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Die grosse Tristesse bei den Young Boys

Nach dem Ausscheiden im Cupachtelfinal ist YB mal wieder am Boden. Es gibt aber keine Diskussionen über Trainer Martin Rueda.

Die Wiler im Jubelrausch nach dem Sieg gegen YB beim Fussball Achtelfinal-Cupspiel.
Die Wiler im Jubelrausch nach dem Sieg gegen YB beim Fussball Achtelfinal-Cupspiel.
Keystone
YB vermochte bis zum Spielende auszugleichen, doch schlussendlich verloren sie 3:4 gegen den FC Wil.
YB vermochte bis zum Spielende auszugleichen, doch schlussendlich verloren sie 3:4 gegen den FC Wil.
Claudia Salzmann
YB beim Einwärmen kurz vor Spielbeginn. Das Stadion ist abgesehen von der kleinen YB-Fangemeinde und den Wil-Fans leer. Kein Wunder bei diesen eisigen Temperaturen.
YB beim Einwärmen kurz vor Spielbeginn. Das Stadion ist abgesehen von der kleinen YB-Fangemeinde und den Wil-Fans leer. Kein Wunder bei diesen eisigen Temperaturen.
Claudia Salzmann
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Die YB-Spieler sind ab Montag in den Winterferien. Und die Young Boys stecken nach der 3:4-Niederlage nach Verlängerung gestern im Cupachtelfinal beim FC Wil mal wieder in der tiefen Sinnkrise. Trainer kommen und gehen bei YB ja wie Sportchefs und Geschäftsführer und sehr teure Heilsbringer, die Mannschaft wird Halbjahr für Halbjahr kostspielig verändert – und doch läuft es nicht besser. Das Jahr 2012 endet für YB nach einigen tollen Erlebnissen auch enttäuschend.

Müllers Bekenntnis

Mit dem neuen Sportchef Fredy Bickel soll jetzt alles anders werden – und erfolgreicher. Mal wieder sind die Hoffnungen riesig. YB benötigt jetzt endlich vor allem eines: Kontinuität. Vor zwölf Monaten war Trainer Christian Gross Ende Jahr fest davon überzeugt, YB trotz enttäuschenden Ergebnissen noch zum Erfolg führen zu können. Eine bemerkenswerte Transferoffensive und einige weitere schwache Resultate später wurde Gross im Frühling 2012 entlassen.

Jetzt ist ein Trainerwechsel kein Thema. «Martin Rueda wird am 4.Januar zum Trainingsstart auf jeden Fall unser Trainer sein», sagt YB-Präsident Werner Müller. «Wir sind überzeugt, mit den getroffenen Massnahmen der letzten Wochen auf dem richtigen Weg zu sein.» Aber natürlich, sagt Müller, sei die Niederlage gegen den FC Wil sehr, sehr ärgerlich. «Mit einem Sieg hätten wir das Jahr 2012 wenigstens versöhnlich beenden können.»

Ruedas Kritik

Auch YB-Trainer Martin Rueda ist nach dem bitteren und kalten Nachmittag in der AFG-Arena in St.Gallen «sehr, sehr, sehr enttäuscht» und spricht von einem «schweren Rückschlag» für YB. Er werde jetzt mit dem neuen Sportchef Fredy Bickel zusammensitzen und die Situation genau analysieren. «Wir müssen defensiv viel, viel stärker werden. Heute schenkten wir dem Gegner ja wieder drei Tore. Diese Fehler ziehen sich leider durch unsere Saison», sagt Rueda. Er verstehe nicht, kritisiert er, warum derart erfahrene Kräfte wie Moreno Costanzo und Alexander Farnerud sich derart böse Ballverluste wie vor den ersten zwei Wil-Treffern leisten würden.

Im YB-Lager herrscht grosse Tristesse. Nach den drei Heimsiegen zuletzt gegen Luzern (2:1), Sion (3:1) und Anschi Machatschkala (3;1) sei man gut in Form gewesen und selbstbewusst, sagt Mario Raimondi. «Und dann spielen wir hier gegen Wil so schlecht.» Der Linksverteidiger verschuldete das späte Siegestor und meint zu seinen Fehlern: «Da lief alles schief, was schief laufen kann. Es tut mir sehr leid.»

Kein Penalty für YB

Auch der passable Christian Schneuwly («Fussball ist manchmal unerklärlich») und Captain Marco Wölfli («wenn wir wüssten, warum wir zu Beginn so schwach spielten, würden wir es ja ändern») wirken bei ihrer Analyse ratlos. Schneuwly meint, YB sei nicht bereit gewesen. Es ist eine bittere Erkenntnis. Auch Alain Nef, der Vorkämpfer in der Abwehr, weist auf die Schläfrigkeit zu Beginn hin: «Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen.» Immerhin sei man nach dem 0:3-Rückstand zurück ins Spiel gekommen und habe Charakter gezeigt, findet Schneuwly. Und Nef sagt: «Am Ende lief es auch unglücklich. Wir müssen einfach weniger Fehler machen.»

Das Problem ist erkannt. Es dürfte in der Winterpause zu personellen Wechseln kommen. Mal wieder. «Jetzt müssen wir in der Rückrunde eine Aufholjagd in der Liga starten», sagt Nef. Seine Kritik am Schiedsrichter fällt derweil ruhig aus. Aber es sei in der 120.Minute ein klarer Elfmeter gewesen, als ihn Wils Goalie Carlo Zotti gefoult habe. «Das passt ja zu unserer Situation, blieb der Pfiff aus.»

Aussprache mit den Fans

Schwer geschlagen mussten die Young Boys gestern in St.Gallen die Heimreise antreten. Und die bitter enttäuschten Berner Fans blockierten die Ausfahrt der Tiefgarage in der AFG-Arena. Die Spieler und auch Präsident Werner Müller sprachen einige Minuten mit den Anhängern. «Ich verstehe den Unmut der Fans», sagt Müller. «Wir sind alle nicht zufrieden.» Die Gespräche mit den Supportern seien «korrekt und friedlich» gewesen. «Jetzt müssen wir es nächstes Jahr besser machen», sagt der Präsident.

Die Hoffnung stirbt nie. Auch bei YB nicht.

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