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Die GC-Führung wirkt wie Nichtschwimmer auf der Titanic

GC entlässt Trainer Fink und Sportchef Walther. Die Probleme der Grasshoppers beginnen aber noch weiter oben in der Club-Hierarchie.

Thorsten Fink ist nicht mehr Trainer der Zürcher Grasshoppers.
Thorsten Fink ist nicht mehr Trainer der Zürcher Grasshoppers.
Ennio Leanza, Keystone
GC-Präsident Stephan Anliker (l.) zog die Reissleine.
GC-Präsident Stephan Anliker (l.) zog die Reissleine.
Ennio Leanza, Keystone
In den knapp 10 Monaten als GC-Trainer holte der Deutsche mit seiner Mannschaft lediglich 7 Siege und 4 Remis in 30 Spielen.
In den knapp 10 Monaten als GC-Trainer holte der Deutsche mit seiner Mannschaft lediglich 7 Siege und 4 Remis in 30 Spielen.
Laurent Gillieron, Keystone
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Die Grasshoppers sind Spitze: Seit Sommer 2017 stehen sie nun je nach Zählweise bei fünf bis sechs eingesetzten Trainern. Damit lassen sie sogar für ihren hohen Trainerverschleiss berüchtigte Vereine wie den FC Sion oder den FC Luzern (je vier Trainer) locker hinter sich.

Dass Thorsten Fink nach dem 1:3 gegen Luzern am Wochenende nicht mehr haltbar sein würde, war eigentlich allen klar, die den ratlosen Auftritt des Teams im Letzigrund über sich ergehen lassen mussten. Trotzdem ging es fast zwei Tage, bis sich die Club-Führung zu einer Entscheidung durchringen konnte. Dass es so lange dauerte, lag daran, dass Sportchef Mathias Walther sein eigenes Schicksal mit jenem seines Wunschtrainers verwoben hatte.

Auch das ist ein Zeichen dafür, was sich bei GC schon seit längerer Zeit in die falsche Richtung entwickelt. Zu viele Schicksale auf dem Campus in Niederhasli waren und sind immer noch zu direkt miteinander verknüpft. Präsident Stephan Anliker lobt seinen CEO Manuel Huber jeweils in derart hohen Tönen («kann mir keinen besseren Vorstellen»), dass sich eine Entlassung wie eine persönliche Niederlage anfühlen müsste.

Wo Fink recht hatte

Fink lag zwar nicht falsch, wenn er jeweils mehr Geduld verlangte mit dem Argument: «Es können ja gar nicht alle Trainer schlecht gewesen sein, die in den letzten Jahren vor mir hier waren.» Ja, Ruhe und Kontinuität sind gute Voraussetzungen für Erfolge auf dem Fussballplatz.

Allerdings herrscht Kontinuität bei GC derzeit höchstens bei den Ämtern des Präsidenten und des CEO. Alles andere – Besitzerstruktur, Sportchefs, Trainer, Spieler – ist immer irgendwie in Bewegung, wirkt nie stabil oder gar verlässlich.

Auch darum sieht es so aus, als ob sich Präsident, CEO, Sportchef und Trainer bis zu Finks Entlassung aneinander geklammert hätten wie Nichtschwimmer auf der Titanic. Alle in der Hoffnung, dass sie der Nebenmann irgendwie über Wasser halten kann.

Es droht der ganz grosse Crash

Wenn die Grasshoppers nicht schnell schwimmen lernen, sinken sie in die Challenge League. Und nur verträumte Romantiker denken, dass GC dort einen ähnlich vitalisierenden Neustart wie die Stadtrivalen des FC Zürich hinlegen kann. Nein, wenn GC absteigt, droht dem Rekordmeister der ganz grosse Crash.

Als neuen Trainer braucht es deswegen jemanden, der in der Lage ist, einer Mannschaft innert kürzester Zeit defensive Stabilität und schnelles Umschaltspiel beizubringen. Das Problem des neuen Mannes: Seine Spieler lassen sich grob in drei Kategorien aufteilen:

1. Nachwuchsleute, die den Druck im Abstiegskampf spüren.

2. Leihspieler ohne grosse Verpflichtungen gegenüber dem Club.

3. Ausländer, für die GC von Anfang an bloss Durchreise-Station sein konnte.

Und keiner von ihnen hat Anfangs Saison damit gerechnet, dass er gegen den Abstieg spielen muss.

Das sind normalerweise nicht die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abstiegskampf.

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