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Hitzfeld:«Ich betrete nun Neuland»

Nur drei Tage hat Ottmar Hitzfeld Zeit, sein neues Team kennenzulernen. Danach geht es bereits mit den ersten WM-Ausscheidungsspielen in Israel und gegen Luxemburg los.

Der neue Schweizer Nationalcoach stellte sich am Montagmittag im Genfer Stade de Genève den Fragen der Medien, noch bevor er seine Mannschaft erstmals begrüsste. In der Zeit bis Mittwochabend hat Hitzfeld ein gerütteltes Mass an Arbeit vor sich. Hitzfeld erklärte seine Spielphilosophie und was er von seiner Mannschaft im ersten Spiel der Nach-Kuhn-Ära erwartet.

Ottmar Hitzfeld, die Zeit bis zum Zypern-Spiel am Mittwochabend ist extrem kurz. Was hat für Sie Priorität? «Ich betrete nun Neuland. Bisher hatte ich rund sechs Wochen Zeit, um eine neue Mannschaft auf den Saisonstart vorzubereiten. Jetzt sind es nur gerade drei Tage. Da bleibt natürlich kein Platz für Experimente. Ich hoffe, mich auf meine Spieler verlassen zu können, dass sie sich bei den Klubs richtig vorbereitet haben. In den drei Trainings in Genf gilt es vor allem, wichtige taktische Sachen einzuüben. Daneben aber will ich mit jedem einzelnen Spieler Einzelgespräche führen. Dabei soll es auch Platz für persönliche Fragen haben. In der ersten Teamsitzung am Montagnachmittag will ich der Mannschaft meine Philosophie aufzeigen.»

Und wie sieht diese aus? «Ich will jetzt keine öffentliche Teamsitzung abhalten. Die Details sind eine Angelegenheit zwischen mir und der Mannschaft. Aber natürlich ist Disziplin gross geschrieben. Wir alle sind Repräsentanten der Schweiz und haben eine Vorbildfunktion wahrzunehmen. Jeder Spieler muss sich dieser Verantwortung bewusst sein.»

Und wie sieht Ihre Philosophie auf dem Spielfeld aus? «Mein Team soll gegen Zypern ein aggressives Spiel zeigen. Ich will, dass schnell umgeschaltet wird und möchte eine Mannschaft sehen, die das Spiel dominiert. Wir müssen agieren und nicht nur reagieren.»

Sie haben viele Jahre in Deutschland mit Top-Mannschaften gearbeitet. Ist nun diese erste Teamsitzung mit dem Schweizer Nationalteam für Sie etwas Spezielles oder reine Routine? «Nein, das stellt auch für mich eine spezielle und spannende Situation dar. Es ist ein neuer Lebensabschnitt und ich spüre eine leichte innere Anspannung. Es ist gut, dass es nun losgeht. Ich freue mich auf hoffentlich viele Zuschauer und natürlich auf die Nationalhymne. Ich verspüre in der Tat eine sehr starke Vorfreude.»

In der Schweiz erwartet praktisch jeder von Ihnen, dass Sie die Mannschaft sicher an die WM 2010 in Südafrika führen. Wie gehen Sie mit dieser hohen Erwartungshaltung um? «Ja, ich weiss, dass die Erwartungen sehr hoch sind. Die Qualifikation wird kein Selbstläufer, sondern ist mit harter Arbeit verbunden. Ich bin es gewohnt, mit solchem Druck umzugehen. Wichtig ist, dass alle, nicht nur die Spieler sondern auch der Stab, alles dem Ziel 2010 unterordnen. Jeder muss sich der grossen Verantwortung gegenüber den Fans und der Öffentlichkeit bewusst sein. Ich bin aber überzeugt, dass jeder Spieler diese Einstellung verinnerlicht hat.»

Captain Alex Frei ist verletzt, sein Stellvertreter Ludovic Magnin kam am Sonntag mit Stuttgart nicht zum Einsatz. Wer ist gegen Zypern Captain? «Ludovic Magnin wird in diesem Spiel Captain sein. Danach werden wir weiterschauen, ob Alex Frei schon wieder fit ist. Ich hätte es natürlich lieber gesehen, wenn er gespielt hätte und hoffe nun einfach, dass sich Magnin seinen Stammplatz beim VfB schnellstmöglich zurückerkämpft. Sonst wird es auch für ihn schwierig.»

Frei und Marco Streller sind verletzt. Blaise Nkufo hat mit Twente Enschede ebenfalls nicht gespielt. Halten Sie trotzdem an zwei Stürmern fest? «Die Basis ist für mich das 4-4-2-System. Dabei kann sich natürlich je nach Situation ein Stürmer zurückfallen lassen und defensive Aufgaben übernehmen. Wichtig ist, eine Kompaktheit herzustellen, wie es Spanien so eindrücklich an der EM demonstriert hat. Unser Spiel muss unberechenbarer werden. Ich habe mit Blaise Nkufo vor drei Wochen gesprochen. Er ist topmotiviert, mit uns die WM-Ausscheidungsphase mitzugestalten. Es war für mich eine wichtige Erkenntnis, dies von ihm persönlich zu hören. Im weiteren setze ich vorderhand auf Hakan Yakin, er war einer der besten an der EM. Vorausgesetzt natürlich, er ist fit.»

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