Zum Hauptinhalt springen

«Es ist ein herrlicher Tag für Sepp Blatter»

Fifa-Chef Sepp Blatter siegt auf der ganzen Linie: Die Ethikkommission hat die Exekutivkomitee-Mitglieder Mohammed bin Hammam und Jack Warner wegen Korruptionsverdachts vorläufig suspendiert.

Petrus Damaseb, stellvertretender Präsident der Fifa-Ethikkommission, gibt den Ausschluss von Mohamed bin Hammam und Jack Warner bekannt.
Petrus Damaseb, stellvertretender Präsident der Fifa-Ethikkommission, gibt den Ausschluss von Mohamed bin Hammam und Jack Warner bekannt.
Keystone

Die beiden Spitzenfunktionäre Mohamed bin Hammam, Präsident des Asiatischen Fussball-Verbandes, und Jack Warner, Präsident des Nord- und Mittelamerikanischen Fussball-Verbandes, sollen gegen den Ethikcode der Fifa verstossen haben. Zwei weitere Offizielle sollen beim Treffen der Karibischen Fussball-Union Anfang Mai versucht haben, für die Wahl Bin Hammams zum Fifa-Präsidenten Stimmen zu kaufen.

Der stellvertretende Präsident der Ethikkommission der Fifa, Petrus Damaseb verkündete den Beschluss der Suspendierung heute Abend in Zürich. Deren eigentlicher Präsident Claudio Sulser trat aufgrund seiner Schweizer Herkunft in den Ausstand. Der Namibier Damaseb kündigte an, dass die Suspendierung ab sofort und bis zum Ende des Untersuchungsverfahrens bestehen bleibt. Daneben wurden auch zwei Offizielle der karibischen Fussball-Union (CFU), Debbie Minguell und Jason Sylvester, provisorisch suspendiert.

Blatter entlastet

Die fünf Mitglieder der Ethikkommission befanden den amtierenden Fifa-Präsidenten Sepp Blatter für unschuldig. Der Schweizer wurde von allen Anschuldigungen freigesprochen.

Die Wahl des Präsidenten der Fifa für die nächsten vier Jahre wird wie vorgesehen am 1. Juni in Zürich stattfinden. Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke verwies darauf, dass die Wahl nur auf Antrag eines Delegierten verschoben werden kann. Dann müsste aber eine Dreiviertelmehrheit für diesen Entscheid stimmen.

«Blatter hatte riesige Angst»

Gegenüber der Tagesschau analysierte der einstige Marketing-Chef der Fifa, Guido Tognoni, dass «Blatter riesige Angst vor Bin Hammams Kandidatur hatte». Denn der Katari war es, der den Walliser bei dessen Kandidatur 1998 die nötigen Stimmen besorgte. Die Fifa habe mit diesen Affären um die Präsidentschaftswahl «kaum noch Glaubwürdigkeit».

John Cross von der englischen Zeitung Daily Mirror sprach gegenüber dem Sender al-Jazeera von einer Farce. Denn der Vorwurf gegen Blatter werde offenbar fallen gelassen. Der Fifa-Chef habe den Korruptionsfall nicht gemeldet, obwohl er selber gesagt habe, er wisse davon. Cross meinte lakonisch: «Es ist ein herrlicher Tag für Sepp Blatter, weil er nun am Mittwoch freie Bahn für eine weitere vierjährige Amtszeit hat.»

Mohamed bin Hammam hatte bereits in der Nacht auf heute seine Kandidatur für den höchsten Fifa-Posten zurückgezogen. Auf seiner Website gab er diesen Entscheid bekannt und fügte an, dass er nicht zulassen könne, dass die Fifa «wegen eines Wettbewerbes zwischen zwei Personen mehr und mehr in den Dreck gezogen wird.» Neben der Enttäuschung hoffte der Katari aber, dass «seine Kandidatur ein Katalysator für eine Debatte innerhalb der Fifa war».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch