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FC Basel in der Hitze kalt erwischt

Der FC Basel reist mit einem Handicap zum Rückspiel nach Cluj. Die Basler unterlagen im Hinspiel der Champions-League-Playoffs dem rumänischen Meister Cluj nach Halbzeitführung mit 1:2.

«Wir müssen den Mund abwischen. Es geht weiter», meint ein enttäuschter Marco Streller (rechts) nach dem Schlusspfiff.
«Wir müssen den Mund abwischen. Es geht weiter», meint ein enttäuschter Marco Streller (rechts) nach dem Schlusspfiff.
Keystone
In der ersten Halbzeit spielte nur eine Mannschaft: der FC Basel – hier mit David Degen gegen Mario Camora.
In der ersten Halbzeit spielte nur eine Mannschaft: der FC Basel – hier mit David Degen gegen Mario Camora.
Keystone
Heiko Vogel blieb nichts anderes übrig, als seinem Kontrahenten Ioan Andone zu gratulieren.
Heiko Vogel blieb nichts anderes übrig, als seinem Kontrahenten Ioan Andone zu gratulieren.
Keystone
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Der FC Basel schien das Schwerste unmittelbar vor der Pause geschafft zu haben. Marco Streller gelang gegen die sehr defensiv eingestellten Rumänen mit einem akrobatischen Volley das 1:0. Doch nach der Halbzeit entglitt dem Schweizer Meister die Kontrolle über das Spiel. Innerhalb von fünf Minuten und ohne das irgendwas auf die Wende hingedeutet hätte, schlug Cluj zweimal zu. Der blitzschnelle Senegalese Modou Sougou überwand Yann Sommer zweimal (66./71.).

Den beiden Gegentreffer, die den Basler teuer zu stehen kommen könnten, gingen Basler Fehler voraus. Vor dem 1:1 standen sich Markus Steinhöfer und der ansonsten starke Marcelo Diaz im Weg und ermöglichten den entscheidenden Pass auf Sougou. Vor dem 1:2 missriet Sommer ein Abschlag. Cluj hatte ansonsten vor allem noch einen nennenswerte Torchance – in der 85. Minute als Sougou nach einem in der Schlussphase immer zahlreicher werdenden Konter nur den Pfosten traf.

Dicht gestaffelte Rumänen

Dass am Ende Cluj die besseren Möglichkeiten zum dritten Treffer hatte als Basel zum Ausgleich, entbehrte nicht einer gewissen Ironie. Denn der rumänische Meister war wie am Vortag angekündigt, vor allem mit dem Ziel nach Basel gereist, keinen Gegentreffer zu erhalten. Cluj versuchte soviele Spieler wie möglich zwischen den Ball und das eigenen Tor zu bringen – zumindest dann, wenn die Basler das Spiel diktierten und das war meistens so. Es machte die Aufgabe des FCB nicht einfacher, denn Cluj spielte in der Defensive stark. Der rumänische Meister und zweimalige Champions-League-Teilnehmer blockte die Angriffe der Gastgeber mit der Abseitsfalle geschickt frühzeitig ab. Nur selten fand das Team von Heiko Vogel eine Lösung gegen den dicht gestaffelten Defensivverbund.

Trotz viel Ballbesitz waren Basler Torchancen rar. Die scheinbar Erlösung kam dann von Streller in der 44. Minute. Aleksandar Dragovic leitete einen Eckball weiter zum einzigen Stürmer in der Startformation und dieser traf herrlich. Vieles deutet darauf hin, dass nun alles leichter werden würde gegen zum Handeln gezwungene Gäste. Tatsächlich vergab Valentin Stocker, der wegen einer weiteren gelben Karte in Cluj am nächsten Mittwoch fehlen wird, eine hervorragende Möglichkeit zum 2:0 oder anders ausgedrückt Cluj-Keeper Mario Felgueiras, einer von fünf Portugiesen bei Cluj, hielt stark.

Bittere Wende nach nicht gegebenem Penalty

Der FC Basel, der zum ersten Mal seit 24 Spielen wieder eine Qualifikationspartie für den Europacup verlor, war nach dem Doppelschlag sichtlich geschockt, ging grosses Risiko beim Angreifen ein, ohne sich dabei allzuviele Chancen zu erarbeiten. Wie auch die etwas über 16'000 Zuschauer hatten die Basler Spieler nicht mit einem derartigen Umsturz, mit einem solch bitteren Szenario gerechnet.

Das Spiel hätte eigentlich eine ganz andere Wende nehmen müssen. Der FC Basel hatte druckvoll begonnen und keinen Zweifel daran gelassen, dass er mit einem Vorteil nach Cluj wollte. Schon nach 100 Sekunden hätte Marco Streller einen Penalty zugesprochen bekommen können. Ionut Rada, dem einzigen Rumänen in der Startformation der Gäste, kam wohl zugute, dass der schwedische Schiedsrichter Eriksson nicht schon in der Startphase einen Elfmeter pfeifen wollte.

Nun muss der FC Basel in Cluj am kommenden Mittwoch einen Rückstand aufholen. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man bedenkt wie gut Cluj im St. Jakob-Park verteidigte und konterte. Die Hürde auf dem Weg zu den Champions-League-Millionen ist gestern Abend nicht wie erhofft kleiner, sondern deutlich grösser geworden.

Basel - Cluj 1:2 (1:0)

St. Jakob-Park. – 16'651 Zuschauer. – SR Eriksson (Sd). – Tore: 44. Streller 1:0. 66. Sougou 1:1. 71. Sougou 1:2.Basel: Sommer; Steinhöfer, Sauro (86. Kovac), Dragovic, Park; Diaz, Cabral; David Degen (72. Fabian Frei), Salah, Stocker (80. Alex Frei); Streller.Cluj: Felgueiras; Pinto, Cadu, Rada, Camora; Saré; Rafael Bastos, Godemèche (67. Muresan), Sougou, Rui Pedro (72. Nicoara); Kapetanos (50. Ronny). Bemerkungen: Basel ohne Yapi (verletzt). Cluj ohne Deac (verletzt). 85. Pfostenschuss von Sougou. Verwarnungen: 45. Kapetanos (Unsportlichkeit). 46. Stocker (im Rückspiel gesperrt). 51. Degen (beide Foul). 54. Felgueiras (Reklamieren). 55. Rafael Bastos. 91. Steinhöfer. 91. Frei. Saré (alle Unsportlichkeit).

si/ker

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