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Die Schiedsrichter sehen rot

Die Diskurs in den Medien um die Leistung der Unparteiischen in der Super League hat erste Konsequenzen – vier Schiedsrichter sind frustriert und treten Ende Saison zurück.

Genug ist genug: Wermelinger hat die dreifache Belastung Job, Familie und Fussball satt.
Genug ist genug: Wermelinger hat die dreifache Belastung Job, Familie und Fussball satt.
Keystone

Die anhaltende Kritik hat bei einigen Schiedsrichtern das Fass zum Überlaufen gebracht. Daniel Wermelinger, Cyril Zimmermann, Damien Carell und Ludovic Gremaud wollen sich dem Druck der Super League nicht mehr aussetzen und treten per Ende Saison zurück. «Wir kommen uns bisweilen vor wie ein Baum, an den jeder hinpinkeln darf», begründet Wermelinger gegenüber der «Tagesschau» seinen Entscheid. Der 41-jährige Wermelinger hatte dieses Jahr mit dem Cupfinal den Höhepunkt seiner Karriere erreicht, gerne hätte er weitergemacht, aber die dreifache Belastung mit Job, Familie und Fussball sei einfach zu viel.

1200 Franken netto verdienen die Schiedsrichter in der Super League pro Spiel, zu wenig findet Schiedsrichter-Chef Carlo Bertolini und ist mit Wermelinger einer Meinung: «Mit 30 stehen viele vor der Abzweigung: Beruf oder Schiedsrichter. Schiedsrichter bleibt nur, wer ein absoluter Idealist ist», sagt Wermelinger im «Sonntag». Der ehemalige Schiedsrichter-Chef Urs Meier sieht sich in seiner Haltung bestätigt, dass man den Referees schon längst hätte unter die Arme greifen müssen. «Dem Verband müsste die Rücktrittswelle zu denken geben», so Meier.

Schiedsrichter stehen zu ihren Fehlern

Auslöser der Rücktrittswelle war das Wochenende vom 22./23. September, als es in fast allen Partien zu verheerenden Fehlentscheidungen kam. Die penible Leistung streiten die Schiedsrichter auch gar nicht ab. «Wir sind derzeit schlecht. Das sind wir häufig nach einer Länderspielpause», sagt Wermelinger. Der Frust liegt aber weniger bei den Fehlern, sondern wie die Medien mit den Schiedsrichtern umgehen: Mangelnder Respekt und keine Wertschätzung. Die Wurzel allen Übels ist aber die fehlende finanzielle Unterschützung. Schiedsrichter Cyril Zimmermann sagt: «Ich sehe keine Perspektiven mehr. Es bräuchte einen Neuanfang. Man müsste mehr Mittel aufbringen, um den voll berufstätigen Schiedsrichtern Entlastung zu bieten.»

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