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Coronavirus legt Super League noch lange lahm

Die Schweizer Fussballliga wird bis am 23. März pausieren. Geisterspiele wollen die Clubs nicht – aus wirtschaftlichen und emotionalen Gründen.

Die Schweizer Fussballliga informiert die Öffentlichkeit. (Video: Eva Tedesco/Tamedia)

Der Spielbetrieb in der Super und Challenge League wird bis mindestens 23. März, bis zur Nationalmannschaftspause, ausgesetzt. Das haben die 20 Clubs der beiden höchsten Schweizer Ligen am Montag bei einem Treffen in Bern entschieden. Sollte das Veranstaltungsverbot seitens des Bundes nicht weiter verlängert werden, wird der Meisterschaftsbetrieb dann wieder aufgenommen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hat der Bundesrat sämtliche Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis mindestens 15. März verboten. In der höchsten Schweizer Liga sind drei Vollrunden (Spieltage 25 bis 27) betroffen, vier, wenn man die Runde vom letzten Wochenende mitrechnet, sowie der Cup-Halbfinal.

Geisterspiele gibt es nicht

Am späten Montagnachmittag informierte Claudius Schäfer, Geschäftsführer der Swiss Football League, über das weitere Vorgehen und welche Massnahmen noch getroffen werden müssen. Diskutiert wurden auch Geisterspiele. «Die Clubs entschieden sich aus wirtschaftlichen Gründen dagegen und weil aktuell noch genügend Ausweichtermine vorhanden sind», sagte Schäfer.

Claudius Schäfer erklärt, wie es weitergeht. (Bild: Keystone)
Claudius Schäfer erklärt, wie es weitergeht. (Bild: Keystone)

Denn neben dem Spielplan ging es auch darum, sich mit Finanziellem auseinandersetzen. «Es gibt SL-Clubs bei denen die Matcheinnahmen über 40 Prozent der Jahreseinnahmen ausmachen. Wenn wir verschieben, kommt es nicht zu Ausfällen, die Einnahmen kommen einfach später.» Viele Clubs hätten Ausfallversicherungen, ergänzte Schäfer, nicht aber die Liga. Zudem hätten Vereine die Möglichkeit, für Spieler und auch Angestellte der Geschäftsstellen Kurzarbeit beim zuständigen RAV anzumelden.

Die andere Seite war die emotionale Komponente, weshalb die Verantwortlichen Geisterspiele vorerst ausschlossen. «Wer mag schon Spiele ohne Fans?», so Schäfer.

«Es wird Diskussionen mit den Behörden brauchen»

Geht man davon aus, dass nach dem 23. März wieder gespielt werden kann, braucht es fünf Nachhol-Termine (vier Ligaspiele plus der Cup-Halbfinal). «Es wird Diskussionen mit den Behörden brauchen, um die Bewilligungen zu erhalten. Und die Stadienbetreiber müssen zusätzliche Daten zur Verfügung stellen. Zudem braucht es sehr viel Flexibilität der Clubs», sagt Schäfer. Der nächste Schritt sei, mit der Uefa Kontakt aufzunehmen. «Wir fordern die Freigabe der Sperrdaten, damit wir an Champions League- oder Europa League-Tagen spielen können.»

Die Liga werde laufend eine Situationsanalyse durchführen und sich regelmässig mit den Clubs austauschen. Bis zum nächsten Meeting am 13. März werden weitere Szenarien ausgearbeitet, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Auch werden Fragen beantwortet wie:

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Bis wann sind weitere Spielverschiebungen möglich?

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Ab wann muss wegen Terminnot Geisterspiele austragen?

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Wie sieht das Vorgehen bei Infizierung Team/Betreuer/Umfeld der Mannschaft mit Quarantäne-Massnahmen mit unbestimmter Dauer aus?

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Muss die Meisterschaft verkürzt werden?

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Muss die Meisterschaft abgebrochen werden?

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Es ist eine schwierige Situation für die Liga und die Clubs. Das bestätigt auch Schäfer. Er sagt: «Wenn wir Ende März nicht wieder beginnen können – dann kommen die ganz schwierigen Fragen. Oder wenn wir einen Quarantäne-Fall in einer, zwei oder drei Mannschaften haben, dann wird auch das Thema akut, ob wir überhaupt Fertigspielen können.»

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Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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