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Razzia bei Ex-Fifa-Funktionär Linsi

Die Bundesanwaltschaft hat im Zusammenhang mit dem deutschen «Sommermärchen» 2006 an mehreren Orten in der Deutschschweiz Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Mehrere ehemalige Fussballfunktionäre werden des Betrugs, der Geldwäscherei, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Veruntreuung beschuldigt: Urs Linsi, hier als Präsident des Zürcher Fussballclubs Grasshoppers. (16. Juli 2010)
Mehrere ehemalige Fussballfunktionäre werden des Betrugs, der Geldwäscherei, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Veruntreuung beschuldigt: Urs Linsi, hier als Präsident des Zürcher Fussballclubs Grasshoppers. (16. Juli 2010)
Steffen Schmidt, Keystone

Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den ehemaligen langjährigen Fifa-Generalsekretär Urs Linsi aufgenommen. Sie führte zudem Hausdurchsuchungen an mehreren Orten in der Deutschschweiz durch. Hintergrund ist das deutsche «Sommermärchen» 2006.

Wo genau die Hausdurchsuchungen stattfanden, gibt die Bundesanwaltschaft (BA) nicht bekannt. Sie bestätigte aber am Mittwoch eine entsprechende Meldung von «Inside Paradeplatz», gemäss der Ermittlungen gegen Linsi geführt werden.

Der 67-Jährige war von 1999 bis 2007 für die Fifa tätig, zuerst als Finanzdirektor, ab 2002 dann als Generalsekretär. Von Februar 2010 bis April 2011 war Linsi zudem Präsident des Fussballclubs GC.

Bisher ermittelte die BA erst gegen Franz Beckenbauer, den OK-Präsident der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, dessen Vize-Präsidenten im WM-Organisationskomitee Horst Rudolf Schmidt, sowie die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach.

Gala-Gelder zweckentfremdet?

Die ehemaligen Fussballfunktionäre werden des Betrugs, der Geldwäscherei, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Veruntreuung beschuldigt. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt fanden in Deutschland und Österreich an acht Orten zeitgleich Razzien statt.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die angebliche Mitfinanzierung einer Galaveranstaltung in der Höhe von 6,7 Millionen Euro. Der Anlass fand gemäss Medienberichten aber gar nie statt.

Die Beschuldigten stehen gemäss BA im Verdacht, andere OK-Mitglieder «durch Vorspiegelung und Unterdrückung von Tatsachen» über die Verwendung der Gelder «arglistig irregeführt» zu haben.

Über die Schweiz nach Katar

Gemäss Medienberichten sollen Beckenbauer und sein Manager Robert Schwan die 6,7 Millionen Euro im Jahr 2002 mit Hilfe des früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus über ein Konto in der Schweiz an eine Firma des früheren Fifa-Funktionärs Mohamed bin Hammam in Katar überwiesen haben.

2005 zahlte das WM-OK die 6,7 Millionen verschleiert an Louis-Dreyfus zurück. Welchen Zweck diese Gelder hatten, ist bislang fraglich. Auch eine Untersuchung im Auftrag des DFB brachte keine endgültige Klärung. Linsi soll an dieser umstrittenen Transaktion beteiligt gewesen sein.

SDA/kat

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