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Dortmund greift nach dem Strohhalm

In der Champions League sind vor der letzten Runde der Gruppenphase noch sieben Achtelfinal-Plätze zu vergeben. Am Dienstag entscheidet sich, ob Chelsea und Dortmund im Februar noch der Königsklasse angehören.

Ein Wunder muss her: Dortmund-Trainer Klopp und sein Team sind schon vor dem Spiel gegen Marseille fast ausgeschieden.
Ein Wunder muss her: Dortmund-Trainer Klopp und sein Team sind schon vor dem Spiel gegen Marseille fast ausgeschieden.
Keystone

Um in die Runde der letzten 16 einzuziehen, darf sich Chelsea zu Hause gegen den FC Valencia weder eine Niederlage noch ein Unentschieden mit Toren erlauben. Den Londonern droht die Verbannung in die ungeliebte Europa League. Für den englischen Spitzenklub wäre es eine riesige Enttäuschung, hinter Bayer Leverkusen und Valencia zu landen. Auch in finanzieller Hinsicht wäre der Schaden immens.

Trainer André Villas-Boas hätte in seiner Premieren-Saison an der Stamford Bridge einen nächsten Rückschlag zu verkraften. Der Zögling von José Mourinho hat bei seinem neuen Arbeitgeber noch nicht für Furore sorgen können. In der Premier League findet sich Chelsea auf Zwischenrang 4 wieder - mit zehn Punkten Rückstand auf Leader Manchester City. Im Ligacup ist die teure Mannschaft bereits ausgeschieden.

Erstes Vorrunden-Out in der Ära Abramowitsch?

Für Chelsea, das zuletzt im heimischen Stadion geschwächelt hat, präsentiert sich die Aufgabe gegen Valencia alles andere als einfach. Die spanischen Gäste haben sich in der Primera Division inzwischen als erster Jäger des Duos Real Madrid/FC Barcelona etabliert. In den letzten acht Partien hat das formstarke Team von Unai Emery sieben Siege eingefahren.

Chelseas Star-Stürmer Didier Drogba lässt sich dennoch nicht beeindrucken und sagt, Villas-Boas könne mit dem grossen Druck umgehen. Der Portugiese hätte es als Trainer nie auf dieses Niveau gebracht, wenn er als Persönlichkeit nicht stark genug wäre. Seit der russische Milliardär Roman Abramowitsch im Jahr 2003 Chelsea gekauft hat, ist der Klub in der Champions League noch nie in der Gruppenphase gescheitert.

Überhaupt tun sich die englischen Grossvereine in dieser Saison in der Königsklasse schwer. Manchester City und Manchester United müssen ebenfalls um die Achtelfinal-Qualifikation bangen. Nur Arsenal ist diesbezüglich sorgenfrei.

BVB benötigt Wunder

Noch stärker in Bedrängnis geraten als Chelsea ist Borussia Dortmund. Die Westfalen liegen in ihrer Gruppe am Tabellenende, die Hoffnungen auf den Verbleib in der Champions League sind verschwindend klein. Auch wenn das bereits für die Achtelfinals qualifizierte Arsenal in Griechenland bei Olympiakos Piräus gewinnen sollte, ist Jürgen Klopps Mannschaft auf ein Wunder angewiesen. In diesem Fall müsste der BVB vor eigenem Publikum Olympique Marseille mit mindestens vier Toren Differenz schlagen.

Realistischer ist für die Gelb-Schwarzen aber das Horror-Szenario, dass sie nach dem Jahreswechsel auf internationaler Ebene nicht mehr vertreten sind. Olympique Marseille seinerseits, der Titelgewinner von 1993, darf sich allerdings seiner Sache auch nicht sicher sein. Die Südfranzosen könnten noch vom 2. auf den 4. Platz zurückfallen. OM wird in Dortmund auf André-Pierre Gignac verzichten müssen. Der französische Nationalstürmer leidet unter einer Oberschenkelverletzung.

Direktduell in Porto

Einem anderen früheren Champions-League-Sieger könnte der Achtelfinal-Einzug ebenfalls verwehrt bleiben. Der FC Porto muss zu Hause Zenit St. Petersburg bezwingen, um an den Russen vorbeiziehen zu können. Das überraschende Apoel Nikosia ist in der Gruppe G nicht mehr von den ersten zwei Positionen zu verdrängen. Die Zyprer sind vor dem Heimspiel gegen Schachtjor Donezk noch ungeschlagen.

In der Gruppe H ist nur noch eine Frage zu beantworten. Wer darf als Gruppendritter in die Europa League: Viktoria Pilsen aus Tschechien oder Bate Borissow aus Weissrussland? Die Grossmächte FC Barcelona und AC Milan sind erwartungsgemäss ungefährdet geblieben. Um vorrücken zu können, müsste Underdog Borissow bei Gruppensieger FC Barcelona einen Sensationserfolg bewerkstelligen und gleichzeitig auf Schützenhilfe hoffen. Titelverteidiger Barcelona dürfte diverse Leistungsträger schonen, steht doch am Wochenende in der spanischen Meisterschaft das Gipfeltreffen mit Real Madrid an.

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