GC ist nur noch himmeltraurig

Die Zürcher fallen auch gegen Luzern auseinander. Muss Thorsten Fink nun gehen?

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Thomas Schifferle@tagesanzeiger

Und jetzt, Thorsten Fink? Sind Sie noch der richtige Trainer? Oder treten Sie zurück?

Es sind die Fragen, die in der Luft liegen nach diesem Abend, der GC und seinem Trainer den nächsten Tiefpunkt beschert hat. 1:3 verloren gegen Luzern, chancenlos gegen eine spielerisch biedere Mannschaft, fünf Minuten gekämpft und sonst nur ein himmeltrauriger Auftritt – und darum liegt die Frage nach der Position des Trainers in der Luft.

Präsident Stephan Anliker redet nach dem Spiel nicht, Sportchef Mathias Walther schweigt öffentlich ebenso. Fink muss seinen Mann stehen, wieder einmal ganz allein, ohne Support. «Ich bin verantwortlich dafür, wie es aussieht», sagt er dann, «ich bin lange genug im Geschäft. Ich stelle mich gerne den Fragen.»

Wie es weitergeht mit Fink, ist offen. Die Zeit soll zur Analyse genutzt werden, «wir müssen alles besprechen», sagt der Trainer, «zuerst müssen wir uns sammeln». Aber aufgeben? Nein, er will nicht davonlaufen, auch wenn die Zahlen zum Davonlaufen sind.

Was ist schon normal bei GC?

Seit er bei GC im Amt ist, und das ist er seit dem 23. April 2018, hat er in der Meisterschaft 28 Spiele bestritten. 6 hat er gewonnen, das ist mager. Dafür hat er 18 verloren, und das ist erschreckend. Allein in den letzten 12 Runden setzte es 9 Niederlagen ab. Normalerweise kann ein Trainer mit einer solchen Bilanz seine Position nicht halten.

Doch was ist schon normal bei diesem GC, das seit Jahren versucht, zur Ruhe zu kommen und Stabilität zu finden, und das dabei nur eines zustande gebracht hat: einen rekordverdächtigen Spielerverschleiss. In den fünf Jahren Anlikers sind 167 Spieler gekommen oder gegangen. Kontinuität ist ein Fremdwort. Das Resultat lässt sich in der Rangliste ablesen. GC ist auch nach der 23. Runde Letzter.

«Ich habe die Kraft, um weiterzumachen»

Nach dem 1:1 vor einer Woche in Thun hatte Fink noch geglaubt, seine Mannschaft könne Abstiegskampf. Und er meinte fürs Spiel gegen Luzern auch, es gebe keinen Grund für Wechsel. Doch was macht er? Er wählt ein neues System und ersetzt zwei Spieler, Gjorgjev und Taipi. Nicht dass die beiden ein Verlust wären. Denn wer ist schon ein Verlust in dieser Mannschaft, abgesehen von Goalie Lindner? Aber die elf Spieler auf dem Platz sind unsortiert, als der Match beginnt. Nach 16 Minuten und einem Fauxpas Holzhausers fällt das 0:1 durch Schulz. Nach 23 Minuten und Fehlern der halben Defensive folgt das 0:2 durch Schneuwly. GC ist zu keiner Reaktion fähig, GC ist apathisch.

Nach der Pause kommen Djuricin und Sigurjonsson, Ajeti stochert den Ball zum Anschlusstor über die Linie. Fünf Minuten später lenkt Ajeti einen Schuss von Schneuwly ins eigene Tor ab. Die Zürcher fallen wieder komplett auseinander. Am Ende sagt Fink: «Ich habe die Kraft, um weiterzumachen.»

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