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Einlass verweigert – Spiel boykottiert

Ein grosser Teil der mitgereisten YB-Fans hat das Auswärtsspiel gegen St. Gallen nur vor dem Stadion mitverfolgt. Dies als Protest gegen das Hooligan-Konkordat.

Fehlte weitgehend beim Spiel gegen St. Gallen: Die lautstarke Unterstützung durch die YB-Fans (Archivbild).
Fehlte weitgehend beim Spiel gegen St. Gallen: Die lautstarke Unterstützung durch die YB-Fans (Archivbild).
Andreas Blatter

Ja wo waren sie denn bloss, die treuen und lautstarken YB-Fans? Diese Frage stellte sich SRF-Kommentator Sascha Ruefer während der Begegnung zwischen dem FC St.Gallen und dem BSC Young Boys. Die Antwort lieferte er später gleich selber: Rund 200 Berner Fans hatten sich entschieden, das Spiel zu boykottieren und vor dem Stadion auf die Abfahrt des Extrazuges zu warten.

Was war passiert? Der Grossteil der Berner Supporter hatte, aus Protest gegen die strengen Sicherheitsauflagen für Fussballfans im Kanton St. Gallen, Karten für einen anderen Sektor. «Der FSCG hat den YB-Fans trotz gültigem Ticket und absolut ruhigem Verhalten der Fans den Eintritt in den Nebensektor verwehrt», schreibt die Fangruppierung «Ostkurve Bern» in einer Mitteilung von Dienstagabend. Egal ob Jung oder Alt, Mann oder Frau, alle Personen mit Berner Dialekt seien abgewiesen worden.

Protest gegen Hooligan-Konkordat

Die betroffenen Fans wollten mit dem Boykott zeigen, «dass sich auch Fussballfans nicht alles gefallen lassen.» Die ganze Aktion zeige eindrücklich, wie die Verschärfung des Hooligan-Konkordats umgesetzt wird und was dies für Folgen habe. Alle Matchbesucher würden vorverurteilt, und ein Spielbesuch im neutralen Sektor sei künftig nicht mehr möglich.

Die YB-Fans überlegen sich nun, beim FCSG das Geld für die gekauften Tickets zurück zu fordern.

Referendum im Kanton Bern

Während es die St.Galler bereits umsetzen, wird im Kanton Bern das Stimmvolk erst im kommenden Jahr definitiv über die Verschärfung des Hooligan-Konkordats abstimmen: Der bernische Regierungsrat hat das Referendum Ende August als zustande gekommen erklärt.

Das Referendum richtet sich gegen die vom bernischen Grossen Rat im März genehmigten Änderungen des kantonalen Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt an Sportveranstaltungen. Das Komitee hält die Verschärfung der bestehenden Regeln für unnötig und unverhältnismässig.

Kernstück des verschärften Konkordats ist eine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der höchsten Klasse. Für die Bewilligung sind die Gemeinden zuständig. Sie haben die Möglichkeit, die Bewilligung mit Auflagen zu versehen. Dazu gehören etwa die Anreise per Kombiticket oder ein Alkoholverbot im Stadion.

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