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Fortes Zuversicht in der Baisse

YB leckt nach der Niederlage gegen Vaduz die Wunden. Am Donnerstag geht es in Napoli weiter. Trainer Uli Forte hält am Kurs fest.

Vertrauen vom Trainer: Das grosse YB-Goalietalent Yvon Mvogo.
Vertrauen vom Trainer: Das grosse YB-Goalietalent Yvon Mvogo.
Keystone

Zwei Zuschauer sind am Montagmorgen beim YB-Training im Turnerstadion dabei: der Journalist dieser Zeitung – und Andy Egli, Nachwuchschef beim FC Luzern sowie SRF-Experte für die Europa League. Egli bereitet sich akribisch auf seine Arbeit am Donnerstagabend im TV-Studio vor, wenn der YB-Auftritt in Napoli übertragen wird. Auf dem Rasen schwitzen jene Akteure, die am Tag zuvor gegen Vaduz bei der 0:1-Niederlage nicht eingesetzt wurden. Marco Wölfli hechtet im Tor umher, und es gibt ja einige im YB-Umfeld, die ein Comeback des Routiniers fordern – nachdem Yvon Mvogo gegen Vaduz mit einer unüberlegten Aktion den entscheidenden Elfmeter verursacht hat.

Drinnen, in den Katakomben des Stade de Suisse, sitzt bald darauf Uli Forte an einem Tischchen und gibt Auskunft. Er wirkt geknickt, die Augen sind klein, hinter ihm liegt eine kurze Nacht. «Ich habe mir viele Gedanken gemacht», sagt Forte, «und wir haben vorher alle zusammen gesprochen und die Situation analysiert.» Die Fussballer seien niedergeschlagen, die Stimmung sei mies, «es ist schwierig, ganz schwierig», sagt Forte. «Aber es geht weiter, wir stehen auf.»

Nicht nur Pech

Durchhalteparolen, klar, die kennt man von den Young Boys. Uli Forte ist aber im Gespräch auch bestrebt, Lösungen anzubieten. Einmal sagt er: «Es ist nicht nur Pech, wenn man bei einem Chancenverhältnis von 10:0 nicht gewinnt. Wir müssen einfach noch mehr Willen zeigen, noch mehr hämmern, wie wir sagen, und den Gegner noch mehr zermürben.» Der Druck auf den Trainer ist gestiegen, doch daran verschwendet Forte keine Gedanken. «Ich habe genug zu tun, es geht Schlag auf Schlag.» Es sei ja klar, dass ein YB-Trainer Schwierigkeiten habe, wenn er dreimal in Serie verliere. Die Berner Saisonbilanz ist schwach, da hilft der 2:0-Sieg in der Europa League gegen Napolis B-Team wenig. «Ungenügend» ist das Wort, welches Forte einfällt.

Die YB-Verantwortlichen haben drei Hauptgründe für die schier unfassbare Achterbahnfahrt ausgemacht. «Erstens haben wir viele junge Spieler, da muss man mit Rückschlägen rechnen», sagt Forte. «Aber das ist unser Weg, da ändern wir nichts.» Zweitens sei die Effizienz im Abschluss ein grosses Problem («wir hatten bei allen Niederlagen enorm viele Chancen»), was beispielsweise beim Japaner Yuya Kubo eben auch mit der Jugendlichkeit zusammenhänge. «Aber die Talente können nur Fortschritte machen, wenn sie spielen», sagt Forte. Und drittens habe YB die Aufstellung oft ändern müssen. «Jetzt aber sind viele Stammkräfte zurück», sagt der Coach. «Das stimmt mich zuversichtlich.»

Goaliewechsel kein Thema

Trotz Baisse und scharfer Kritik in Medien und Internetforen bleibt Uli Forte optimistisch. Die Abwehr sei mit den Innenverteidigern Steve von Bergen und Rückkehrer Milan Vilotic sowie dem defensiven Mittelfeldspieler Sékou Sanogo im Zentrum jetzt ausgezeichnet besetzt. Er werfe sich höchstens vor, sagt Forte, habe er Vilotic sowie Stürmer Guillaume Hoarau nicht früher eingesetzt. «Sie tun uns mit ihrer Erfahrung und Klasse sehr gut.»

Von Aktionismus hält der Coach nichts. Und so ist ein Goaliewechsel für ihn «überhaupt keine Frage». Die riesengrosse Begabung Yvon Mvogo bleibt im Tor. «So ist unsere Philosophie. Es wird sich auszahlen, dass wir viele junge Spieler fördern.» Vorerst fordert der Trainer, wie viele vor ihm in Bern, erst mal Geduld ein. Siege würden helfen. Weniger in Napoli am Donnerstag, das ist ein «Bonusspiel», wie der Coach sagt, sondern am Sonntag gegen Sion. «Die Super League ist unser Kerngeschäft», erklärt Forte. Eine weitere Heimniederlage würde die YB-Krise akut verschärfen.

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