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Fans: «Auch die Chefetage sollte geräumt werden»

Nach der Entlassung von YB-Trainer Christian Gross reagieren die Fans auf Redaktion Tamedia grösstenteils mit Erleichterung. Viele fordern zudem den Rücktritt von CEO Ilja Kaenzig.

Kein Erfolg in Bern: Christian Gross veränderte bei YB fast alles, aber am Ende erlitt er die wohl grösste Niederlage seiner Trainerkarriere.
Kein Erfolg in Bern: Christian Gross veränderte bei YB fast alles, aber am Ende erlitt er die wohl grösste Niederlage seiner Trainerkarriere.
Andreas Blatter
Christian Gross muss gehen: Die YB-Verantwortlichen haben nach zahlreichen enttäuschenden Auftritten die Reissleine gezogen.
Christian Gross muss gehen: Die YB-Verantwortlichen haben nach zahlreichen enttäuschenden Auftritten die Reissleine gezogen.
Keystone
Bei Tottenham trainierte der Zürcher den deutschen Weltmeister Jürgen Klinsmann, 22. Dezember 1997.
Bei Tottenham trainierte der Zürcher den deutschen Weltmeister Jürgen Klinsmann, 22. Dezember 1997.
Keystone
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YB-Trainer Christian Gross wurde nach der 2:1 Niederlage gegen Servette am Sonntagabend per sofort freigestellt. Auch Assistenztrainer Laurent Hagist und Goalietrainer Pascal Zuberbühler müssen den Verein verlassen. Die meisten Redaktion Tamedia-Leser begrüssen diesen Schritt. «GROSSartig», schreibt beispielsweise Dres Hubacher. Bereits bei seiner letzten Trainerstelle in Stuttgart habe es geheissen, Gross wirke hilflos, ratlos und finde keine Lösungen, sagt Theo Zehnder. «Die vermeintliche Superrakete C.G. hat auch bei YB nicht gezündet», so Adriano Granello. Er gratuliert der YB-Führung, dass sie die Reissleine – wenn auch erst spät – doch noch gezogen habe. Und hat noch eine Bitte: «Nun aber keine Schnellschüsse bei der Besetzung des vakanten Trainerpostens. Gut Ding will und darf durchaus Weile haben!»

Dass Gut Ding Weile hat, ist für einige YB- und Gross-Fans ein Punkt, der aber für den entlassenen Trainer spricht. «Ist das wirklich ein GROSSartiger Entscheid?» fragt beispielsweise Alain Maradan. «Geduld wäre hier angebrachter gewesen. Erfolgshaschende Berner!»

Kritik an der Geschäftsführung

Ruedi Lanz ortet das Problem, wie so viele, aber nicht nur bei Trainer Gross. Mit diesen Spielern, schreibt er, und besonders der unfähigen Geschäftsführung, könnte nun einmal der beste Trainer der Welt keinen Erfolg haben. Und Emir Kobolic antwortet denjenigen, die nach wie vor zu Gross halten: «Muss man ein Gross-Hasser sein, um festzustellen, dass er YB in wenigen Monaten auf Niveau eines 2. Liga Vereins gebracht hat?»

Auch Roderick von Kauffungen übt sich in der Kritik an der Geschäftsführung. Es sei erschreckend, wie nahezu alle Spieler, die bei YB waren und kamen, inzwischen ein Schatten früherer Tage seien. «Kann dafür allein Christian Gross verantwortlich gemacht werden? Wohl kaum. Nur ist der Cheftrainer zum Schluss derjenige, der den Kopf unter die Guillotine halten muss.» Das hinterlasse einen fahlen Nachgeschmack, sagt er. Auch Heinz Lehmann will, dass CEO Ilja Kaenzig zurücktritt: «Führungsetage weg und zwar sofort. Profis sollen an diese Stelle treten.» Wie in Basel, fügt er an: Das sei Profifussball von der obersten Etage bis runter zu den Junioren.

Pepe Guardiola?

Einige YB-Fans üben sich aber nicht nur in der Kritik, sondern hegen auch Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft. «Gross-Lieblinge wie Silberbauer, Degen oder Zverotic mangels Leistungen auf die Tribüne verbannen», schreibt beispielsweise Martin Hug. «Und mehr auf vorhandenen Nachwuchs setzen, die U21 liefert nämlich gute Spiele ab!» Bruno Wenger hofft, dass das Übergangsteam Erminio Pisercia und Thomas Häberli übernimmt – oder Marco Schällibaum. Und Emir Kobilic träumt vom grossen Coup: «Pepe Guardiola wäre per 1. Juni frei!» Ganz ernst scheint er es mit dem erfolgsverwöhnte Barcelona-Trainer aber doch nicht zu meinen: «Vor lauter Glücksgefühl kommt mir Verrücktes in den Sinn», schreibt er.

Der Grundtenor in den Kommentaren wird von den Resultaten der Redaktion Tamedia-Umfrage unterstützt: Bis 9.10 Uhr haben 1433 Leserinnen und Leser abgestimmt, wobei 78,4 Prozent davon die Entlassung von Christian Gross für die richtige Entscheidung halten.

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