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Ein Stadionname als Weihnachtsgeschenk

Der Hauptsponsor von Energie Cottbus schenkt den Fans eine Überraschung. Eine grosse Geste oder doch nur ein Marketingcoup?

Das altehrwürdige Stadion der Freundschaft behält seinen Namen – trotz verkaufter Namensrechte. Anderen Stadien ist es nicht so gut ergangen. Ein Streifzug durch die skurrilsten Stadionnamen ...
Das altehrwürdige Stadion der Freundschaft behält seinen Namen – trotz verkaufter Namensrechte. Anderen Stadien ist es nicht so gut ergangen. Ein Streifzug durch die skurrilsten Stadionnamen ...
Reuters
Das Stadion von Greuther Fürth wurde als Sportpark Ronhof erbaut. Bekanntheit über Deutschland hinaus erhielt es aber mit dem Namen, den es zwischen 1997 und 2010 trug: Playmobil-Stadion. Zwischenzeitlich auch zur Trolli-Arena umbenannt, heisst es nun Sportpark Ronhof Thomas Sommer.
Das Stadion von Greuther Fürth wurde als Sportpark Ronhof erbaut. Bekanntheit über Deutschland hinaus erhielt es aber mit dem Namen, den es zwischen 1997 und 2010 trug: Playmobil-Stadion. Zwischenzeitlich auch zur Trolli-Arena umbenannt, heisst es nun Sportpark Ronhof Thomas Sommer.
Getty Images
Ein Kandidat für den längsten und kompliziertesten Stadionnamen kommt aber aus dem Cricketsport. Das Stadion im indischen Visakhapatnam lautet auf den Namen Dr. Y.S. Rajashekhar Reddy ACA-VDCA Cricket Stadium.
Ein Kandidat für den längsten und kompliziertesten Stadionnamen kommt aber aus dem Cricketsport. Das Stadion im indischen Visakhapatnam lautet auf den Namen Dr. Y.S. Rajashekhar Reddy ACA-VDCA Cricket Stadium.
Reuters
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Es wird so mancher leer geschluckt haben, als er die Nachricht las. «Energie Cottbus verkauft Namensrechte am Stadion», stand da auf der Website des deutschen Drittligisten. Der Hauptsponsor Sparkasse Spree-Neisse habe sein Engagement bis Ende Saison 2019/20 verlängert und auch die Rechte am Stadionnamen übernommen.

Die Spielstätte in Cottbus mit dem wunderbaren Namen Stadion der Freundschaft ist über Deutschland hinaus bekannt. Bereits 1930 eingeweiht, wurde es in der Folge immer wieder renoviert, bereits seit Ende der 60er-Jahre ist es die Heimstätte von Energie Cottbus und vor allem bei Fussballromantikern beliebt wegen der alten Bauweise mit vier teils ungedeckten steilen Tribünen.

Und nun also das: Sparkasse Stadion der Freundschaft? Stadion der Freundschaft Sparkasse? Oder gar nur Sparkassen-Stadion?

Doch die Sparkasse wartete mit einer Überraschung auf: Sie will das Recht nicht kommerziell nutzen. «Wir wollen unbedingt diesen Stadionnamen für die Region bewahren und ihn den treuen Fans schenken», sagt der Vorstandsvorsitzende Ulrich Lepsch. Der Energie-Geschäftsführer Normen Kothe spricht von einem «Weihnachtsgeschenk für die Fans».

Vom Crowdfunding zum Max-Morlock-Stadion

Für den Sponsor ist es aber vor allem ein Marketingcoup. Mit den sogenannten Naming-Rights wird in der dritten deutschen Liga kein grosses Geld verdient. Nur 8 der 20 Teams spielen in Stadien mit Sponsorennamen. Zum Vergleich: In der 2. Bundesliga tragen 12 von 18 Stadien den Namen des Geldgebers, in der obersten Spielklasse sind es sogar 13 von 18.

Dass man aber mit der Besinnung auf die eigene Geschichte und Tradition den Goodwill der Fans schnell gewinnt, hat auch ein anderes Geldinstitut bemerkt. In der Saison 2017/18 erwarb die Consorsbank die Namensrechte des Stadions des 1. FC Nürnberg. Statt es einfach Consorsbank-Arena zu nennen, veranstaltete der Sponsor aber ein Crowdfunding. 330'000 Euros sammelten die Fans für die Umbenennung, 2,4 Millionen steuerte die Bank bei. Nun heisst die Spielstätte Max-Morlock-Stadion – nach der Clublegende und dem Weltmeister von 1954. (abb)

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