GC-Fans werden nun rigoros kontrolliert

Nach dem Spielabbruch in Sitten und den Missständen im Nachwuchsbereich geben die Grasshoppers weitere Schritte bekannt.

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In einem Communiqué geht der Grasshopper Club auf den von GC-Ultras erzwungenen Spielabbruch vom 16. März auswärts gegen Sion ein. In engem Kontakt mit den Zürcher Behörden kommen Massnahmen zum Tragen, um die Sicherheit im Stadion und insbesondere der Kurve zu gewährleisten: «Auf Anordnung des Sicherheitsdepartements der Stadt Zürich wird der Grasshopper Club Zürich einen Faneingang schliessen und die Fans über den Eingang mit den mannshohen Drehsperren führen, um intensivere Einzeluntersuchungen durchführen zu können.» Dies könne zu einem verzögerten Einlass der Matchbesucher führen, vermeldet der Club. «Ziel der intensiveren Eingangskontrollen ist zu verhindern, dass verbotene Gegenstände ins Stadion gelangen.»

Die neuen Kontrollen gelten am kommenden Sonntag, 31. März, im Heimspiel gegen Lugano und auch in den weiteren Partien im Letzigrund. Dass GC eine Strafanzeige gegen Unbekannt und den Strafverfolgungsbehörden vollumfängliche Kooperation zugesagt hat, war bereits bekannt.

Mit Aufarbeitung begonnen

Wie wichtig GC der Dialog mit den Fans ist, betonte der neue Präsident Dr. Stephan Rietiker am Mittwoch bei seiner Vorstellung gegenüber Medien mehrfach. Der Club habe sich mit Vertretern der Fanorganisationen zusammengesetzt, um die Vorgänge in Sitten aufzuarbeiten und über die zukünftigen verschärften Sicherheitsmassnahmen zu informieren.

Zitate wie «Wir stehen zu unseren Fans, ziehen aber eine rote Linie, wenn eigene Fans die Zuschauer, die Spieler oder das Spiel gefährden» von Gurovits unterstreichen, dass sich der Club «in aller Form von jeglichem gesetzeswidrigen Verhalten von GC-Fans distanziert», wie zu lesen ist. Ausserdem überprüft der Club die Möglichkeit, Regress zu nehmen, um den aus dem Spielabbruch entstandenen Schaden auf die Täter abzuwälzen.

Vorfälle auf Campus werden weiter untersucht

Auch auf die Missstände in der GC-Nachwuchsabteilung, wegen denen der Club im Februar in die Negativschlagzeilen geraten war, wird im Communiqué eingegangen. Der Schweizer Rekordmeister hatte sich Ende des vergangenen Jahres von mehreren Juniorentrainern getrennt. Mindestens einer hatte Geld von Eltern angenommen, um Kinder diverser Altersklassen in GC-Jugendteams zu schleusen. Er gestand seine Vergehen, nachdem ihn die GC-Verantwortlichen mit entsprechenden Gerüchten konfrontiert hatten. Der Club verzichtete auf eine Anzeige, liess die vor allem von Eltern gemeldeten Vorfälle auf dem GC-Campus jedoch intern untersuchen.

Gemäss einem Communiqué des Vereins sind die internen Untersuchungen «über die in den Medien verbreiteten Vorwürfe im Juniorenbereich» nun beendet. Um die Untersuchungen allerdings vollständig abschliessen zu können, hat GC die Rechtsanwaltskanzlei Kellerhals Carrard beauftragt. Diese soll die bisher vorliegenden Ergebnisse nicht nur vervollständigen, sondern auch verifizieren. «Wir sind überzeugt, dass unsere Trainer das Vertrauen der Junioren, der Eltern und des Clubs verdienen. Sollte die Untersuchung aber ein Fehlverhalten aufdecken, würden wir umgehend die notwendigen Konsequenzen ziehen», wird Vizepräsident András Gurovits in der Medienmitteilung zitiert.

ddu

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