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Gross will FCB in Bond-Manier zum Erfolg führen

Frei nach dem Motto des James-Bonds-Films «The World Is Not Enough» reicht Christian Gross ein Punkt nicht. Er will mit einer mutigen Aufstellung mehr aus der Ukraine mitnehmen.

So neblig und grau und so trist das Donezkbecken gestern die Basler empfing, so knisternd und spannend ist die Aufgabe, die ihnen heute Abend im altehrwürdigen Stadion Olympiski bevorsteht. «Wir haben nichts zu verlieren», war die meistverwendete Losung in den Reihen der Rotblauen auf dem Hinflug.

Wenn in dreieinhalb Jahren die Euro in der Ukraine trotz aller Unkenrufe tatsächlich stattfinden sollte, wird einiges anders sein, als man es gewöhnt ist. Gestern fanden die Schweizer Fussballreisenden nach der Ankunft jedenfalls ihre Koffer nicht auf einem Förderband. Der Gepäckwagen fuhr kurzerhand vors Flughafengebäude, wo FCB-Materialwart Roger Eglin im Stile eines Basarverkäufers von der Ladefläche herunter Taschen an Mann und Frau brachte.

«Der Punkt ist nicht genug»

Weniger Improvisationskunst, dafür umso mehr taktische Klarheit verlangt der Auftritt von den Baslern heute Abend. Die Ausgangslage ist klar: Mit der vierten Niederlage im fünften Gruppenspiel wäre der FCB aus dem Spiel, mit einem weiteren Auswärtspunkt bleibt er rechnerisch im Rennen, und bei einem Sieg hat er sein Schicksal im «Basler Endspiel» gegen Sporting Lissabon am 9. Dezember in den eigenen Füssen.

Frühaufsteher Christian Gross, der gestern um 7 Uhr mit einem beschwingten «mission not completed» in Basel-Mulhouse erschien, gibt sich kämpferisch: «Ein Punkt in Donezk ist nicht genug.» Bei einem Unentschieden, so der FCB-Trainer, müsste der FCB gegen Sporting gewinnen: «Und das ist auch nicht einfach.»

Eröhte Risikobereitschaft

Deshalb will er mit Eren Derdiyok und Eduardo zwei Stürmer aufs Feld schicken und es also nochmals im mutigen 4-4-2-System versuchen, mit dem die Basler beim 0:5 gegen Barcelona Schiffbruch erlitten hatten. «Je nach Spielverlauf», kündigt Gross an, «werde ich sicher noch mehr Risiko auf mich nehmen.»

Das klingt nach einer Alles-oder-nichts-Einstellung, mit der er seine Mannschaft im Olympiski sehen will. «Wir haben nichts zu verlieren und nichts zu verbergen», sagt Eren Derdiyok. Der zuletzt treffsicherste FCB-Spieler fordert auch den Ukrainern Respekt ab: «Wir sind uns bewusst, dass Derdiyok der aktuell stärkste Spieler ist», sagt Innenverteidiger Oleksandr Kucher, «deshalb dürfen wir ihm erst gar keine Gelegenheit geben, seine Stärken zu zeigen.»

Die Lehren gezogen

Gross bedauert, dass ihm Marco Streller nicht zur Verfügung steht. Und Derdiyok ist sich im Klaren, dass der Auftrag an ihn und den laufstarken Eduardo lautet: Die Defensive fängt bei den beiden Stürmern an. Sie werden auch gefragt sein, die Bälle aus der eigenen Hälfte zu sichern, um ein Nachrücken zu ermöglichen.

Fritz Schmid hat aus den bisherigen Champions-League-Auftritten und speziell dem Hinspiel gegen Schachtjor abgelesen, wie wichtig auf höchstem Klubniveau Ballsicherheit und Ruhe in der Spielkonstruktion sind. «Erst mal muss man sauber verteidigen», so Schmid, «und das hat die Mannschaft in Lissabon und in Barcelona phasenweise gut gemacht.» Was in Ballbesitz die Passgenauigkeit, Passschnelligkeit und die Ruhe am Ball anbelangt, sieht der Assistent von Gross im internationalen Vergleich noch «Entwicklungspotenzial».

Initialzündung. Wie auch immer: Moral und Selbstvertrauen sind mit dem Punktgewinn im Camp Nou zurück. «Das war die Initialzündung, um an den dritten Platz zu glauben», sagt Mittelfeldspieler Benjamin Huggel. Heute kann der FCB demonstrieren, ob er die richtigen Lehren aus dem 1:2 im Hinspiel gezogen hat.

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