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GC reagiert – Trainer Forte muss gehen

Das 1:4 gegen Lausanne-Ouchy war die eine Niederlage zu viel: Die Grasshoppers entlassen Uli Forte.

ths.
Wieder ohne Job: Nach 10 Monaten ist Uli Forte nicht mehr GC-Trainer.
Wieder ohne Job: Nach 10 Monaten ist Uli Forte nicht mehr GC-Trainer.
Keystone
Der Genickbruch war die 1:4-Niederlage am Freitag bei Lausanne-Ouchy.
Der Genickbruch war die 1:4-Niederlage am Freitag bei Lausanne-Ouchy.
Keystone
Da war die Welt noch in Ordnung: Forte jubelt am 13. September 2019 nach dem Sieg gegen den FC Servette im Cup-Sechzehntel-Final. Er war zuvor vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt worden.
Da war die Welt noch in Ordnung: Forte jubelt am 13. September 2019 nach dem Sieg gegen den FC Servette im Cup-Sechzehntel-Final. Er war zuvor vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt worden.
Keystone
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Im hauseigenen TV sagte GC-Sportchef Fredy Bickel am Mittwoch: Nicht aufzusteigen wäre «kein Weltuntergang». Trotzdem betonte er: «Ich will diese Saison aufsteigen.»

Zwei Tage später spielten die Grasshoppers bei Stade Lausanne-Ouchy, legten einen lamentablen Auftritt hin und verloren 1:4. Danach gab es nur eine Frage: Kann Uli Forte, schon unter der Woche schwer angezählt, wirklich noch Trainer bleiben? Kann einer bleiben, unter dem das Erreichen des Barrage-Platzes ernsthaft in Gefahr ist? Die Antwort gibt der Club ziemlich genau 24 Stunden später. Er teilt die sofortige Trennung von Forte mit. Im Communiqué schreibt er, dem Trainer gebühre Dank und Anerkennung, dass er die Mannschaft zwischenzeitig auf den 1. Platz geführt habe. Wenigstens zu ein paar netten Worten hat es noch gereicht. Wer Forte ersetzt, ist noch offen. Die Suche ist nicht einfach, weil die Priorität ist, einen Coach vorerst nur bis Ende Saison zu engagieren.

Zehn Monate war Forte im Amt, nur zehn Monate. Die Pläne waren anders gewesen bei seiner Präsentation am letzten 9. April. Forte wurde in der Hoffnung geholt, den Abstieg aus der Super League trotz einer aussichtslosen Lage noch abwenden zu können. Von acht Spielen gewann er schliesslich keines. Trotzdem galt er als Mann der Zukunft: Er sollte die Mannschaft in die höchste Liga zurückführen. So hatte es Stephan Rietiker als Präsident geplant. Doch die alte Saison war kaum fertig, lief Rietiker davon. Danach gingen 22 Spieler freiwillig oder auch nicht.

Nicht der Trainer von Gurovits und schon gar nicht von den Fans

Forte musste sich daran machen, eine neue Mannschaft zu basteln. Geld hatte er dafür keines zur Verfügung. Und er hatte noch ein paar Probleme: Er war nicht der Trainer von András Gurovits, dem einzigen verbliebenen Verwaltungsrat; er war auch nicht der Trainer von Fredy Bickel, der im Oktober als CEO auf den Campus kam; und schon gar nicht war er der Liebling der Fans, nachdem er im Juni 2013 von GC zu YB geflüchtet war.

Die Vorrunde schloss GC auf Platz 2 ab, das war ordentlich vom Ergebnis her und reichte noch, die Widerstände gegen Forte trotz aller spielerischer Bescheidenheit der Leistungen unter dem Deckel zu halten. Aber das 1:1 zum Wiederbeginn in Chiasso und dann natürlich das 1:2 gegen Vaduz vor neun Tagen liessen die Emotionen hochkochen. «Forte raus!», forderte die Kurve, aber nicht nur sie tat das, sondern auch der Kreis der Geldgeber. Das 1:4 am Freitag in Nyon war schliesslich dieser eine Tiefschlag zu viel. Der neuerliche Zerfall der Mannschaft führte endgültig zur Erkenntnis, dass Forte taktisch keinen Plan hat.

In Fortes Lebenslauf steht nun, dass er zum dritten Mal in Folge bei einem Verein entlassen worden ist: im August 2015 bei den Young Boys, im Februar 2018 beim FC Zürich und jetzt eben bei GC nach total 29 Meisterschaftsspielen mit gerade einmal 9 Siegen. Wenigstens kann er Rietiker danken, dass er von ihm einen Vertrag bis 2021 erhalten hat, der ihm jährlich um die 400 000 Franken einbringt.

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