«Die Zuschauer sollen auf ihre Kosten kommen»

Der Cupmatch gegen YB werde in die Klubhistorie des FC Breitenrain eingehen, sagt Präsident Claudio A. Engeloch.

FCB-Präsident Claudio A. Engeloch

FCB-Präsident Claudio A. Engeloch Bild: Christian Pfander

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Er sei gerade an einem Referat gewesen, erzählt Breitenrain-Präsident Claudio A. Engeloch, während sein Verein für die 1. Hauptrunde im helvetischen Cup den Traumgegner zugelost erhielt. «In der Pause des Referats erfuhr ich, dass wir gegen YB spielen werden. Es war ein Megagefühl, ein absolutes Highlight», sagt Engeloch. Seit drei Jahren präsidiert der Verleger des Anzeigers für das Nordquartier den FCB, der in der Stadt bei vielen Fussballfans längst einen Kultstatus erlangt hat.

Von «einer einmaligen Geschichte» spricht Engeloch, «einem Spiel, das in die Vereinshistorie eingehen wird». Natürlich erfordert ein derartiger Höhepunkt auch einen Sondereffort in puncto Logistik, Infrastruktur und Sicherheit. «Aber den haben wir gerne auf uns genommen, wir wollen, dass die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen.» Dank Zusatztribüne und eigens installierten Stehrampen bietet der Sportplatz Spitalacker anlässlich des Stadtderbys heute fast 6000 Zuschauern Platz. Engeloch hofft, dass der FCB dank den Einnahmen aus dem Cupspiel ein «kleines finanzielles Polster» generieren kann.

Immer wieder schwärmen Leute aus dem Umfeld von der familiären Atmosphäre und dem Zusammenhalt, der im Klub vorherrsche. Was dies bedeutet, manifestierte sich beim Aufbau der Zusatztribüne, als nebst Flüchtlingen und Helfern aus dem Klubumfeld auch zahlreiche Spieler der dritten Mannschaft stundenlange Fronarbeit leisteten. «Wenn man bedenkt, dass wir Spieler der ersten Mannschaft Prämien und Spesen erhalten, ist es alles andere als selbstverständlich, dass Akteure, die nichts kriegen, gratis für uns arbeiten», sagt Verteidiger Nicolas Kehrli, der seit sechs Jahren im Berner Nordquartier spielt.

Kehrli spricht von einer grossen Solidarität innerhalb des Vereins, «Breitenrain ist ganz einfach ein Kultklub». Doch woher kommt dieser Kult genau? Ein Grund ist mit Sicherheit der Standort des Spitalackers mit der altehrwürdigen Tribüne, welche die Herzen vieler Fussballnostalgiker höherschlagen lässt. Ausserdem bot der Verein nach seiner Gründung 1994 immer wieder Spielern oder kompletten Teams, deren Akteure anders ticken oder eine andere Weltanschauung haben als der grosse Rest, eine Plattform und gewährte diesen Leuten viele Freiheiten. Viele bekannte Musiker, andere Kulturschaffende oder heutige Politiker schnürten einst in einem Team des FCB ihre Fussballschuhe.

Dies spricht sich rum, schafft eine grosse Identität und zieht neue, interessante Leute an.

Verfolgen Sie die Cup-Partie am heute ab 17 Uhr im Liveticker auf unserer Website. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.08.2017, 10:02 Uhr

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