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«Es gibt an der WM keine leichten Gegner»

Nationaltrainer Vladimir Petkovic blickt der heutigen WM-Auslosung ­entspannt entgegen. Russland hat rund 10 Milliarden Franken in die WM investiert.

Die Schweizer Nationalmannschaft erfährt am Freitag, auf ­welche Gegner sie in der WM-Gruppenphase im kommenden Sommer in Russland trifft. Un­abhängig von der Zusammensetzung der Gruppe sei das Weiterkommen das Ziel, hält Nationaltrainer Vladimir Petkovic fest.

Brasilien, Dänemark und Nigeria oder doch eher Polen, Tunesien und Panama? Auch wenn die Schweizer Nationalmannschaft sich vor den grossen Namen nicht fürchtet, so gibt es doch schwierigere und einfachere Wege, sich für den Achtelfinal zu qualifizieren. Unter den Gesetzten sind Gastgeber Russland und Polen weniger anspruchsvolle Gegner als Brasilien oder Deutschland.

Camp in Samara

Petkovic wird die Auslosung im Moskauer Kreml entspannt mitverfolgen: «Wir können ja nicht beeinflussen, gegen wen wir spielen.» Deshalb wolle er nicht spekulieren. Bei den letzten Weltmeisterschaften konnte sich die Schweiz über das Los nicht be­klagen. 2014 waren Frankreich, Ecuador und Honduras die Gegner, 2010 Spanien, Chile und Honduras und 2006 Frankreich, Südkorea und Togo. Petkovic stellt klar: «Es gibt an einer WM-Endrunde keine leichten Gegner.» Die Schweiz geht in der ­Vorrunde bereits einigen hochkarätigen Kontrahenten aus dem Weg, etwa Spanien und England, die auch in Topf 2 eingeteilt sind.

Aus dem Topf 1 sind Brasilien und Argentinien die wahrscheinlicheren Gegner als Russland, Deutschland, Portugal, Belgien, Polen und Frankreich. Denn die wichtigste Regel bei der Auslosung besagt: Pro Gruppe kann nur ein Team jeder Konföderation eingeteilt werden. Die Ausnahme ist Europa, das mit maximal zwei Teams in einer Gruppe vertreten sein kann. Konkret: Aus Topf 2 können Peru, Kolumbien und Uruguay nicht auf Brasilien und Argentinien treffen. Das erhöht die Chancen, dass die Schweiz auf eines dieser zwei Teams trifft.

Eine entscheidende Bedeutung kommt der Vorbereitung auf das Turnier zu – und somit dem noch zu bestimmenden Trainingscamp vor Ort. Der Schweizer Fussballverband hat eine Unterkunft in Samara ins Auge gefasst. Die 1,2 Millionen Einwohner zählende Stadt am Ufer der Wolga trägt sechs WM-Spiele aus und bietet den Vorteil, dass die Mehrheit der Spielorte relativ leicht zu erreichen ist.

Zentrum ist Moskau

Die erste Fussball-WM in Russland wird in elf Städten und zwölf Stadien durchgeführt. Für rund fünf Milliarden Franken wurden Spielstätten umgebaut oder neu errichtet. Knapp zehn Milliarden hat Russland für die WM investiert. Vor allem in der russischen Provinz, wie in Saransk, Rostow am Don, Kaliningrad oder Nischni Nowgorod, wurde die Infrastruktur massiv aufgebessert.

Die elf Spielorte trennen von West (Kaliningrad) bis Ost (Jekaterinburg) vier Zeitzonen sowie von Nord (St. Petersburg) bis Süd (Sotschi) mehr als 4000 Kilometer. Es sind beträchtliche Distanzen zwischen den verschiedenen Stadien, obwohl die Organisatoren sich bei der Auswahl der Spielorte auf den westlichen Teil des Landes beschränkt haben.

WM-Hauptort wird Moskau sein. Die mit über zwölf Millionen Einwohnern zweitgrösste Stadt Europas stellt zwei Sta­dien. Das altehrwürdige Olympiastadion Luschniki wurde in den letzten vier Jahren für 400 Millio­nen umgebaut und wird nach den Olympischen Spielen 1980, Eishockey- und Leichtathletik-Weltmeisterschaften ein weiteres Grossereignis beherbergen. Eröffnungsspiel und Final finden im 81'000 Zuschauer fassenden Stadion statt. Am meisten Sorgen bereitet der Fifa derzeit das Stadion in Samara. Dieses dürfte erst im April eröffnet werden.

In Jekaterinburg wiederum ging man einen aussergewöhn­lichen Weg, um die Kosten im Rahmen zu halten. Mit zwei Stahlrohrtribünen ausserhalb des Stadions wurde die Kapazität auf die erforderten 35'000 Plätze erhöht. Nach der WM wird das Fassungsvermögen wieder reduziert. Nicht nur in Jekaterinburg ist die Arena zu gross für den fussballerischen Alltag. In fünf WM-Stadien werden ab dem kommenden Spätsommer Unterklassige eine Heimat finden.

(sda/fdr)

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