Ein glücklicher Sieg in Island

Trotz 2:0-Führung musste der Sieg noch über die Zeit gerettet werden. Finnbogason gelang ein Traumtor.

«Es war das Spiel, das wir wollten»: Die Stimmen zum Schweizer Sieg in Island. (Video: Fabian Sanginés)

In den Schlussminuten kamen die Schweizer überraschend ins Zittern. Mit einem herrlichen Weitschuss hatte Alfred Finnbogason in der 81. Minute den starken Debütanten Yvon Mvogo doch noch bezwungen, womit die Isländer plötzlich wieder an sich glaubten.

Video: Alfred Finnbogasons Traumtor

Dem isländischen Stürmer gelingt ein sehenswerter Treffer zum 1:2. (Video: SRF)

Nachdem die Schweizer defensiv lange überzeugt hatten, brachen sie am Ende in Hektik aus. Fabian Schär klärte im letzten Moment auf der Linie (87.), Mvogo parierte den Schuss von Gylfi Sigurdsson (89.), und der ehemalige Basler Birkir Bjarnason verfehlte das Ziel nur um Zentimeter (91.) – das Offensivfeuerwerk der Gastgeber blieb in den Schlussminuten aber ohne Folgen.

So retteten die Schweizer den knappen Vorsprung über die Zeit und sicherten sich nach dem 6:0 im Hinspiel den zweiten Sieg gegen die Nordländer und somit zumindest auch Platz 2 in der Gruppe. Zum Abschluss der Gruppenphase kommt es nun am 18. November in Luzern im Rückspiel gegen Belgien zum Endspiel um den Einzug in das Final Four. Island hingegen steigt ab. Ebenfalls klar ist, dass die Schweiz bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die EM 2020 im Dezember in Topf 1 gesetzt sein wird.

Schweizer Anlaufschwierigkeiten

Bei nasskalten Bedingungen im Stadion Laugardalsvöllur hatte es 52 Minuten gedauert, bis der SFV-Auswahl der erste sehenswerte Angriff gelang. Dieser führte gleich zum 1:0. Captain Granit Xhaka flankte in seinem 70. Länderspiel mit viel Gefühl auf den Kopf von Haris Seferovic, der via Lattenunterkante zur Führung traf.

Video: Die Schweizer Führung

Haris Seferovic trifft per Kopf zum wichtigen 1:0. (Video: SRF)

Der 14. Treffer im 58. Länderspiel des Stürmers von Benfica Lissabon löste den Knopf im Spiel der Schweizer, die sich zuvor schwergetan hatten. Mit der Führung im Rücken kehrte die Präzision ins Spiel zurück, plötzlich erspielten sie sich auch Torchancen. Michael Lang erhöhte in der 67. Minute auf 2:0, nachdem Denis Zakaria, Fabian Schär und Mario Gavranovic dieses noch verpasst hatten. Lang musste den Ball nach dem von Seferovic eingeleiteten schönsten Angriff des Spiels nur noch ins leere Tor einschieben.

Video: Aussenverteidiger Lang schiebt ein

Michael Lang ist an vorderster Front und macht das 2:0. (Video: SRF)

Dass es mehr als eine Halbzeit lang das von Vladimir Petkovic angekündigte unangenehme und zähe Spiel geworden war, hatte mit dem Auftritt der Schweizer in der ersten Halbzeit zu tun. Hatten sie am Freitag in Brüssel gegen die Nummer 1 der Welt spielerisch überzeugt, wirkten sie bei garstigem Wetter bei weitem nicht so inspiriert.

Bereits im Aufbau schlichen sich viele Fehlpässe ein, Abstimmungsprobleme kamen hinzu. Kaum ein Angriff gelang, was nicht allein an den Umstellungen von Petkovic lag. François Moubandje ersetzte auf der linken Seite den leicht angeschlagenen Ricardo Rodriguez, Gavranovic erhielt im Sturmzentrum eine Chance, Seferovic rückte dafür auf die rechte Seite. Einen einzigen Abschlussversuch zählten die Schweizer in der ersten Halbzeit.

Starkes Debüt von Mvogo

Die beste Note auf Schweizer Seite verdiente sich Mvogo. Der 24-jährige Freiburger zeigte ein starkes Debüt mit mehreren Glanzparaden – knapp vier Jahre nachdem er sein erstes Aufgebot für die Nationalmannschaft erhalten hatte. Er ist nach Kevin Mbabu, Albian Ajeti, Djibril Sow und Christian Fassnacht der fünfte Spieler, der seit der WM zu seiner Länderspiel-Premiere gekommen ist. Dank dem Einsatz in einem Pflichtspiel ist klar, dass der in Kamerun geborene Mvogo nicht mehr für sein Geburtsland spielen kann.

Mvogo war nach dem Verzicht von Marwin Hitz auf die WM in Russland in der Hierarchie der Torhüter zur Nummer 3 hinter Sommer und Roman Bürki aufgestiegen. Bei seinem Club RB Leipzig kam Mvogo in dieser Saison in sechs Partien in der Europa League zum Einsatz, in der Bundesliga muss er sich seit seinem Wechsel von den Young Boys 2017 mit der Rolle des Ersatztorhüters begnügen.

Bilder: Die Schweiz zittert sich zum 2:1-Sieg in Island

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Die erste Halbzeit hatte Magerkost geboten. Auf einen gefährlichen Angriff der Schweizer wartete man vergeblich. Ein Pluspunkt im ganzen Schweizer Spiel war der in Leipzig engagierte Freiburger Goalie Yvon Mvogo, der das Debüt in der Nationalmannschaft gab. Als es noch 0:0 stand und nach der 1:0-Führung verhinderte er mit tollen Paraden Gegentore. Gegen das Anschlusstor konnte der frühere YB-Torhüter nichts ausrichten.

Island - Schweiz 1:2 (0:0)
Laugardalsvöllur, Reykjavik - 9000 Zuschauer - SR Ekberg (SWE)
Tore: 52. Seferovic (Xhaka) 0:1. 67. Lang (Shaqiri) 0:2. 81. Finnbogason 1:2.
Island: Halldorsson; Eyjolfsson, Arnason, Ragnar Sigurdsson, Magnusson; Johann Gudmundsson, Sigurjonsson (85. Albert Gudmundsson), Bjarnason, Traustason (68. Gislason); Gylfi Sigurdsson; Finnbogason.
Schweiz: Mvogo; Lang, Schär, Elvedi, Moubandje; Zakaria, Xhaka; Seferovic (91. Ajeti), Shaqiri, Zuber (88. Fassnacht); Gavranovic (69. Edimilson Fernandes).
Bemerkungen: Island ohne Gunnarsson, Hallfredsson und Palsson (verletzt), Schweiz ohne Akanji, Bürki, Embolo, Mbabu, Mehmedi und Rodriguez (verletzt). Debüt von Mvogo.
Verwarnungen: 50. Zakaria (Foul), 74. Schär (Foul/für das Spiel gegen Belgien gesperrt), 93. Ragnar Sigurdsson (Unsportlichkeit).

ll/SDA

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