Freudiges Ferienende bei YB

YB ist am Mittwochnachmittag in die neue Saison gestartet – mit prominenten Wiedergenesenen und glücklichen Zugängen. «Wir haben ein Team, das unseren Am­bitionen gerecht wird», sagt Sportchef Christoph Spycher.

YB-Sportchef Christoph Spycher gibt Auskunft über die Kadersituation.
Video: Claudia Salzmann
Dominic Wuillemin

Michael Frey machte am Montagabend mit seinem Wechsel von YB zum FC Zürich den Anfang: Am Dienstagvormittag gab der FC St. Gallen die Verpflichtung von Stürmer Nassim Ben Khalifa bekannt, am Nachmittag verkündete der FC Sion den ­Zuzug von Stürmer Marco Schneuwly. Er kommt vom FC Luzern.

Wen holen die Innerschweizer nun als Ersatz? Was führt Albian Ajeti im Schilde, dessen Transfer von St. Gallen zum FC Basel nach Wochen der Verhandlungen geplatzt ist? Zudem: Was plant der FCZ, der Frey geholt hat, mit Armando Sadiku und Raphael Dwamena? Den beiden Stürmern wird nachgesagt, lieber früher als später zu einem grösseren Klub wechseln zu wollen. Und vor allem: Wie reagieren die Young Boys auf den Abgang von Frey? Es sind Fragen über Fragen, das Stürmerkarussell drehte zuletzt so schnell, dass man den Überblick zu verlieren drohte.

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Impressionen aus dem ersten Training

Mittelfeld hat Priorität

Christoph Spycher sitzt am Mittwochnachmittag auf der Tribüne des Stade de Suisse. Zurückgelehnt im Tenue légère, erweckt der YB-Sportchef nicht den Eindruck, als fehle ihm der Durchblick. Ruhig und schnell erledigte der 39-jährige in den letzten Tagen etliche Pendenzen. Kleinere, wie die Abgänge von Kwadwo ­Duah nach Winterthur und Alain Rochat zu Lausanne. Aber auch kniffligere, wie die definitiven Übernahmen von Kevin Mbabu und Kasim Nuhu, sowie der Verkauf von Frey. «Wir haben nun ein Team, das unseren Ambitionen gerecht wird», sagt Spycher. «Aber die Arbeit ist nicht erledigt, der eine oder andere Spieler wird noch dazustossen.»

Nach dem Abgang von Denis Zakaria zu Borussia Mönchengladbach hat die Verpflichtung eines zentralen Mittelfeldspielers Priorität. Im Angriff sei man derweil nicht unter Zugzwang, meint Spycher. Zuzug Christian Fassnacht, der auf allen vier Offensivpositionen eingesetzt werden könne, gebe Planungssicherheit. «Wir halten aber Augen und Ohren offen.» Die Verpflichtung von Servettes Torjäger Jean-Pierre Nsamé gestaltet sich schwierig, gemäss dem «Blick» sollen die Genfer das Doppelte von den gebotenen 600'000 Franken fordern. Spycher mag sich an den Spekulationen nicht beteiligen.

Während Spycher Stellung nimmt, absolvieren die Young Boys auf dem Kunstrasen die erste Einheit der neuen Saison. Die Zugänge Fassnacht und Marco Bürki (beide von Thun) trainieren mit, wie auch Torhüter David von Ballmoos, der nach zweijährigem Leihengagement bei Winterthur Yvon Mvogo (Leipzig) als Nummer 1 ersetzt. «Ich freue mich extrem, zurück zu sein», sagt von Ballmoos. Bürki meint, er sei sehr froh, wieder bei YB zu sein.

Und Fassnacht, der anfängliche Nervosität eingesteht, sagt: «Ich wurde super aufgenommen.» Die rundum positiven Berichte der Neuen passen ins Bild. Die Young Boys präsentieren sich zum Ferienende in aufgeräumter Stimmung. Spassvogel Guillaume Hoarau, der sich Anfang April beim Spiel in Basel schwer an der Hüfte verletzt hatte, fühlt sich sichtlich wohl. Der 33-jährige Franzose absolviert grösstenteils ein separates Programm, wie auch Miralem Sulejmani und Sékou Sanogo. Alle drei sollten aber in Kürze ins Mannschaftstraining zurückkehren können.

Gajic nicht mehr im Kader

Beim Trainingsauftakt nicht mit dabei sind Taulant Seferi, der letzte Woche für die U-21 Albaniens im Einsatz stand, sowie die Schweizer U-21 Nationalspieler Michel Aebischer und Dario Marzino. Sie geniessen verlängerte Ferien und werden bis zum Trainingslager nächste Woche in Österreich zurückerwartet.

Zudem fehlt am Mittwoch Milan Gajic. Der serbische Mittelfeldspieler, der bereits letzte Saison keine Rolle mehr gespielt hatte, gehört fortan nicht mehr dem Kader an. Der 30-Jährige, der einen Vertrag bis Sommer 2018 besitzt, befindet sich auf Klubsuche. Die Young Boys gehen davon aus, dass Gajic fündig wird. Eine Rückkehr, etwa ins Training der zweiten Mannschaft, ist nicht vorgesehen.

Noch steht der Name Gajic auf der Pendenzenliste von Sportchef Christoph Spycher. Aber auch diese Aufgabe könnte bald er­ledigt sein.

Das Programm der Young Boys:

Testspiele:
Freitag, 23. Juni: Burkhalter-Cup
Freitag, 30. Juni, 18.30 Uhr: YB - Wacker Innsbruck in Fügen
Mittwoch, 5. Juli: YB - Terek Grosny in Fügen
Mittwoch, 12. Juli, 20 Uhr: Uhrencup in Biel, YB - Stoke City
Samstag, 15. Juli, 17 Uhr: Uhrencup in Biel, YB - Benfica Lissabon
Trainingslager in Fügen im Zillertal (AUT): 28. Juni bis 6. Juli.

Berner Zeitung

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