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De Jong: Rüpel oder Opfer einer Hetzjagd?

Seit seinem Kung-Fu-Tritt im WM-Final gilt Nigel de Jong als Bösewicht des Weltfussballs. Olympique Marseille will den Holländer nun gar wegen eines Fouls verklagen.

3. Oktober 2010: De Jong säbelt Ben Arfa um.
3. Oktober 2010: De Jong säbelt Ben Arfa um.
Keystone

Hatem Ben Arfa, der von Marseille an Newcastle ausgeliehen ist, erlitt Anfang Monat im Spiel gegen Manchester City einen doppelten Beinbruch. Der Verletzung ging ein rustikales Tackling De Jongs voraus. Marseilles Präsident Jean-Claude Dassier kündigt deswegen eine Klage gegen De Jong an. «Man muss Europas Fussballplätze von Spielern dieser Art reinigen», sagt Dassier.

De Jong war wegen des Fouls bereits von Hollands Nationaltrainer Bert van Marwijk aus dem Kader für die EM-Qualifikation gestrichen worden. Ein Schritt, den Arsenals Coach Arsène Wenger ausdrücklich lobte. «Ich begrüsse es, dass Holland auf ihn verzichtet hat. Dass De Jong noch nicht nachträglich bestraft wurde, ist unglaublich. Wir müssen gegen die Gewalt ankämpfen», so der Elsässer.

Man macht es sich aber wohl zu einfach, wenn man Nigel de Jong zum Monster auf dem Fussballplatz hochstilisiert. Besonders Van Marwijks Rolle ist fragwürdig. Nach dem weit brutaleren Tritt seines Spielers gegen den Spanier Xabi Alonso im WM-Final reagierte er nämlich noch nicht. Zudem war De Jong damals nur ein Teil einer überaus aggressiv eingestellten holländischen Equipe.

«Harte Tacklings gehören zum Fussball»

Ryan Shawcross, Verteidiger beim Premier-League-Klub Stoke City, verteidigt De Jong dagegen: «Ein defensiver Mittelfeldspieler hat nun einmal die Aufgabe, harte Tacklings zu machen, das ist ein Teil des Fussballs. Manchmal führt dies logischerweise zu Verletzungen.» Bayern-Profi Mark van Bommel stärkt seinem Nationalmannschaftskollegen ebenfalls den Rücken: «Nigel ist ein ehrlicher Mensch, und er will niemanden verletzen.»

In der englischen Presse wird derweil die Frage diskutiert, ob sich De Jong bei Ben Arfa entschuldigt hat. Der Übeltäter selbst behauptet, er hätte sein Opfer im Krankenhaus besuchen wollen, sei aber brüsk zurückgewiesen worden. Ben Arfas Agent Simon Stainrod widerspricht im «Daily Star »vehement: «De Jong hatte keinerlei Kontakt mit Hatem.»

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