Goalielegende ätzt gegen Mourinho

Einst vom Portugiesen degradiert, jetzt schlagfertig: Iker Casillas schiesst gegen seinen ehemaligen Trainer.

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Die Spannungen zwischen Real-Legende Iker Casillas und Manchester-United-Trainer José Mourinho haben eine lange Vorgeschichte. Diese begann in der Saison 2012/13, als der Portugiese den spanischen Weltmeister aussortierte und durch Antonio Adán beziehungsweise Diego López ersetzte. Die Verantwortlichen, Spieler und Fans verurteilten «the Special One» für sein Vorgehen, und sein Vertrag wurde aufgelöst. Doch die nachfolgenden Trainer setzten auch nicht mehr auf Casillas, was diesen dazu bewegte, auf die Saison 2015/16 hin zum FC Porto zu wechseln. Vergangene Spielzeit wurde er mit dem Verein portugiesischer Meister.

In einem Interview mit der portugiesischen Sportzeitung «Récord» vor ein paar Wochen hat sich Mourinho zur Personalie Iker Casillas geäussert, mit der Aussage, dass «ein 37-Jähriger an seinem Karrierenende angelangt ist und definitiv aufhören muss». Ein Giftpfeil in Richtung des ehemaligen Real-Torhüters.

Der Weltmeister von 2010 antwortete nach der Niederlage von Manchester United gegen Liverpool schlagfertig mit den Worten: «Ich bin vollkommen einverstanden damit! Meine Frage ist: Woran und in welchem Moment merkt man bei einem Trainer, dass er nicht mehr in der Lage ist, ein Team zu führen oder zu trainieren?»

Die Twitter-Gemeinde feiert «San Iker» für diesen Tweet. Viele fragen nun, wie sich Mourinho verteidigen wird. Mit gewonnenen Titeln, wie er es sonst macht? Das funktioniert gegen den Weltmeister, zweimaligen Europameister und 3-fachen Champions-League-Sieger kaum.

Casillas hat vor kurzem in einer spanischen TV-Sendung gesagt, dass Mourinho die Rivalität zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona immer weiter habe aufheizen wollen und dabei mehrfach die Grenze überschritten habe (unvergessen der Stich mit dem Finger ins Auge des damaligen Guardiola-Assistenten Tito Vilanova). Dies habe die Freundschaften zwischen Spielern von Barcelona und Real beeinträchtigt, unter anderem Xavis enge Beziehung zu Casillas, was sich in einem Clásico manifestierte, indem sich die beiden anschrien. Es war dieses Interview, das Mourinhos verbale Attacke provozierte.

Auch Iniesta kritisiert Mourinho

In einem Gespräch mit «XL Semanal» vor zwei Jahren hatte Casillas eine Biografie angekündigt, welche in den nächsten 15 Jahren erscheinen soll und die Wahrheit ans Licht bringen werde.

Neben dem ehemaligen Captain der spanischen Nationalmannschaft hat sich auch Andres Iniesta zum Thema Mourinho und Clásicos geäussert. Er sagte in der Sendung «Salvados» des privaten Senders La Sexta TV: «Er (Mourinho, Anm. d. Red.) hatte einen entscheidenden Anteil an der schlechten Beziehung zwischen Barça und Madrid. Derjenige, der das nicht erkannt hat, wurde in eines der beiden Lager getrieben.»

Die von «the Special One» angetriebene Vergiftung sei sogar bis in die Nationalmannschaft vorgedrungen und habe die Beziehungen zwischen den Spielern zerrüttet: «Es war unerträglich. Das Ganze hat dem Team grossen Schaden zugefügt. Es hatte nichts mehr mit der üblichen Rivalität zu tun, es war Hass.» Dieser Hass führte dann oft zu hart und unfair geführten Spielen zwischen den beiden Clubs, was die Atmosphäre noch mehr verpestete.

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