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Hoeness schmeisst seinen alten Kumpel raus

Nach kritischen Worten gegen die Bayern-Führung darf Clublegende Paul Breitner nicht mehr auf die Ehrentribüne.

Ueli Kägi
Da waren sie noch Freunde: Uli Hoeness (links) und Paul Breitner präsentieren 1973 Bademode.
Da waren sie noch Freunde: Uli Hoeness (links) und Paul Breitner präsentieren 1973 Bademode.
Keystone

Es vergeht kaum ein Tag ohne Zoff bei den Bayern. Während Niko Kovac am Dienstagabend gegen Benfica Lissabon vielleicht zum letzten Mal Bayern-Trainer ist, hat die «Bild»-Zeitung Neuigkeiten aus München. Dort hat Bayern-Präsident Uli Hoeness die Bayern-Legende Paul Breitner von der Ehrentribüne bugsiert. Oder besser: bugsieren lassen.

Hoeness und Breitner waren einmal Kumpel. Als Spieler wurden sie gemeinsam Europa- und Weltmeister mit Deutschland sowie Meistercup-Sieger mit den Bayern. 2007 holte Hoeness seinen alten Kollegen Breitner in den Club zurück. Zuerst war Breitner Scout, später wurde er Chefscout und Markenbotschafter, 2017 trat er mit 65 zurück.

«Für Papa müssen wir uns schämen»

Was ist nun passiert? Breitner ist nicht selten ein verbaler Haudrauf in Fussballfragen und deshalb vielerorts als Experte gefragt. Und nachdem Hoeness und Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge vor einigen Wochen eine mittlerweile legendär gewordene Medienkonferenz gaben, in der sie zuerst von der Würde des Menschen redeten und dann selbst gehörig austeilten, sagte Breitner gegenüber dem «Bayrischen Rundfunk»: «Es geht immer um die Familie, die FC-Bayern-Familie. Und dann müssen die Kinder heute sagen: Für den Papa müssen wir uns jetzt mal gewaltig schämen.»

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Video: Die scharfe Abrechnung der Bayern-Bosse

Die legendäre Medienkonferenz mit Hoeness und Rummenigge.

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Das hat Hoeness gar nicht gefallen. Und deshalb hat Breitner eine Mitteilung erhalten. Allerdings nicht von Hoeness. Sondern von Bayerns Finanzchef Jan-Christian Dreesen. Breitner erklärte gegenüber der «Bild»-Zeitung: «Es gab einen Anruf von Herrn Dreesen, mir werde von Uli Hoeness nahegelegt, mich auf absehbare Zeit nicht im Ehrengastbereich blicken zu lassen.»

Breitner reagiert souverän

Breitner, als Spieler auch bei Real Madrid unter Vertrag, hat das nicht nur akzeptiert. Sondern reagiert mit überraschender Gelassenheit auf den Rausschmiss. Er sagt, er selbst habe momentan keine Lust, «den einen oder anderen» zu sehen. Und er geht gleich noch einen Schritt weiter. Breitner hat seine zwei Ehrenkarten, die er als Ehrenspielführer auf Lebenszeit besitzt, an die Bayern zurückgeschickt. «Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich Freikarten will», sagt er. Die Bayern will er aber auch in Zukunft im Stadion sehen und sich dann die Karten kaufen.

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