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Grosse Schweizer Chance im Europacup

Nach Luxemburg ist vor Donezk und Milan - die Schweiz rückt in der Fünfjahreswertung vor

Christian Gross wird nicht müde - müde, die Super League stark zu reden. Hartnäckig bis trotzig vertritt er die Ansicht, dass die Liga besser sei als ihr Ruf. Und es ärgert ihn, dass dies von der Schweizer Wirtschaft zu wenig honoriert werde. Nun, nach dem 1:2 des Nationalteams gegen Luxemburg, kämpfen die Klubs nicht allein für sich, sondern sie kommen überdies in den Genuss der Aufgabe, das angeschlagene fussballerische Seelenheil der Nation zu stimulieren. Vier Teams stehen in der kommenden Woche im Europacup im Einsatz - die Voraussetzungen könnten verschiedener nicht sein.

Basels Reichweite, YBs Glück, Bellinzonas Auswärtsspiele

Da der FC Basel, der wieder einmal erreicht hat, wovon jeder Schweizer Meister träumt: die Champions League. Übermorgen Dienstag gastiert im ersten Gruppenspiel gleich jene Mannschaft im St.-Jakob-Park, die am ehesten in Reichweite des FCB sein dürfte, Schachtjor Donezk. Die anderen beiden Gegner, der FC Barcelona und Sporting Lissabon, sind Schwergewichte im europäischen Fussball, und die Mannschaft müsse über sich hinauswachsen, sagt Gross , wenn sie in dieser Gruppe bestehen wolle. Realistisch betrachtet aber findet Basels Trainer, «sind alle Teams höher einzustufen als wir».

Dort die Young Boys, die in der ersten Runde des Uefa-Cups mit dem FC Brügge einen schlagbaren Kontrahenten zugelost bekommen haben. Und der FC Zürich sowie Bellinzona, von denen man dies nicht mit gutem Gewissen sagen kann. Sie treffen auf Milan bzw. Galatasaray, wobei die Tessiner ihr Heimspiel gar ans andere Ende der Schweiz verlegten, nach Basel, und damit angesichts der vielen dort wohnhaften Türken bestimmt zwei Auswärtsspiele zu bewältigen haben. Das Erreichen der Gruppenphase wäre für beide Teams eine grosse Überraschung.

Der Ausflug des FC Zürich in den Weltfussball

«Milan ist das schlechteste und beste Los gleichzeitig», sagt FCZ-Trainer Challandes - schlecht, weil das Ziel des Klubs Gruppenphase geheissen habe, gut, weil man als Schweizer Spieler nicht 50 Mal die Möglichkeit bekomme, gegen Milan zu spielen. «Für mein Team ist das eine aussergewöhnliche Chance », sagt Challandes, «wenn nicht die grösste im Weltfussball überhaupt.» Und weil auch er gerne die Qualitäten der Super League herausstreicht, sagt er: «Unser Fussball ist auf dem richtigen Weg.»

Der Schweiz bietet sich überdies die grosse Chance, sich in der Rangliste der europäischen Verbände emporzuarbeiten. Die magische Basler Champions-League-Saison 2002/03 ist längst aus der Fünfjahreswertung der Uefa gefallen, und in einem Jahr wird ihr die Spielzeit 2004/05 folgen. Dies ist darum wichtig, weil die Schweizer Klubs in jener Saison international sehr wenig geboten hatten. Aktuell liegt die Schweiz auf Rang 13 (vor dieser Saison 17), was bedeutet, dass in der Saison 2010/11 wieder zwei Teams um die Champions-League-Qualifikation mitspielen könnten. Gelänge den Schweizern zudem eine ähnliche Saison wie 2005/06, als Basel und Thun im Europacup überwinterten, könnten sie in drei Jahren bis auf Rang 9 vorstossen - womit sich der Meister direkt für die Champions League qualifizieren würde.

Aber: Scheitern Bellinzona und der FCZ an ihren übermächtig wirkenden Gegnern und leistet sich YB ein Ausscheiden gegen Brügge, würden sie eben nicht aus der Wertung fallen. Stattdessen würde jeder Punkt, den der FCB in der Champions League gewänne, durch fünf geteilt, weil für die Schweiz fünf Teams zur europäischen Saison gestartet waren.

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