Zum Hauptinhalt springen

«Die Fifa-Dinosaurier wurden endlich ausgerottet»

Die Reaktionen auf die Suspendierung von Sepp Blatter und Michel Platini fallen grösstenteils positiv aus. Ein Blick in die Medien.

Sepp Blatter hat wie angekündigt Einspruch gegen seine achtjährige Sperre durch die Fifa-Ethik-Kommission eingereicht.
Sepp Blatter hat wie angekündigt Einspruch gegen seine achtjährige Sperre durch die Fifa-Ethik-Kommission eingereicht.
Sébastien Bozon, AFP
«Ich werde zurückkehren»: Blatter will alle Instanzen durchlaufen, um seine Unschuld zu beteuern.
«Ich werde zurückkehren»: Blatter will alle Instanzen durchlaufen, um seine Unschuld zu beteuern.
AP
Die Ethikkommission hat ihn für acht Jahre von allen Fussballaktivitäten ausgeschlossen.
Die Ethikkommission hat ihn für acht Jahre von allen Fussballaktivitäten ausgeschlossen.
AFP
1 / 14

Das lang ersehnte Urteil der Fifa-Ethikkommission hat endlich Klarheit geschaffen: Acht Jahre sind Sepp Blatter und Michel Platini von jeglichen Aktivitäten ausgeschlossen. Dass dieses Verdikt weltweit für Schlagzeilen sorgt, erstaunt nicht im Geringsten.

Die Schweizer Medien sind sich einig: Die Ethikkommission hat tadellos gehandelt. Die NZZ schreibt von einem «Göttersturz»: «Der Weltfussball hat seine zwei bedeutendsten Funktionäre gestürzt, zwei Machtmenschen, deren Einfluss weit über den Sport hinausging, weil Fifa und Uefa mit ihren gigantomanischen Fussballturnieren immer auch Politik machen.» Die Fifa habe mit dem Beenden der Ära von Blatter und Platini Sportgeschichte geschrieben.

Sepp Blatter spendiert eine Runde Selbstmitleid.Posted by WELT Sport on Montag, 21. Dezember 2015

Die Reaktion der «Welt» auf Facebook: «Blatter spendiert eine Runde Selbstmitleid.»

Mit dem Titel «Das ist gut so» wird der Rauswurf des Wallisers im «Blick» kommentiert. Das Vermächtnis Blatters sei nicht mehr der Fussball, für den er tatsächlich viel getan habe, sondern vielmehr das verzweifelte Klammern an die Macht. Und ein Seitenhieb bezüglich des Alters konnte man sich nicht verkneifen: «Der bald 80-jährige Mann ist acht Jahre verbannt vom Fussball – was einer lebenslänglichen Sperre gleichkommt.»

Die sonst so berüchtigten englischen Medien hielten sich derweil fast ein wenig zurück. Die Zeitung «Daily Mail» spricht aber trotzdem davon, dass «die Fifa-Dinosaurier endlich ausgerottet wurden», während die BBC einen Kommunikationsexperten zitiert, der Blatter als einen «ertrinkenden Mann» beschreibt. Wesentlich weniger zurückhaltend gab sich Gary Lineker, der ehemalige englische Nationalstürmer: «Ich denke wirklich, dass er diesen Unsinn glaubt, den er da erzählt.»

Den Stempel aufgedrückt: So reagiert die «Daily Mail» auf das Urteil. Bild: Screenshot dailymail.co.uk.
Den Stempel aufgedrückt: So reagiert die «Daily Mail» auf das Urteil. Bild: Screenshot dailymail.co.uk.

Ebenfalls deutliche Worte fand Javier Tebas, Präsident der spanischen Fussballliga, gegenüber der Sportzeitung «Marca»: «Diese Sperre von acht Jahren finde ich zu kurz. Als die Zahlung stattfand, hatten beide ein offizielles Amt inne und missachteten die internen Vorschriften. Das ist schwerwiegend.» Er forderte, dass die beiden lebenslang von «jeglichen Sportinstitutionen» suspendiert werden. Sportminister Miguel Cardenal schob nach: «Speziell hat mich der Fall Platini enttäuscht, in die Uefa hatte ich mehr Vertrauen.»

Die Reaktion von «Times»-Fussballkorrespondent Oliver Kay.

Ebendieser Platini verteidigte sich in einer offiziellen Stellungnahme. «Dieser Entscheid überrascht mich nicht», schrieb der ehemalige Juventus-Star und ergänzte: «Ich bin überzeugt, dass mein Schicksal bereits vor der Anhörung von vergangenem Donnerstag besiegelt war. Das ist ein weiterer bemitleidenswerter Versuch, mich aus der Welt des Fussballs zu eliminieren.» Der Franzose ist davon überzeugt, sich auf dem Feld und als Präsident der Uefa jederzeit «untadelig und vorbildlich» verhalten zu haben. Er spricht von einer «wahren Farce mit dem Ziel, mein Ansehen ohne jegliche Legitimität zu beschmutzen».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch