Der schwierige System-Spagat

Sportredaktor Fabian Ruch zur YB-Pleite in Valencia.

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Die Young Boys sind in der Champions League bereits nach vier Spieltagen ausgeschieden. Weil Manchester United am Mittwoch 2:1 bei Juventus gewann, können sie höchstens noch Rang 3 und damit die Europa-League-Sechzehntelfinals erreichen.

Auch in Valencia agierte ein teilweise grobes YB defensiv ungenügend. Der Meister erhält in dieser Saison zu viele Gegentore, das gilt für Königsklasse, Super League und Schweizer Cup. Und das hat nicht nur mit fehlender Qualität zu tun, sondern ist auch eine Frage des Systems.

Die Wahl der taktischen Ausrichtung ist für Trainer Gerardo Seoane ein schwieriger Spagat. Sind die Young Boys wie meistens im 4-4-2 aufgestellt, sind sie forsch und frech unterwegs und erspielen sich viele Chancen. So war das auch am Mittwoch – zumindest vor der Pause.

Gleichzeitig sind die Young Boys in dieser Formation nicht besonders kompakt, die Räume zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen sind oft zu gross, am Ende kollabiert die Abwehr.

Man könnte es nun naiv nennen, wenn YB in einem Champions-League-Auswärtsspiel derart offensiv agiert wie am Mittwoch. Aber man darf es auch mutig finden. Denn hätte sich Seoane für ein vorsichtiges 4-2-3-1 entschieden, wäre zwar die Defensive durch einen zentralen Mittelfeldspieler entlastet worden – aber Guillaume Hoarau im Sturm vielleicht auf sich alleine gestellt gewesen.

Möglicherweise wäre eine Dreierkette in der Verteidigung in Partien gegen starke Gegner eine interessante Variante für YB, weil damit das Zentrum besser geschützt ist.

Unbestritten ist, dass sich die Young Boys derart grobe Abwehrfehler wie auch am Mittwoch wieder unabhängig vom System nicht leisten dürfen. Sie haben in Valencia eine Chance verpasst, gegen einen schwer kriselnden und wenig überzeugenden Gegner, der übrigens vor ein paar Tagen zu Hause gegen das kleine Girona verlor, ein Ausrufezeichen zu setzen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.11.2018, 06:17 Uhr

Fabian Ruch, Sportredaktor. (Bild: Raphael Moser)

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