Der schmale Grat unter Petkovic

Seit 2014 hat die Schweiz kein Qualifikationsspiel gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner mehr verloren. In Georgien verrät Vladimir Petkovic sein Rezept.

Die Medienkonferenz der Schweizer Nationalmannschaft vor dem Duell mit Georgien. Video: Eva Tedesco.

Zum dritten Mal startet das Schweizer Nationalteam unter Vladimir Petkovic in eine Qualifikation für ein grosses Turnier. In Georgien will es den Grundstein legen, um sich nach 2016 und 2018 für eine Endrunde zu qualifizieren. Gegen die Weltnummer 91 sollen nun die ersten drei Punkte in der neuen Kampagne her. Alles andere wäre eine Enttäuschung. Zumal die Zahlen der Schweizer unter dem Tessiner eindrücklich sind.

Das Nationalteam hat seit nunmehr über vier Jahren kein Spiel gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner mehr verloren. Die letzte Niederlage erlitt sie im Herbst 2014 in Slowenien (0:1). Es war das zweite Pflichtspiel unter Petkovic und die zweite Pleite in Folge. Aber es war auch die letzte. Seither hat sein Team 18 von 20 Qualifikationsspielen gewonnen, wenn man die Duelle gegen die «Grossen« wie England, Portugal und Belgien nicht mitrechnet. Und einmal gab es ein Remis: gegen Nordirland in der Barrage zur WM in Russland.

Gute Arbeit, gesunde Spieler, viel Wille

Ob er ein Rezept habe, wurde Petkovic in Tiflis gefragt. «Ja, habe ich», antwortet der Schweizer Selektionär auch sofort «gute Arbeit, gesunde Spieler, viel Wille und das über 90 Minuten auf dem Platz zeigen. Wir waren in den meisten Spielen gegen vermeintlich schwächeren Gegner stets konzentriert. Wir waren selbstbewusst, aber nie arrogant.» Ein schmaler Grat, der bisher offensichtlich funktionierte. Auch am Samstag gegen Georgien zählt für die Mannschaft nichts anderes als ein Sieg. Allerdings erwartet die Schweizer einen Gegner, über den sie im Vorfeld nicht viel wusste.


Video: Der komplizierte Qualifikations-Modus einfach erklärt

Wie sich auch kleine Nationen für die EM qualifizieren können. Video: Marcel Rohner.


«Wir konnten uns diese Woche gut vorbereiten und haben vom Trainer und Staff auch schon ein paar Dinge mit auf den Weg bekommen», sagt Goalie Yann Sommer. «Dinge, auf die wir Acht geben müssen, haben wir sehr genau angeschaut und werden am Abend vor dem Spiel noch eine sehr detaillierte Videoanalyse haben, damit wir alles über den Gegner wissen, wenn wir am Samstag auf den Platz gehen.»

Details entscheiden und gehören dazu

Die Spieler werden über jedes Detail des Gegners informiert. Stärken und Schwächen der Mannschaft, aber auch ihrer direkten Konkurrenten auf dem Platz. Über Laufwege, stehende Bälle und so weiter. Petkovic und seine Assistenten überlassen nichts dem Zufall. Die Spieler können sich zudem noch auf ihren eigenen mobilen Geräten wie Natel oder Tablet zusätzliche Informationen schicken lassen. Sie erhalten auch wenige Minuten nach dem Schlusspfiff Informationen und Leistungsdaten zu ihrem eigenen Auftritt.

«Wir erwarten ein gutes Team, mit guten Einzelspielern», sagt Stephan Lichtsteiner. «Und eine Mannschaft, die Zuhause guten Fussball spielt und gefährlich ist. Wir sind auf jeden Fall gewarnt.» Der Captain betont, wie wichtig ein guter Start für die weiteren Spiele in der Kampagne ist - ganz nach dem Gusto des Trainers: selbstbewusst, aber nicht arrogant.

Allerdings: In einer EM-Qualifikation, in der sich am Ende 24 von 55 Mannschaften für die Endrunde direkt qualifizieren, reicht auch Rang 2 in der Gruppe. Damit hat sich das Nationalteam aber schon lange nicht mehr zufrieden gegeben.

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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