GC-Bestechungsfall: Was wusste der Sportchef?

Mathias Walther werden enge Verbindungen zum mittlerweile freigestellten Trainer nachgesagt. So erklärt sie der GC-Sportchef.

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Sie hielten viel von ihm, bei GC. So viel, dass sie dem Mann, der seit Anfang 2018 Trainings im GC-Juniorenbereich durchführte, eine Festanstellung als Nachwuchstrainer gaben. Das war im September. Doch seit Dezember ist er seinen Job wieder los. Der Trainer nahm Geld an, um Kinder in Juniorenteams zu schleusen, ihnen Probetrainings zu organisieren und offenbar auch Einsatzzeiten zu ermöglichen.

Zusätzliche Brisanz verleiht der Geschichte, dass der Mann offenbar mehrere Jahre mit Mathias Walther zusammengearbeitet hat. Der gemeinsame Weg begann, als er bei den C-Junioren des Schweizer Rekordmeisters unter dem damaligen Trainer Walther spielte. Später sollte ihn Walther als Trainer zum FC Winterthur holen und einen Job in Mazedonien besorgen. Nach diesem Engagement wurde der bei GC mittlerweile freigestellte Juniorentrainer Leiter einer Fussballschule, die Xherdan Shaqiri unterstützte. Als Berater hatte auch Walther Verbindungen zur Familie Shaqiri.

War es also der GC-Sportchef höchstpersönlich, der seinen alten Freund als Nachwuchstrainer im Verein installierte? «Ich habe ihn damals nach Mazedonien mitgenommen. Zu GC kam er aber auf einen Antrag von den Verantwortlichen des Nachwuchsleistungszentrums», erklärt Walther. Johannes Moos ,Leiter Footeco, habe das Gesuch vorangetrieben, unterstützt vom technischen Leiter Roman Hangarter und Ausbildungschef Timo Jankowski.

Kamen Kinder via Fussballschule?

Zum Startzeitpunkt bei GC habe der frühere Juniorentrainer nicht mehr für die von Shaqiri promotete Fussballschule gearbeitet. «Darauf haben wir bei GC genau geschaut», sagt Walther. Ohnehin wollten sie beim Zürcher Club keine Trainer, die privat Kinder trainieren: «Sobald ein Spieler für private Trainings bezahlt, wird es heikel. Da wird schnell die Unabhängigkeit infrage gestellt.» Dass Kinder von der Fussballschule zu GC in den Nachwuchs wechselten, wie eine Quelle behauptet, bestreitet Walther.

Es kann zumindest überraschend wirken, dass Walther nichts von den Machenschaften seines Freundes mitbekommen hat. «Wir wussten, dass er eine extrovertierte und impulsive Person ist. Dass er dieser Versuchung verfallen ist, konnten wir allerdings nicht erahnen», sagt Walther. Deshalb sei es GC wichtig gewesen, sofort reinen Tisch zu machen: Ausserdem sei der Fall ins Rollen gekommen, als unter anderem Walther Unregelmässigkeiten aufgefallen seien. Er war es dann auch, der die Kündigung aussprechen musste.

Seit der Freistellung hatte Walther mit seinem früheren C-Junior unregelmässigen Kontakt. Nachtragend ist er nicht: «Jeder hat einmal einen Fehler gemacht. Aber dafür muss man die Konsequenzen tragen.»

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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