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«Gute Nacht Deutschland, wenn das unser Land ist»

Nach dem Hausbrand bei Bayern-Spieler Breno vermutet die Polizei Brandstiftung. Die Führung des FC Bayern München ist darüber verärgert.

«Gute Nacht, Deutschland»: Bayerns Präsident Uli Hoeness ist über die Festnahme Brenos genervt.
«Gute Nacht, Deutschland»: Bayerns Präsident Uli Hoeness ist über die Festnahme Brenos genervt.
Keystone

Die Verantwortlichen der Bayern reagierten nach dem 3:0-Sieg gegen Leverkusen vehement auf die Festnahme ihres Spielers durch die Münchner Behörden. «Das ist ein Ding der Unmöglichkeit, den Jungen ins Gefängnis zu stecken. So etwas habe ich in unserem Land bislang nicht für möglich gehalten. Gute Nacht, Deutschland, wenn das unser Land ist», echauffierte sich Präsident Uli Hoeness. Die Begründung der Staatsanwaltschaft nannte Hoeness «lächerlich» sowie «dubios». Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betonte, dass der Spieler nach dem Wohnungsbrand keinen Pass mehr besitze, von Fluchtgefahr könne demnach nicht gesprochen werden. Hoeness meinte, der FC Bayern habe den Fall in Ruhe und mit grosser Sorgfalt in Zusammenarbeit mit den Behörden klären wollen - doch nach dem plötzlichen Schritt der Staatsanwaltschaft sei der Klub «vollkommen vor den Kopf gestossen».

Für den 21-jährigen Bayern-Profi Breno wird die Schlinge eng: Der Brasilianer ist am Samstag wegen Verdachts auf schwere Brandstiftung in Untersuchungshaft genommen worden. Das Amtsgericht München erliess Haftbefehl wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr.

Verdacht auf Vorsatz

Die Villa des Profis vom deutschen Rekordmeister Bayern München war in der Nacht auf Dienstag komplett abgebrannt. Es entstand ein Schaden in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Breno hielt sich zum Zeitpunkt des Brandes im Haus auf, seine Ehefrau Renata und deren drei Kinder waren nicht daheim. Am Freitag teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass gegen den jungen Brasilianer ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Breno steht unter Verdacht, das Feuer in seiner Villa im Münchner Nobel-Vorort Grünwald vorsätzlich gelegt zu haben - mit 1,5 Promille Alkohol im Blut.

Breno war Anfang 2008 zu den Bayern gestossen, konnte sich aber bisher nicht gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. In der Rückrunde der Spielzeit 2009/10 wurde der Innenverteidiger an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen. Dort erlitt Breno nach nur wenigen Spielen einen Kreuzbandriss und fiel bis Saisonende aus. Auch danach hatte er wiederholt mit Verletzungen zu kämpfen. Am Montag - also wenige Stunden vor dem Brand - erfuhr er, dass er erneut am Knie operiert werden muss, sogar vom Karriereende war die Rede. Vorerst sitzt Breno nun in Untersuchungshaft. Allerdings könnte der Abwehrspieler möglicherweise gegen die Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuss kommen.

si/ot

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