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Ein 1:1 zu Hause ist für die Young Boys zu wenig

Nach dem 1:1 beim Saisonstart gegen Meister Basel erreichte YB gegen Servette das gleiche Resultat. Es war eine Enttäuschung für die physisch wie mental müden Berner.

Das YB-Abseitstor: Die Berner Innenverteidiger (links Alain Nef, rechts Dusan Veskovac) waren gegen Servette fast gefährlicher als die Offensivspieler. Hier erzielt Veskovac ein Abseitstor.
Das YB-Abseitstor: Die Berner Innenverteidiger (links Alain Nef, rechts Dusan Veskovac) waren gegen Servette fast gefährlicher als die Offensivspieler. Hier erzielt Veskovac ein Abseitstor.
Keystone

Der 1.August war ein guter Tag für die YB-Spieler. Endlich einmal genossen sie einen der raren freien Tage in diesen intensiven Saisonstartwochen. Am Sonntagabend, nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Servette, aber mussten die Fussballer noch auf dem Hometrainer strampeln – oder sogar eine Trainingseinheit im Stade de Suisse absolvieren, falls sie zuvor weniger als 45 Minuten eingesetzt worden waren. Nach den anstrengenden Wochen wirkten die Fussballer müde, physisch wie mental, und Christoph Spycher war nicht der einzige Akteur, der bilanzierte: «Uns fehlte es an der Frische. Wir waren heute auch gedanklich nicht immer schnell genug.»

Gross plädiert für Geduld

Einige YB-Spieler humpelten nach der Partie gegen Servette leicht aus der Kabine, das Programm zuletzt war happig, und weil ihr Trainer Christian Gross vorerst auf die grosse Rotation verzichtet, geht es für die Stammspieler stressig weiter. «Wir haben gegen Servette zwei Punkte verpasst», sagte Goalie Marco Wölfli. Aber der Captain fand auch positive Aspekte: «Wir sind immer noch ungeschlagen. Und wir haben genügend Chancen gehabt, um das Spiel zu gewinnen.»

Es hatte der YB-Offensive vor 22472 Zuschauern an Durchsetzungsvermögen gemangelt und auch an personellen Alternativen, da Ben Khalifa gesperrt und Emmanuel Mayuka verletzt gefehlt hatten. «Ein 1:1 gegen Servette ist zu wenig», sagte Scott Sutter. «Aber es gibt keinen Grund, nervös oder ungeduldig zu werden. Wir haben in den ersten Wochen unter Beweis gestellt, dass mit uns zu rechnen ist.»

Im zuweilen fiebrigen YB-Klubumfeld waren nach der dürftigen Leistung gegen den erstaunlich spielstarken und stabilen Aufsteiger derweil bereits erste negative Stimmen zu vernehmen. Trainer Gross plädierte verständlicherweise für Gelassenheit: «Wir benötigen Zeit, um uns zu finden. Die Meisterschaft wird nicht in den ersten Partien entschieden.» Verärgert reagierte Gross auf Kritik an Michael Silberbauer, der schwach gespielt hatte: «Silberbauer ist ein sehr entscheidender Spieler. Und er ist auch wichtig, wenn er einmal nicht seine Bestform erreicht.»

Die Parade von Routis

Vielleicht hätte die Partie einen anderen Verlauf genommen, wenn Referee Sacha Kever kurz vor der Pause das Vergehen von Christopher Routis gesehen, den Servette-Verteidiger vom Platz gestellt und YB einen Elfmeter zugesprochen hätte. Routis hatte einen platzierten Schuss Moreno Costanzos beidhändig übers Tor gelenkt. «Das war eine starke Parade», sagte Costanzo, «aber auch eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters, die er mir gegenüber später zugab.»

So hatte YB einzig über das Eigentor Jérôme Schneiders nach 90 Sekunden jubeln dürfen. Ein Fussballspiel aber dauert 90 Minuten (und am Sonntag mit Nachspielzeiten 99 Minuten). Nun folgen drei Auswärtsspiele (in Westerlo am Donnerstag im Europacup, in Luzern und bei GC). Vielleicht ist die vorerst verworfene Idee von Christian Gross, das Resultat auf der alten Wankdorfuhr, die auf dem Stadionvorplatz steht, zu ändern, gar nicht so schlecht. Ein drittes 1:1 im nächsten Heimspiel am 21.August gegen den aktuellen Leader Thun, der bis dahin zu Hause gegen Xamax und Lausanne spielt, wäre für YB ebenfalls enttäuschend.

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