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«Egal, wie wir gespielt haben, wir sind dabei»

Die Schweizer Spieler zeigen sich nach der geglückten WM-Qualifikation erleichtert. Und tadeln die pfeifenden Fans.

Die Schweiz ist an der WM in Russland 2018 dabei.
Die Schweiz ist an der WM in Russland 2018 dabei.
Peter Klaunzer, Keystone
Die Nordiren präsentierten sich im Vergleich zum Hinspiel wie verwandelt. Yann Sommer muss bereits in der 3. Minute einen gefährlichen Schuss der Gäste entschärfen.
Die Nordiren präsentierten sich im Vergleich zum Hinspiel wie verwandelt. Yann Sommer muss bereits in der 3. Minute einen gefährlichen Schuss der Gäste entschärfen.
Georgios Kefalas, Keystone
Spieler und Trainer bedanken sich bei den Fans im ausverkauften St.-Jakob-Park.
Spieler und Trainer bedanken sich bei den Fans im ausverkauften St.-Jakob-Park.
Georgios Kefalas, Keystone
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Als Erster betritt Haris Seferovic die Mixed Zone. Die Kapuze seines Pullovers hochgezogen, den Blick starr nach vorne gerichtet. Der Schweizer Stürmer mag nicht über seine Darbietung und vermutlich erst recht nicht über die Pfiffe aus dem Publikum sprechen. Unmittelbar nach Spielschluss hatte der 25-Jährige Tränen in den Augen, jetzt zieht er wortlos an den wartenden Medienschaffenden vorbei.

Auskunft geben dafür Seferovics Teamkollegen. Sie loben die Leistung des Verschmähten, haben für die Reaktionen von den Rängen erwartungsgemäss kein Verständnis. «Komplett unverständlich», ist es für Goalie Yann Sommer. «Ein absolutes No-go.» Mitspieler Xherdan Shaqiri sagt: «Ich kann das nicht ernst nehmen. Im nächsten Sommer an der WM werden diese Leute dann wieder mit uns mitfiebern.»

Das Déjà-vu

Ein Schweizer Spieler wird vom eigenen Anhang ausgepfiffen – das erinnert an ähnliche Ereignisse in der Vergangenheit. Im Mai 2008 machte Marco Streller beim Länderspiel gegen Liechtenstein in St. Gallen diese unliebsame Erfahrung. Und erklärte noch am selben Abend seinen Rücktritt aus der Nati. Auch Alex Frei schlug bei Auswechslungen mehrmals Ablehnung entgegen, auch er trat frühzeitig aus der Nationalmannschaft zurück (2010).

Die Schweizer wissen nach den WM-Playoffs gegen Nordirland ihre wenig überzeugende Leistung einzustufen. Mittelfeldspieler Granit Xhaka meint: «Die schwierigen Platzverhältnisse kamen eher Nordirland entgegen als uns.» Shaqiri findet, durch die vielen vergebenen Chancen habe sich die Schweiz das Leben selbst schwergemacht. Und Xhaka fasst schliesslich zusammen: «Egal, wie wir gespielt haben, wir sind dabei.» Nach getaner Arbeit wirken die Nati-Akteure erschöpft und erleichtert, die Pflicht endlich erfüllt zu haben. «Es fällt eine grosse Last von uns ab», sagt Torhüter Sommer. Der Druck vor dem Rückspiel sei beträchtlich gewesen.

Verhaltene Freude

Das Bestreben, Freude zu zeigen, ist erkennbar. Nicht allen gelingt das gleich gut. Shaqiri etwa lächelt knapp, ist aber weit davon entfernt, Freudensprünge zu machen. Manuel Akanji dagegen strahlt, der junge Innenverteidiger kann auf gelungene letzte Tage zurückblicken. «Jetzt wollen wir einfach mal den Moment geniessen», sagt der 22-Jährige. Akanji hat auch in den Partien gegen Nordirland gute Argumente gesammelt, in Zukunft aufgestellt zu werden. Zum Beispiel in Russland im nächsten Sommer. Ein Vergleich mit seiner zweiten Heimat Nigeria würde ihn besonders freuen, hält Akanji fest.

Der Stolz ist dann doch zu spüren in den Worten der Schweizer Spieler. «Es ist nicht selbstverständlich, sich für ein grosses Turnier zu qualifizieren», findet Shaqiri. Und gibt sogleich bekannt, was in Russland das primäre Ziel sein wird: «Endlich mal die Viertelfinals erreichen.»

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