Die Hausaufgaben erledigen

Auf die Schweiz wartet nach der wilden Partie am Freitag in Ungarn (3:2) in der WM-Qualifikation am Montag die Pflichtaufgabe in Andorra (20.45 Uhr, SRF 2). Alles andere als ein souveräner Auswärtssieg wäre eine Enttäuschung.

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Es gibt diese reizvolle und gleichzeitig unheimliche Schweizer WM-Rechnung. Nach dem tollen Start in die Qualifikation mit den Siegen gegen Europameister Portugal (2:0) sowie in Ungarn (3:2) treffen die Schweizer der Reihe nach auf Andorra, Färöer, Lettland, Färöer, Andorra und Lettland. Im Prinzip sind gegen die krassen Aussenseiter der Gruppe B sechs Siege Pflicht.

«Es muss unser Ziel sein, nach acht Spiel­tagen 24 Punkte zu haben», sagt Linksverteidiger Ricardo Rodriguez. Und wer den EM-Achtel­finalisten Ungarn auswärts bezwingt, kann das natürlich auch in einem Jahr zu Hause tun. Auch dann aber könnte die Schweiz trotz neun Siegen in neun Partien noch nicht für die WM 2018 in Russland qualifiziert sein!

«Es muss unser Ziel sein, nach acht Spiel­tagen 24 Punkte zu haben»Ricardo Rodriguez

Denn auch Portugal ist es zu­zutrauen, lange keine Punkte mehr abzugeben – dann würde es in einem Jahr in der letzten Runde in Lissabon zum Endspiel um Rang 1 und die direkte WM-Qualifikation gegen die Portugiesen kommen. Der Schweizer Nationaltrainer mag verständlicherweise nicht zu weit nach vorne schauen. «Wir sind gut beraten, die Füsse am Boden zu behalten», sagt Vladimir Petkovic, «und weiter Spiel für Spiel zu nehmen.»

Lichtsteiners Forderung

Heute Montag steht der Auftritt in La Vella gegen Andorra auf der Schweizer Agenda. Bei Punktgleichheit entscheidet am Ende die Tor­differenz, die Portugiesen siegten gegen Andorra am Freitag 6:0. Nur 6:0, angesichts von 36 Torschüssen und zwei Roten Karten gegen den Gast. «Wir müssen konzentriert spielen und entschlossen», fordert Petkovic.

Die wilde zweite Halbzeit am Freitagabend mit dem letztlich glückhaften Schweizer Sieg in Budapest hat bewiesen, dass die Schweizer mit Rückschlägen umgehen können. Und dass sie effizient sein können. Das war zuvor, etwa an der Euro im Sommer, ­keine Kernkompetenz der Auswahl gewesen. Spielerisch dagegen überzeugten die Schweizer gegen aufsässige Ungarn nicht, die drei Tore fielen in wenig zwingenden Aktionen. «Nicht jede gewonnene Partie ist perfekt», sagt Captain Stephan Lichtsteiner.

 «Ich wünsche mir einen stressfreien Abend.»Vladimir Petkovic

Ein dreckiger Sieg ist auch der Schweizer Nationalmannschaft lieber als viel Lob und Mitleid nach unglücklichen Niederlagen trotz starken Vorstellungen. Wie im WM-Achtelfinal 2014 gegen Argentinien. Oder an der EM kürzlich im Achtelfinal gegen Polen. «Das ist ein Prozess», sagt Lichtsteiner, «und solche Spiele sind wichtig für unsere Weiterentwicklung.»

Der routinierte Juventus-Rechtsverteidiger fordert von den Schweizern am Montag «absolute Seriosität» ein. «Auch solche Partien sind Herausforderungen.» Gegen das mit Akteuren aus viertklassigen Mannschaften gespickte Andorra sind jedenfalls keine Schwierigkeiten eingeplant. Oder wie es Petkovic sagt: «Ich wünsche mir einen stressfreien Abend.»

Xhakas Rückkehr

Nicht in die Pyrenäen gereist ist Valon Behrami, der sich in der Nachspielzeit am Freitag absichtlich eine Verwarnung abholte, ­damit er seine Sperre gegen Andorra absitzen darf und nicht auf dem für seine lädierten Knie ­unangenehmen Kunstrasen antreten muss.

Auch Eren Derdiyok ist angeschlagen abgereist, dafür wurden die U-21-Nationalspieler Shani Tarashaj und Edimilson Fernandes aufgeboten. Dessen Cousin Gelson Fernandes ist wie YB-Talent Denis Zakaria ein Kandidat dafür, Valon Behrami zu ersetzen.

 «Wir haben uns unter Vladimir Petkovic in allen Bereichen entwickelt.»Granit Xhaka

Und Stratege Granit Xhaka, in Budapest schmerzlich vermisst, kehrt zurück. «Wir haben uns unter Vladimir Petkovic in allen Bereichen entwickelt», sagt Xhaka am Sonntagabend in Andorra. «Und ich bin überzeugt, dass wir noch sehr viele positive Sachen erleben können.» Heute genügt ein professioneller Auftritt dazu, die Hausaufgaben zu erledigen.

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