. Minute hatten die Thuner den Gegner im Griff. Lancy versuchte bis dahin, mit Weitschüssen zum Erfolg zu kommen. Doch mit solchen war der Thuner Schlussmann Felix Hornung nicht zu bezwingen. Dann änderte sich dieser Match schlagartig. Colin Trachsel musste seinen Gegenspieler laufen lassen. Erst innerhalb des Strafraumes konnte er ihn bremsen, allerdings nur mittels Foulspiel. Muhamed Haliti traf vom Elfmeterpunkt zum 1:1.

Zehn Minuten später kam es noch schlimmer für Thun II. Noah Uche kam nach einem Rempler im Strafraum zu Fall. Unglücklich fiel er dabei auf den Ball und berührte diesen mit dem Arm. Erneut ein Penaltypfiff. Und wieder traf Haliti. Schliesslich fingen sich die Oberländer nach diesem Schock wieder. Dzonlagic verfehlte mit einem Schlenzer das Tor nur knapp (35.). Bigler riskierte fünf Minuten später aus 20 Metern einen Schuss. Der Ball senkte sich hinter Torhüter Dénervaud, aber statt im Tor landete der Ball auf dem Netzdach.

Und praktisch mit dem Halbzeitpfiff vergab Amar Avdukic eine weitere Torchance. Dann war der erste Arbeitstag nach eineinhalb Jahren für Bigler zu Ende. Die Auswechslung von Bigler hinterliess Spuren. Vorbei war es mit der Ordnung im Mittelfeld.

Bigler fehlte nach der Pause

Lancy wurde nun deutlich stärker, diktierte das Spielgeschehen, setzte die Thuner Abwehr unter Druck, und so war der dritte Gegentreffer die logische Folge. Trainer Fritz Binggeli musste in diesem Match auf verschiedene Spieler verzichten: Elia Alessandrini, Dominik Schwizer und Miguel Rodrigues können reglementsgemäss in den letzten vier Spielen nicht mehr eingesetzt werden.

«Am meisten Kummer bereitet mir der krankheitshalber abwesende Matthias Collard», so der Trainer. Collard, eine Art defensive Lebensversicherung und ein Abräumer im Mittelfeld erster Güte, fehlte sichtbar. Und so dauerte es bis zur 81. Minute, ehe die Thuner ein Lebenszeichen von sich gaben. Eine Freistossflanke von Dzonlagic wurde von Dominik von Känel wunderschön mit dem Kopf ins Tor verlängert.

Nun folgte ein pausenloser Sturmlauf Richtung Tor von Lancy. In der 89. Minute schien der Ausgleich perfekt. Fabian Gerber hämmerte den Ball aus grosser Distanz ins Lattenkreuz, so sahen es die Zuschauer von der Tribüne aus. Leider lagen sie falsch, denn der Schuss landete im Aussennetz. Mittels Konter gelang Lancy in der langen Nachspielzeit der vierte Treffer. Statt 3:3 hiess es 2:4. «Im harten Abstiegskampf gibt es für uns nur ein Ziel: Wir wollen mit einer Reserve von mindestens vier Punkten das allerletzte Spiel in Portalban bestreiten», sagte Coach Binggeli.

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