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Der Löw war los

Das Lied von Grönemeyer und ein SMS von Siegenthaler.

Luca hat schlechte Laune, das spürt Bruno. «Was ist los?» fragt er besorgt. – «Ein schöner Traum ist geplatzt.» – «Du hast aber nicht Probleme mit … ?» – «Nein, nein, ich habe aufgegeben, ich mag nicht mehr.» Bruno, immer noch im Glauben, es seien private Sorgen, versucht feinfühlig nachzufragen, aber Luca lässt ihn nicht mehr zu Wort kommen. «Mit New York wird das nichts.» Und er erzählt vom Sonntag, vom Silvesterlauf. Es hätte ein Test sein sollen für seinen ersten Marathon im nächsten Jahr, in der Kategorie Vater/Kind, eine Runde lediglich, aber nach nur 600 Metern, beim leichten Anstieg zum Rennweg, blieb er stehen, Nicola, seine jüngste Tochter, versuchte ihn verzweifelt weiterzuziehen, sie rief «Papi, chumm! chumm!», er aber, mit fürchterlichen Beinkrämpfen und Seitenstechen, keuchte nur noch: «Ich kann nicht mehr, ich bin nicht zum Laufen geboren».

Bruno ist nicht überrascht, er weiss, dass sein Freund als vielbeschäftigter Architekt, der ständig durch die Welt jettet, gar nicht die Zeit für ein seriöses Training findet. Er will ihn ablenken, redet von Herbert Grönemeyer, den er am Sonntagabend am TV gesehen hat. «Der Löw» war der Titel aus seinem neuen Album, es ist mit viel Pathos ein euphorischer Song eines Fans, der Grönemeyer ist, nach dem 7:1 der Deutschen gegen Brasilien an der WM.

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