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Deswegen wird die Bundesliga-Rückrunde so spannend

Die Tabelle verspricht ein enges Meisterrennen. Auch, weil die Clubs auf Nebenschauplätzen zu kämpfen haben.

Nils Hänggi
Wenn es nach den Bundesliga-Spielern geht, wird RB Leipzig den Meistertitel holen. Auch eine Mehrheit der Verantwortlichen glauben daran. Der Club liegt mit 37 Punkten auf Rang 1 der Tabelle.
Wenn es nach den Bundesliga-Spielern geht, wird RB Leipzig den Meistertitel holen. Auch eine Mehrheit der Verantwortlichen glauben daran. Der Club liegt mit 37 Punkten auf Rang 1 der Tabelle.
KEYSTONE/DPA/Jan Woitas
So spielen bei Gladbach die Schweizer Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Breel Embolo. Die Borussen liegen derzeit auf Rang 2 mit 35 Punkten.
So spielen bei Gladbach die Schweizer Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Breel Embolo. Die Borussen liegen derzeit auf Rang 2 mit 35 Punkten.
KEYSTONE/DPA/Federico Gambarini
Die letzten sieben Jahre wurden stets die Bayern Meister. Ändert sich das dieses Jahr? Schliesslich liegen sie vier Punkte hinter den Ostdeutschen aus Leipzig auf Rang 3. Sie müssen eine Aufholjagd starten.
Die letzten sieben Jahre wurden stets die Bayern Meister. Ändert sich das dieses Jahr? Schliesslich liegen sie vier Punkte hinter den Ostdeutschen aus Leipzig auf Rang 3. Sie müssen eine Aufholjagd starten.
KEYSTONE/DPA/Matthias Balk
Trainer Hansi Flick ist der Meinung, dass der Kader zu klein ist. Hasan Salihamidzic glaubt, dass der Kader ausreicht. Man wird beobachten müssen, wer richtig liegt. Tatsache ist: Bleiben Erfolge aus, dürfte insbesondere Sportchef Salihamidzic an sein winterliches Zögern erinnert werden.
Trainer Hansi Flick ist der Meinung, dass der Kader zu klein ist. Hasan Salihamidzic glaubt, dass der Kader ausreicht. Man wird beobachten müssen, wer richtig liegt. Tatsache ist: Bleiben Erfolge aus, dürfte insbesondere Sportchef Salihamidzic an sein winterliches Zögern erinnert werden.
KEYSTONE/DPA/Marius Becker
Vor der Saison sagten die Dortmunder Borussen, dass der Meistertitel das Saisonziel sei. Um dieses Ziel noch zu erreichen, muss sich der BVB steigern. Derzeit liegen sie mit 30 Punkten auf Rang 4.
Vor der Saison sagten die Dortmunder Borussen, dass der Meistertitel das Saisonziel sei. Um dieses Ziel noch zu erreichen, muss sich der BVB steigern. Derzeit liegen sie mit 30 Punkten auf Rang 4.
om Weller/dpa via AP
Unmöglich ist eine Aufholjagd jedoch nicht. Dass diese gelingt, braucht der Club jedoch Ruhe. Ruhe, die der Club in der Winterpause nicht hatte. So postete Jadon Sancho etwa ein Protz-Video aus seinem Urlaub in Dubai.
Unmöglich ist eine Aufholjagd jedoch nicht. Dass diese gelingt, braucht der Club jedoch Ruhe. Ruhe, die der Club in der Winterpause nicht hatte. So postete Jadon Sancho etwa ein Protz-Video aus seinem Urlaub in Dubai.
KEYSTONE/DPA/Tom Weller
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Einmal schlafen noch, dann geht es wieder los. Am Freitag startet die Fussball-Bundesliga mit der Partie Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach (ab 20.30 Uhr im Ticker) in die Rückrunde. Und die Bundesliga-Tabelle verspricht eine Menge Spannung. Das Meisterrennen ist offen wie selten zuvor.

Die Ränge 1 bis 5 trennen lediglich sieben Punkte. Leipzig führt die Bundesliga zwei Punkte vor Gladbach an. Bayern liegt mit vier Punkten Rückstand auf Rang 3, es folgen mit sieben Punkten Rückstand die beiden Ruhrpott-Vereine Dortmund und Schalke. «So spannend wie es jetzt ist, war es lange nicht mehr», sagt der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw. «Man hat zum ersten Mal seit vielen Jahren das Gefühl, dass mehrere Mannschaften auf Augenhöhe agieren.»

«Wir müssen hoffen, dass Leipzig Punkte liegen lässt»

Tatsache ist aber auch, dass die Punkteausbeuten der Clubs zur Saison-Halbzeit schwach sind. 37 Punkte reichten zuletzt in der Saison 2011/2012 zum Herbstmeister-Titel. Wie jetzt waren damals die Abstände knapp, die Ränge 1 bis 4 trennten lediglich vier Punkte. In jener Saison ist Dortmund Meister geworden – es war der bisher letzte Meistertitel eines Clubs, deren Vereinshymne nicht «Stern des Südens» heisst. Haben andere Clubs 2020 also die Chance, die bayerische 7-Jahr-Serie zu knacken?

Wenn es nach den Bundesliga-Spielern geht, definitiv. In der Umfrage des Fachmagazins «Kicker» wählten 43,1 Prozent der Spieler Leipzig als Meister, an die Bayern glaubten nur 36 Prozent. Selbst die Verantwortlichen schöpfen Hoffnung. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur glauben allen voran die Rivalen aus München, Dortmund und Mönchengladbach an den Leipziger Meistertitel. Bayern-Trainer Hansi Flick sagt: «Wir müssen hoffen, dass Leipzig Punkte liegen lässt.» Gladbachs Sportchef Max Eberl wird noch deutlicher: «Favorit ist jetzt RB Leipzig.» Tatsächlich seine Meinung oder Understatement?

Die Nebenschauplätze

Fakt ist: Die Konkurrenz der Bayern tut gut daran, sich an die Saison 2011/12 zurückerinnern. Schliesslich besteht die Chance, dem Ligakrösus ein Bein zu stellen. Dass das schwieriger ist, als es klingt, ist klar. Jeder Club – einschliesslich der Bayern – hat mehr oder weniger auf Nebenschauplätzen zu kämpfen.

RB Leipzig

Wie geht Leipzig mit dem Druck um? Bundesliga-Spieler sowie Verantwortliche schieben die Favoritenrolle den Leipzigern zu. Alle sagen, dass Leipzig die Münchner Dominanz brechen und erstmals in der jungen Vereinsgeschichte einen Meistertitel feiern wird. Die ruhige Winterpause spricht für die Sachsen. Einziger Aufreger: Der Weggang von Diego Demme zum SSC Neapel. Können sie ihn ersetzen? Der ehemalige RB-Sportdirektor Ralf Rangnick glaubt nicht daran: «Es wird ein Problem sein. Insbesondere wegen der Mentalität, die Diego mit sich bringt.»

Borussia Mönchengladbach

Mit starken 35 Punkten spielte Borussia Mönchengladbach die beste Hinrunde seit der Meistersaison 1976/77. Kann der Tabellenzweite auch in der Rückrunde an die starken Leistungen anknüpfen? Abhängig ist das davon, wie Trainer Marco Rose den extrem grossen Kader moderiert. Denn: Für nur einen Wettbewerb ist der Kader mit 30 Spielern wohl zu gross. Hinzu kommt, dass Gladbach in der jüngeren Vergangenheit nicht die besten Erfahrungen in der Rückrunde gemacht hat. Sicher ist, dass der Club die Chance packen und den ersten Meistertitel seit 1977 gewinnen will. Die vier Schweizer sollen dabei helfen.

FC Bayern München

Der eine findet den Kader zu klein, fordert neue Spieler, der andere ist mit dem vorhandenen Spielermaterial völlig zufrieden, will nur reagieren, wenn sich was ergibt. Die Dissonanz zwischen Hasan Salihamidzic und Hansi Flick beschäftigte die Münchner. Durch ihre öffentlich ausgetragene Debatte haben die beiden Unruhe gestiftet. Wie der Machtkampf ausgehen wird, ist unklar, ist das Transferfenster schliesslich noch bis Ende Januar geöffnet. Tatsache ist: Bleiben Erfolge aus, dürfte insbesondere Sportchef Salihamidzic an sein winterliches Zögern erinnert werden. Schliesslich wollen die Bayern diese Saison das Triple holen. Das neue Vorstandsmitglied der Bayern, Oliver Kahn, lässt daran keinen Zweifel. Für ihn zählt nichts anderes als Weltklasse.

Borussia Dortmund

Die Dortmunder Winterpause lässt sich getrost als wechselhaft bezeichnen. Einerseits gelang den Dortmundern mit der Verpflichtung des Norwegers Erling Braut Haaland ein Transfercoup, andererseits hat der BVB mit unzufriedenen Spielern wie Paco Alcacer und Mario Götze zu kämpfen. Der Spanier versteht sich mit Lucien Favre nicht mehr und will weg, Götze hat seinen Bankplatz satt. Und das ist nicht alles: Auch Jadon Sancho provozierte. Er postete ein Protz-Video aus seinem Urlaub in Dubai. Die Folge: Dortmund hat Sancho einen Integrations-Manager zur Seite gestellt, der ihn Manieren lehren soll. Ob und wie sich das auf die Aufholjagd auswirkt, wird sich zeigen.

Schalke 04

Die Schalke-Fans müssen langsam glauben, in einem Albtraum gefangen zu sein. Wieder verlässt ein junges Schalker Talent den Club. Alexander Nübel wechselt im Sommer ablösefrei zu den Bayern. Angefangen hat der Schalker Albtraum bei Manuel Neuer, der in der Saison 2011/2012 zu den Münchnern wechselte, es folgten Leroy Sané (Manchester City), Leon Goretzka (Bayern München) und Max Meyer (Crystal Palace). Schalke versuchte, den Schaden minimal zu halten, nahm Nübel die Captain-Binde weg. Ob Nübel überhaupt nochmals das Schalker-Tor hüten wird, steht in den Sternen. Für Schalke wird es insbesondere darum gehen, die gute Hinrunde zu bestätigen.

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